Hallo psychologisch lässt sich das ganze evtl mit den Attributionstheorien erklären. http://de.wikipedia.org/wiki/Attributionstheorien
und was ist eingentlich fröhlich http://de.wikipedia.org/wiki/Emotion
Zum einen kann es einfach sein, dass er sein „Schicksal“ nicht als solches sieht und drum nicht erst dran verzweifelt. Es kann auch sein dass er gar nicht übermässig glücklich/lustig ist, sondern er dir nur so vorkommt, da sein Verhalten gegen deine gelernten Konventionen (ab wann darf man sich lauthals über etwas freuen) verstößt.
Insbesondere die interne/externe Zuschreibung (wer ist schuld an einem Ereignis, ich oder die anderen oder gar etwas größeres) von ereignissen sind relevant für eine positive oder eher negative Einstellung im Leben.
Schulbeispiele sind da immer sehr einprägsam, wer ist schuld an einer schlechten Note: wer internal attribuiert sagt sich, ich war zu doof für die Aufgabe (mit dem resultat dass er sich irgendwann aufgibt, da Anstrengung nicht lohnt), wer External attribuiert sagt sich eher, der Lehrer mag mich nicht (mit dem Resultat dass er es dem schon zeigen wird, sich also beim nächsten Mal mehr anstrengt oder versucht die Aufmerksamkeit des Lehrers zu erhaschen)
ODER die Extremform wäre ein „das war Schicksal, da kann keiner was für“ (Anstrengung lohnt nicht, einschleimen lohnt nicht, nach vorne schauen lohnt nicht, es zählt nur der Augenblick, und das kann einen fröhlich bzw. eher unbekümmert wirken lassen, da man einfach nichts zu jammern hat).
Wie man attribuiert ist eine Summe aus Erfahrung und Erziehung, insbesondere wie man seine früheste Kindheit erlebte (wie wurde auf Fehler, Missgeschicke reagiert, warst du schuld, wenn ein Teller runterfiel oder war es Zufall oder hat sich womöglich Mutti die Schuld gegeben, dass sie dir doch schon den schweren Porzellanteller gab und nicht das unkaputtbare Kindermodell)
Sowas prägt die Persönlichkeit…so lernt man Probleme zu handhaben, erst kleine dann auch große. Und wenn es gut läuft wird man so eine starke und oftmals auch dafür bewunderte Persönlichkeit und weiß oft gar nicht, was die anderen da für ein aufhebens drum machen.
Dies ist zumindest eine Erklärung für den Fall, dass diese „Fröhlichkeit“ wirklich dauerhaft ist und nicht nur wie bereits erwähnt eine vorgeschobene Rolle in Gesellschaft als Partytiger sozusagen. Das kann dann aber alle möglichen Gründe haben,
dass man sich nicht mit der Lage auseinandersetzen will oder kann, dass man anderen nicht zur Last fallen will, dass man die anderen nicht als wirkliche Freunde (von denen man auch mal „in schlechten Zeiten“ Unterstützung erwarten darf) sondern eher nur als Bekannte ansieht, denen man nunmal nicht alles erzählen muss, dass man von Natur aus eher oberflächlich gestrickt ist, dass man echte neurologische o. psychische Probleme hat, die zwanghaft auf fröhlich schalten.
Aber das kann nur derjenige beurteilen, der ihm sehr nah steht (er selbst oder evtl noch die Ehefrau).
die frage ist also, ist er wirklich immer fröhlich/glücklich
FÜHLT er sich wirklich froh/glücklich oder zeigt er nur das Verhalten eines frohen/glücklichen Menschen (kennst du evtl dieses: „wie gehts dir“-„gut“ die Antwort kommt quasi reflexartig ohne wirklich nachzudenken und hinterher fällt einem erst auf, dass es dir gar nicht so gut geht, wie du vorgibtst, dennoch gibts du weiter brav die sozial erwünschte Antwort, denn wenn du anders antwortest „hmm so lala“ oder „könnte besser sein“ würde sich das Gespräch womöglich auf deine Probleme lenken, was du evtl nicht zwingend zB. mit deinem Chef besprechen willst)
UND die frage ist auch, evtl kommt er DIR (die ja offenbar eher schlechte Erfahrungen hatte und daher evtl eher zu internalen Attribuierungen neigt"wieso passiert das immer mir") auch nur übernormal-fröhlich vor, da dein Level von ab wann man fröhlich ist viel tiefer hängt.
Ist man schon von Fröhlichkeit durchdrungen, nur weil man öfters mal lächelt oder weil man lautstark Feste feiert (und dabei Probleme ignoriert, ausblendet oder sie einfach irrelevant sind).
Denn hinzu kommt noch, dass Probleme nur so groß sind, wie man sie macht. Und manche sind einfach so klein dass es sich nicht lohnt, drüber zu lamentieren.
Und gerade Krankheiten, gegen die man nichts machen kann, kann man mit einer positiven Einstellung besser bewältigen. Damit will ich nicht sagen, dass man sie kleinredet aber wer sicher in sich ruht und eine positive Einstellung zum Leben hat, kann auch zum sterben eine positive Einstellung haben und für den ist dieses „Problem“ evtl gar keins, denn sterben muss jeder irgendwann. Sowas kann man nur external attribuieren, denn das ist numal die Bestimmung eines jeden. Allerdings gibt es auch dabei Leute, die das sterben internal begründen (ich bin schuld daran, dass ich Krebs bekam, also bin ich auch schuld, dass ich * sterbe). Das ist allerdings ein Fehlschluß. Allenfalls das kleine Wörtchen „früher/frühzeitiger“ ,in den Satz beim * eingebaut, liesse sich internal erklären, allerdings ist auch das nicht sicher. Selbst wer sich durch Rauchen einen Lungenkrebs eingehandelt hat, kann dennoch statt dessen an einem Blutgerinsel im Hirn oder einem Herzschlag sterben, oder weil in der Familie ein früher Tod schon in den Genen liegt; andere teeren sich die Lungen zu und werden trotzdem 100.
Zur Anregung die wunderbare Zeile aus dem Pippi -Lied: Ich mach die Welt, wie sie mir gefällt.
Gruß
Susanne