Moin, Claudia!
wenn Ihr wegen Eßproblemen Eurer Kinder schon in einer Klinik
wart, dann haben sie sicher Vorort z.b. auch die
Schluckfähigkeiten der Kleinen getestet. Ich habe nämlich
gerade in eines meiner Kinderkrankheitsbücher nachgeblättert,
daran kann es manchmal auch hapern.
Nee, Du hast Recht, das wurde getestet. Alles okay.
Also, wenn medizinisch alle in Ordnung ist, dann könnte ich
mir vorstellen, dass die Nervosität des fütternden Elternteils
(„wahrscheinlich funktioniert es heute wieder nicht“) mit
einer Trink- oder Schluck-ungeübtheit der Kinder kollidiert.
So haben die Kinder von Haus aus schon gar keine Gelassenheit
mehr fürs Fläschchentrinken.
Möglich ist das natürlich. Aber mittlerweile kann ich mir das kaum noch vorstellen. Inzwischen ist bei uns nämlich so etwas wie eine LeckArsch-Stimmung eingekehrt. Mit anderen Worten, es ist uns inzwischen ziemlich egal. Mittlerweile sehen wir es so, das er eben das trinkt, was er trinkt, was er dann zuwenig hat, hat er eben zuwenig. Wir können es ja eh nicht ändern. Trotzdem machen wir uns natürlich Sorgen wegen ihm, weil wir eigentlich verhindern wollen, das er wieder in die Klinik an die Sonde muß.
Meine Vorschläge:
- bei meinen Kindern haben Duftöle in verschiedenesten
Situationen gut gewirkt. Verdampftes Orangenöl macht gelassen,
gute Laune und Appetit
Den Tip mit den Düften hab ich grad schonmal gelesen. Wir werden es probieren. Vielleicht bringt es ja was.
- ich würde die Kinder einzeln oder in getrennten Räumen
füttern, wenn es irgendwie möglich ist.
Machen wir schon. Mittlerweile haben wir festgestellt, das der Lütte wenigstens ein ganz wenig nimmt, wenn wir ihn während des Fütterns auf dem Arm durch die Gegend schleppen und dabei munter irgendeinen Schwachsinn zu ihm reden oder ihm was vorsingen (Wobei Singen bei Mama irgendwie funktioniert, bei Papa löst das eher noch mehr Prosteste aus).
- ich würde die eigene Nervosität nicht unterschätzen, Kinder
haben da ein hoch sensible Antenne dafür. Also, einfach gleich
mal mit Mißerfolg rechnen und mit stoischer Ruhe Essen
anbieten. Mehr könnt Ihr nicht machen.
Inzwischen packen wir das mit der stoischen Ruhe ganz gut, denke ich 
- Flaschentrinken will gelernt sein. die Hände des Kindes oder
den eigenen Finger ins Essen tauchen und das Kind daran saugen
lassen, vielleicht lernt es so das Nuckeln an den Fingern bis
zum Übergang des Flaschentrinkens (aus dem Fläschen kommt mehr
raus, aber das müssen sie selber herausfinden).
Naja, mit dem Saugen gibt es keine Probleme. Wenn er einen Nuckel oder einen Finger im Mund hat, dann saugt er wie ein Irrer daran. Doch sobald der „Ersatz“ gegen den Flaschensauger getauscht wird und da dann eben etwas rauskommt, geht der Protest los. Das soll einer begreifen.
- Kräutertee vorweg kann den Appetit anregen (mit Löffel oder
auf die Lippen träufeln oder mit besagter Fingermethode).
Guter Tip. Gibt es das vielleicht irgendeine bestimmte Sorte von Kräutern, die Hunger und Appetit anregen?
- je geduldiger den Mahlzeiten Zeit eingeräumt wird, je
niedriger die eigene Frustrationstoleranz ist, desto eher
glauben die Kinder selbst daran es irgendwann zu schaffen.
Eigentlich glaube ich, das er genug Zeit hat. Durchschnittlich dauert eine Mahlzeit bei ihm ´ne lockere Stunde. Wobei in dieser Zeit nur minimal etwas in ihn reinzubekommen ist. Halt so Tröpfchen für Tröpfchen. Der Große dagegen hat letztens seinen Rekord gebrochen. Er hat mal eben 230g in knappen zwei Minuten aus der Flasche gezogen.
- Kinder sind Gewohnheitstiere ohne Ende. Vielleicht hilft ein
festes Ritual: immer um 12 Uhr gibt es Mittag, immer die
kleine Spieluhrmusik vorweg, immer am gleichen Platz mit dem
gleichen Lätzchen, mit den gleichen Gerüchen… Es geht darum,
die Kinder durch ihre Sinneswahrnehmung (riechen, hören,
sehen, fühlen) aufs Schmecken einzustimmen.
Das mit den Ritualen haben wir schon oft gehört. Wir bemühen uns eigentlich, genau sowas durchzuziehen. Ist leider oft nicht einfach, weil eben die Reaktion des Lütten immer anders ist oder dann dem anderen gerade einfällt, einen Bock bekommen zu müssen. Überhaupt beginnt jetzt langsam die Zeit, wo der Große eifersüchtig zu werden scheint, weil zwangsläufig der Lütte mehr Zeit beansprucht.
- und wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Ein freundliches
Bussi auf die Backe, macht nichts, das nächste Mal gehts
besser.
Genau so handhaben wir das derzeit auch. Wobei wir dabei trotzdem darauf achten, zumindest 600g täglich in ihn reinzubekommen. Aber auch das ist manchmal (erst gestern wieder) nicht zu packen.
So hilft Euch nur Ausprobieren und möglichst viel
Gelassenheit.
Wohl wahr. Nachdem mir das auch hier alle sagen, muß da wohl was dran sein 
Ach ja, manchmal haben Hebammen noch gute Ideen. Mir hat eine
in der schwierigen Anfangszeit der Erstgeborenen sehr
geholfen, mit Massagen, Homöopathie und einem warmen
Schulterklopfen „das wird schon“.
Tja, wir haben keine verfügbar. Ich glaube, es wäre auch gar keine Zeit dafür. Meine Frau hat durch die Zwerge im moment wohl den stressigeren Job von uns beiden. Eigentlich ist sie von früh bis spät rund um die Uhr nur mit den beiden beschäftigt. Irgendwie bewunder ich sie ja, das sie das so durchhält.
Auf jeden Fall Danke für Deine Tips und einen lieben Gruß vom
Dicken MD.