Hallo, mein Chef gibt Aufgaben und sagt dazu das ist schnell gemacht oder das dauert 1/4 h usw… Nur die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Es dauert statt 1/4 h 2-3 h, statt ein Nachmittag mindestens 2 Tage usw…
So drückt er einem immer wieder noch Sachen dazu hinein, weil´s ja schnell gemacht ist und er demotiviert mich.
Wenn alles so schnell geht, und ich länger brauche, bin ich dumm oder faul oder was auch immer.
Ich denk zwar, dass ich das nicht bin.
Wie kann ich meinem Chef verbal entgegnen, denn leider bin ich nicht schlagfertig.
Wer hat noch soooo einen Chef und wie hilft man sich dann. Danke.
Hallo,
so einen Chef hatte ich auch. Wer immer nur Aufgaben deligiert, meint oft, mit dem Deligieren sei es auch „gemacht“. Dass aber immer irgendjemand die Aufgabe tatsächlich erledigen muss, wird nicht mehr gesehen. So deligiert der Chef am Tag 30 Aufgaben an 20 Leute und meint zum Feierabend dann tatsächlich, er hätte 30 Aufgaben mit links erledigt. Und wer das nicht schafft ist halt ein faules Schwein.
Ich habe dann einfach gekündigt, nun schindet er weiter seine Mitarbeiter, mich aber nicht mehr.
Gruß
S.J.
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Hallo Miezekatze,
hmm - woher kommt dieser Faktor 4 bis 8 denn? Verschätzt sich Dein Chef derart granatenmässig? Oder bist Du etwas gründlicher beim Arbeiten? Oder eine Kombination von beidem? Ich vermute ja letzteres
Und es hängt von Deiner Ehrlichkeit ab, wo Du da noch Zeitsparpotential siehst. Sprich, angenommen Du hieltest gerne mal ein Schwätzchen, dann könnte das natürlich dazu beitragen. Genauso sicherlich eventuell mangelnde Erfahrung in einer bestimmten Aufgabe, so dass Du vielleicht öfters bei Kollegen nachfragen musst etc. Bitte, versteh mich nicht falsch, nichts von alledem möchte ich Dir unterstellen (wie könnte ich auch - ich kenn Dich ja gar nicht), aber ich wollte’s mal ansprechen
Je nachdem, was bei Dir die Ursachen sein könnten, kannst Du das ja versuchen abzustellen (sprich, den Schwatz mit dem Kollegen etwas einschränken) oder den Chef bitten Abhilfe zu schaffen (vielleicht Dich in nen passenden Kurs schicken).
Die zweite Säule der Stratetaktik ist argumentativ: Sprich, wenn der Chef dann fragt, warum das 2 Stunden statt 2 Minuten gedauert hast, kannst Du ja mal vorbereitet haben was Du alles machen musstest und wo die „Zeitkiller“ lagen. Vielleicht ist Dein Rechner zu langsam, oder der Herr_x, dessen Antwort Du brauchtest war im Urlaub oder Chef hat nicht gesehen, dass Du beim Abarbeiten von der Aufgabe noch 25 andere Fehler Deiner Vorgänger gefunden und eliminiert hast. Das würde ich ein paarmal machen, damit er mal einen Überblick kriegt, was Du wirklich tust
Und dann bei der nächsten „machen Sie mal schnell“-Aufgabe sagst dann „Klar, die Änderung selber dauert nur 20 min, aber für die Dokumentation brauch ich bestimmt noch 1 1/2 Stunden“
*wink*
Petzi
Hallo Miezekatze,
in Deiner ViKa geschwindelt? Seit wann haben selbständige Kauffrauen einen Chef über sich? Oder meinst Du etwa Deinen Mann, als den Chef der Familienmanagerin (diesen würde ich seine Hemden demnächst selbst bügeln lassen, dann sieht er, daß es nicht in einer Viertelstunde geht)? *grins* Anyway…
Wenn ich es richtig sehe, sind Dein Problem weniger die Aufgaben als solche, sondern die Tatsache, daß Du nicht eine Aufgabe konzentriert zu Ende bringen kannst, weil der Chef ständig mit irgendwelchem Kleinkram (‚Geht gaaanz schnell, Frau Miezekatze…‘, ‚Das haben Sie in zwei Minuten erledigt - ich kenne Sie doch… *schleim*‘, ‚Sind Sie ein Schatz und machen mir die Unterlagen für das Meeting in fünf Minuten fertig - die habe ich total vergessen…‘) angeschissen kommt.
Nun, Teuerste: den Chef muß man sich erziehen! Es kostet zwar vorübergehend etwas Zeit und Arbeit und erfordert auch anschließend unbedingt Konsequenz (lies: Du mußt sofort eingreifen, sobald sich beim Cheffe die alten Gewohnheiten einschleichen), aber es lohnt sich.
Wie bereitest Du also am geschicktesten die Machtübernahme im Büro an? Selbstverständlich mit einer Bestandsaufnahme (ein richtiges Tagebuch in Form einer Liste, was ist wann passiert und wie viel Zeit hat es mich gekostet)! Ich weiß, es ist lästig und zum Kotzen, aber Du wirst nicht da nicht herumkommen, wenn Du langfristig entspannter und effizienter arbeiten willst. Dieses Tagebuch hat auch den Vorteil, daß Du schnell nicht nur die externen Zeitfresser (Kollegen & Co.) oder Störfaktoren rausfindest, sondern auch deine eigenen Schwachstellen, was Zeitmanagement (und im schlimmsten Fall auch Kompetenzfallen) angeht.
Manchmal macht man sich auch selbst verrückt, denkt ‚wenn es der Chef unbedingt noch heute fertig haben will, muß es wichtig sein‘, dabei will er es einfach nur vom Tisch haben, nachdem er es gerade beim Buddeln in irgendeinem Aktenhaufen zufällig gefunden hat (nachdem er es vor drei Wochen genau dort verbuddelt hat, mit dem festen Vorsatz, es Dir rechtzeitig zu geben). Chef-Schreibtische sind wahre Fundgruben…
Deswegen gehört der als Allerallererstes - zusammen mit dem Chef - inspiziert. Die dort erbeuteten Unterlagen sichtest Du und sortierst sie nach Kategorien und Prioritäten, z. B. ‚sofort zu erledigen‘, ‚kann warten‘, ‚Müll‘, zusätzlich noch ‚wichtig, aber nicht dringend‘ (= ein VIP-Kunde hat sich gemeldet, es könnte evtl. ein neuer Auftrag zustande kommen); ‚dringend + wichtig‘, etc. Hat man das geschafft macht man sich an die Arbeit.
Nach 2 bis 4 Wochen (hängt von den Zufallsfunden auf Chefchens Schreibtisch ab) wertest Du das Tagebuch des Elends aus, machst Dir ein Konzept und vereinbarst einen festen Termin mit dem Boss, den Du natürlich auf einen günstigen Zeitpunkt legst.
Wenn alles so schnell geht, und ich länger brauche, bin ich
dumm oder faul oder was auch immer.
Nimm es mir bitte nicht übel, aber: vielleicht ist es einfach nur nicht Dein Job… Wenn ich in der Bewerbung bzw. im Lebenslauf behaupte, ich beherrsche z. B. ein Programm, das ich in Wahrheit gerade einmal mit Ach und Krach bewältige, dann brauche ich natürlich für die Erstellung einer Präsentation nicht drei Stunden sondern drei Tage…
Wie kann ich meinem Chef verbal entgegnen, denn leider bin ich
nicht schlagfertig.
Schnellschüsse und emotionale Auskekser sind nichts! Chefs sind kühl rechnende Betriebswirte, denen Du nur mit knallharten Fakten UND klar formulierten Vorschlägen etwas entgegen bringen kannst.
Mach erst einmal die Bestandsaufnahme, dann schauen wir weiter.
Grüße
Renee
Hi,
also meine Antwort, ist ja schnell gemacht *lach*:
Ich glaube dass es hier weniger darum geht welches Pensum tatsächlich zu schaffen ist oder dass der Chef meint dass er dich beschleunigen müsse indem er dir viele Aufgaben gibt.
Ich denke eher dass es hier rein um das zwischenmenschliche Miteinander und darum, wie der andere gesehen wird, geht.
Meine Vermutung ist dass du das brave Mietzkätzchen bist, dem man einfach so Sachen auf’s Auge drücken kann - also macht es der Chef. Allgemein funktionieren Menschen eben so dass sie sich immer diejenigen als „Opfer“ suchen, die eine entsprechende Haltung signalisieren und mit denen man „es machen kann“.
Ich denke du solltest dich nicht in eine Diskussion darüber, wie welche Artbeit mit welchem Aufwand zu schaffen ist hereinziehen lassen. Ich würde an deiner Stelle eher versuchen ihn durch „natürliche Authorität“, die du dir (so gut es geht) aneignen solltest, in die Schranken zu weisen.
Auch wenn es anfangs schwer fällt und du sehr aufgeregt bist, vielleicht auch das Gefühl hast ihm nicht gewachsen zu sein - mach es trotzdem: setze ihm etwas entgegen! Sag’ ihm freundlich, aber klar und bestimmt „Nein, das ist NICHT schnell gemacht. Es dauert realistisch soundso lange.“ Biete ihm dann an einen realistisch zu bewältigenden Teilabschnitt bis Feierabend zu erledigen. Und das war’s.
Mach’ dir in deiner inneren Einstellung klar dass du im Rahmen des Machbaren gut arbeitest, aber dass du nicht zaubern kannst und auch nicht zaubern mußt. Du mußt generell gar nichts! Da du auch kein freches Gör von 18 Jahren bist brauchst du dich nicht so hinstellen lassen, sondern du machst deine Arbeit verantwortungsbewußt und korrekt, und gibst dir Mühe zügig zu sein. Das ist völlig okay so und wenn der Chef merkt dass er durch dich „Wind von vorne“ bekommt wird er dir auch nicht mehr blöd kommen.
Diese Vereinnahmung, dass Menschen meinen mit Schwachen so umgehen zu können, solltest du ohne Angst entgegen treten. Du verlierst nicht deinen Job und der Chef ist nicht böse wenn du einfach nur deinen Weg gehst und die Verhältnisse auf ein realistisches Maß zurecht stutzt. Er versucght dich auszunutzen, dem trittst du künftig entgegen. Mach’ ihm keine Vorwürfe, aber lass’ es dir auch nicht mehr gefallen. Deswegen: sachlich, aber klar darlegen dass es eben nicht „mal eben gemacht ist“, biete ihm etwas an, also es bis zu einem realistischen Termin oder Abschnitt zu erledigen, und dann lass’ dich nicht auf irgendeine Diskussion oder Vorwürfe ein. Fachlich kann er dir nichts, wenn dumme Sprüche kommen dann nur, weil er dich gerne wieder „runterdrücken“ will. Wenn er aber merkt dass das nicht funktioniert lernt er daraus dir in Zukunft auch nicht mehr blöd zu kommen.
Sollten also Sachen kommen wie „Das erledige ich in 3 Minuten!“ läßt du ihn ins Leere laufen, dann sage ihm dass das schön ist, aber du brauchst dafür eben 3 Stunden und wenn er möchte dass du es regelst dann muß er dafür eben 3 Stunden einkalkulieren.
Also keine Angst haben, und schütze dich einstellungsmäßig davor dass er dir blöd kommen kann weil er Chef ist. Er kann es nicht, er ist auch nicht nur Chef, sondern einfach ein Mensch, und als solcher muß auch er Grenzen hinnehmen, die ihm andere setzen, egal wer „andere“ sind.
Herzlichst,
MecFleih
Hallö…
Sollten also Sachen kommen wie „Das erledige ich in 3 Minuten!“ läßt du ihn ins Leere laufen, dann sage ihm dass das schön ist, aber du brauchst dafür eben 3 Stunden und wenn er möchte dass du es regelst dann muß er dafür eben 3 Stunden einkalkulieren.
Naja, an der Stelle ist die Diskrepanz zu hoch.
Aber er ist ja nicht umsonst Chef. Er besitzt also eine überragende Arbeitstechnik, und als Vorgesetzter kann er sich eigentlich nur wünschen, dass alle seiner Mitarbeiter so produktiv sind wie er selbst.
Also kann er doch ohne Scheu ein paar Tips geben, wie man es in max. 10min vom Tisch bekommt.
Teilweise ist ja einem der Beteiligten nicht klar, was als Rahmen der Aufgabe anzusehen ist und welche Seitentätigkeiten nicht dazu gehören.
Will der Chef „einfach schnell eine Absage an den Bewerber blabla…“ schicken, kann er das selbst in 1min machen, wenn er im Formblatt nur den Namen einträgt und das Ganze per Email raushaut.
Wenn die gute Sekretärin dem Kandidaten ein Schreiben mit Bezug auf das Vorst-Gespr. erstellt, welches sie vom Chef abzeichnen und samt den Bewerbungsunterlagen retour eintüten, frankieren und zur Poststelle bringen muss - dauert’s halt länger.
Da dann einfach mit Chef abklären, was er denn meint.
Das Schlimmste was passieren kann ist ja wirklich, daß Chef gar nicht weiß, was man dazu alles tut und deswegen meint, man arbeite (zu) langsam - obwohl man nur das tut, was aus der eigenen Sicht wirklich nötig ist.
Gruss,
Michael
Meine Vermutung ist dass du das brave Mietzkätzchen bist, dem
man einfach so Sachen auf’s Auge drücken kann - also macht es
Schnucki, mach doch mal hier, Schnucki, mach doch mal da, Schnucki mach doch mal Kaffee. Ach, was liebe ich diese Pickup-Werbung… 
Hallo,
dazu hätte ich drei Punkte.
1.) Wenn dein Chef sagt, dass eine Aufgabe nur 1/4 h oder einen Nachmittag dauert, meint er das wirklich so? Kommt er dann nach einer halben Stunde oder am nächsten Morgen um das Ergebnis deiner Arbeit abzuholen? Wie äußert er sich, wenn die Arbeit eben deutlich länger gedauert hat?
Vielleicht ist das nur seine Marotte zu sagen: „Liebe Mitarbeiterin, ich habe da eine Aufgabe, die sie bitte rein schieben. Ich hoffe es dauert nicht zu lange.“
Dass man ständig Aufgaben reingehauen bekommt, dass man mehr Arbeit hat, als man bewältigen kann, ist in vielen Jobs völlig normal.
Frage doch mal deinen Chef, ob er mit der geleisteten Arbeit zufrieden? Viele Menschen nehmen gute Arbeit schweigend und zufrieden hin und vergessen die Rückmeldung (Lob).
2.) Die Beurteilung, wie lange eine Arbeit oder Aufgabe dauert, ist eine Kunst. Die meisten beherrschen diese Kunst eher schlecht als recht. Wenn ein Projektleiter die Aufwände für ein Projekt plant, dann hat er eine genaue Auflistung der Tätigkeiten. Er hat für diese Tätigkeiten geschätzte Zeiten, die auf Messungen basieren.
Und nun mal Hand aufs Herz, wer misst die Zeit, die eine Aufgabe benötigt hat? Die meisten Menschen unterschätzen die Zeit deutlich. Bei Technikern erlebe ich häufig etwas um den Faktor 2.
Und dabei haben diese Techniker eine ungefähre Vorstellung von dem was zu machen ist.
Bei Vorgesetzten kann sich dazu eine gewisse Sicht einstellen. Die eigenen Tätigkeiten sind schwierig und aufwändig, die delegierten Aufgaben sind einfach. Also müssen sie viel schneller zu erledigen sein. Was kann man da machen? Siehe 3).
- Seit einigen Jahren notiere ich die Anfangs- und Endzeit mit der Tätigkeit in meinem Arbeitsbuch. Ich habe damit angefangen, nachdem es mit meinen Chef Uneinigkeit darüber gab, wie viel Zeit ich für bestimmte Tätigkeiten benötige.
Der Zeitaufwand dafür ist sehr gering, aber der Nutzen als Grundlage für Argumente und Planungen ist gewaltig.
Gruß
Carlos
Chefs und überragende Arbeitstechniken?
Hallo Michael,
Aber er ist ja nicht umsonst Chef. Er besitzt also eine
überragende Arbeitstechnik, und als Vorgesetzter kann er sich
eigentlich nur wünschen, dass alle seiner Mitarbeiter so
produktiv sind wie er selbst.
Also kann er doch ohne Scheu ein paar Tips geben, wie man es
in max. 10min vom Tisch bekommt.
Chefs und überragende Arbeitstechniken? Zuerst habe ich mich arg gewundert, aber dann deine Vika gesehen. Dazu folgendes:
http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY
Es gibt Fälle, in denen ein Mitarbeiter befördert wird, weil er besonders kompetent war. Es gibt auch besonders fähige Leute ein Unternehmen gründen und Vorgesetzte werden.
Es gibt aber auch die zynische Sicht, dass in einer Gruppe derjenige befördert wird, der entbehrlich ist.
Fakt ist, wenn man genug Chefs kennengelernt hat, weiß man, dass Chefs auch nur Menschen sind. Sie sind meistens weder begabter noch klüger, als ihre Mitarbeiter (auch wenn sie es glauben). Überragende Arbeitstechniken findet man bei fitten Kollegen, die bestimmte Tätigkeiten seit vielen Jahren machen, nicht bei Chefs, die damit vor vielen Jahren aufgehört haben.
Gruß
Carlos
[OT] Re^3: Immer sagt der Chef: schnell gemacht
Und ich liebe Schnucki! :o)
(OK, völlig OT, mußte aber sein.)
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