Servus!
ich war vor kurzem in kino und da lief der film " der
unbekannte soldat". es ist eher eine dokumentation in der
gezeigt wird das die wehrmacht genauso schrecklich böse war
die waffen SS und die nazis.
War Dir das nicht vorher klar, worüber der Film ging?
aber ich finde so langsam reicht es mal. immer und immer
wieder wird uns deutschen vor die nase gehalten wie schlimm
wir waren.
So war´s aber nu mal im Krieg.
aber über die anderen wird nix berichtet.
Vielleicht nicht in diesem Film. Is aber alles dokumentiert, und hat´s auch schon Filme drüber gegeben.
mein
uropa war in der wehrmacht und er sagte mir das es natürlich
immer schwarze schafe gegeben hat und diese leute frauen
vergewaltigt, kinder und alte männer getötet hätten, aber im
grossen und ganzen wurden die soldaten der wehrmacht eher für
"nett " gehalten und wurden nicht gehasst wie die waffen SS.
Ohne Deinem Uropa und seinen Erzählungen was abreden zu wollen, aber woher kennt Dein Uropa die Einstellung der Leute, deren Land von ihm und seinen Kameraden gerade besetzt wurde?
auserdem haben die russen, und die alliierten genauso
vergewaltigt. nur bekommt man sowas nie gezeigt.
Siehe oben. Dadurch, daß andere die gleichen Verbrechen begangen haben, werden die der Deutschen nicht besser.
ich finde es reicht so langsam. die geschichte ist vorbei
Is sie nicht. Geschichte findet tagtäglich statt, und zwar auf der Basis dessen, was schon war und schon Geschichte ist.
und
die generation heute interessiert sich dafür ja kaum noch.
Das is ja gerade das traurige.
oder wie denkt ihr darüber ?
Die Geschichte hat gezeigt, daß die Menschen nur sehr ungern aus der Geschichte lernen. Und wenn, dann oft in falschen Zusammenhängen (Stichwort Geschichtsrevisionismus, Stichwort alte Rechnungen begleichen, Stichwort Erbfeindschaften, Stichwort…).
Es gibt nur wenige Gegenbeispiele: Adenauer und de Gaulle und das Begräbnis der deutsch-französischen Erbfeindschaft, z.B.
Filme wie „Der unbekannte Soldat“ (den ich nicht gesehen habe) sind vielleicht aufgrund eventueller Einseitigkeiten nicht das Gelbe vom Ei, wenn man was über Kriegsschuld, -unschuld oder -verbrechen lernen will. Was man aus Filmen über Krieg aber lernen kann, ist, wie´s im Krieg nun mal zugeht. DAS zumindest rechtfertigt die Existenz solcher Filme, Bücher, Literatur im Allgemeinen.
Denn nur wer weiß, was Krieg tatsächlich bedeutet, wird den Teufel tun und leichtfertig in einen Krieg gehen. Aus Mangel an tatsächlichen Kriegsereignissen können wir Wohlstandsdeutsche nur auf Historisches zurück greifen - und auf die wenigen Belege, daß moderne Kriege immer noch nichts mit „chirurgischen Schlägen“ zu tun haben, sondern nach wie vor mit Dreck, Tod, Leid, traumatischen Erlebnissen auf allen Seiten!
Moderner Krieg ist nichts anderes als es Kriege schon immer waren. Wir Kriege schon immer waren, wissen wir aus der Geschichte. Um zu verhindern, daß Menschen immer wieder unter Krieg leiden, hilft nur eins: Kriege zu verhindern.
So sieht für mich „Lernen aus der Geschichte“ unter anderem aus.
Stammtischgeschichte oder Uropa-hat-erzählt-Geschichte ist natürlich einfacher zu handhaben, führt aber (in Deutschland zumindest) fast immer zu genau den falschen Schlüssen, die dazu führen, dass die Stammtische groß rumtönen und die Braunen gewählt werden.
VG
Christian