Immobilenkredit: Auszahlung nur nach Rechnungen?

Hallo zusammen!

Mein Mann hat ein Haus geerbt, das wir mittlerweile auch bewohnen. Nun ist es ein altes Haus, was wir nach und nach sanieren wollen (neue Fenster, Türen, Dämmung, Badsanierung, etc.) - teils selber, teils von Handwerkern.
Heute waren wir mit allen Unterlagen bei der Bank, alles prima, wir bekommen den Kredit (müssen nur noch unterschreiben), aber was mich stutzig macht:
Wir bekommen das Geld nur ausbezahlt, wenn wir entsprechende Belege einreichen. Sprich, wir müssen für alles, was nicht auf Rechnung zu bekommen ist (also jeder Einkauf im Baumarkt), erstmal in Vorkasse treten. Und nach Möglichkeit bis 5000€ sammeln.
Unser Dispo freut sich schon :frowning:.

Ist das üblich?

Und was passiert, wenn Sanierungsarbeiten nötig werden, die nicht im Sanierungsplan aufgeführt wurden. Kann die Bank sich dann kurzerhand weigern, diese Rechnungen zu bezahlen bzw. das Geld für diese Rechnungen aufs Girokonto zu überweisen?

Vielen Dank schonmal!

Grüsse
Marie

Hallo,

ja es ist völlig üblich, dass die Bank gegen Rechnungen das Geld zuteilt. Damit soll vermieden werden, wie früher oft passiert, dass z.B. mal eben schnell noch ein Auto mit dem Immobilienkredit finanziert wird.

Wie sich das mit den Kleckerbeträgen vom Baumarkt am besten lösen lässt, kann ich gerade nicht sagen. Vielleicht für diese Summen ein kleines Polster bereit halten, damit nicht wegen jeder kleinen Summe die Bank eingeschaltet werden muss.

Gruß

Samira

Hallo,

das ist alles eine Frage der Absprache mit dem zuständigen Berater bei der Bank. Grundätzlich ist es schon so, dass erst aufgrund von Rechnungen ausgezahlt wird, wobei sich bei Neubauten klassische Zahlungszeitpunkte etabliert haben, die zu einer überschaubaren Zahl einzelner Auszahlungen führen. Bei Anbauten und Sanierungen sieht die Sache etwas anders aus. Da gibt es die klassischen Termine Bodenplatte, Kellerdecke, … nicht, aber durchaus teure Einzelgewerke, die man dann auf einen Schlag abrechnet. Für den Rest vereinbart man, gerade bei Eigenleistungen, individuelle Lösungen. Sinnvollerweise setzt man hierfür vorrangig sein Eigenkapital ein. Dabei wird aber oft der Fehler gemacht, diese Positionen gleich aus der Finanzierungsanfrage auszuschließen, und dann gibt es hinterher natürlich lange Gesichter, weil die Gesamtmechanik einfach nicht passt, bzw. man jetzt der Bank erklären muss, dass die Fassade gar nicht 30.000,-- kostet, sondern nur 25.000,–, und der Rest für das Material sonstiger Eigenleistungen gedacht war. Also bitte gleich mit offenen Karten spielen, dann ist es auch kein Problem nach zwei Raten mal die 5.000,-- für eigene Materialeinkäufe vorab zu bekommen.

BTW: Wenn man das Thema vorab anspricht, und hierfür keine vernünftige Lösung angeboten bekommt, weiß man, dass man gerade beim falschen Finanzierer sitzt.

Gruß vom Wiz, der mit dem Thema bei seinem Anbau und seiner Sanierung kein Problem hatte, weil die Sache vorab sauber geklärt war.

Hallo,

die Vorgehensweise ist vollkommen normal.

Die Bank berechnet die geplanten Sanierungs-/Umbaumaßnahmen in den finalen Objektwert mit ein. Die Bank will und muss natürlich sicher gehen, dass der Wert erreicht wird und das Geld nicht für andere Dinge (ganz übertrieben: Auto, usw).

Viele Banken haben einen „Blankobetrag“, den man sich ohne Rechnungen auszahlen lassen kann. Die Rechnungen können dann nachgereicht werden, so das wieder dieser Blankobetrag ausgezahlt werden kann.
Frag einfach mal nach, ob deine Bank auch sowas hat bzw. ob sie sowas mit dir vereinbaren können.

Gruß