Ist das rentabel?
Meine Gedankengänge sind folgende:
Auf der einen Seite habe ich
- ein Guthaben, dass mir Zinsen bringt
- keine Mietzahlung
- einen hohen Gegenwert, wenn ich das geld doch brauche
auf der anderen Seite habe ich
- Kosten für Kreditzinsen
- Kosten für Rücklagen
- Reparaturen
Habt ihr noch Punkte, die ich vergessen habe?
Finanziell gesehen, stehe ich eher schlechter da,
so dass eine Immobilie nicht zur Geldvermehrung oder
Gelderhaltung beiträgt?
Danke für eure meinungen!!!
Gruß
Fred
- Sonstige Ausgaben für Eigentum
Hi Freddy,
Ist das rentabel?
manchmal, oder besser gesagt oft.
Finanziell gesehen, stehe ich eher schlechter da,
so dass eine Immobilie nicht zur Geldvermehrung oder
Gelderhaltung beiträgt?
Man kann wie fast immer keine allgemein gültige Aussage machen. Es hängt von vielen Faktoren ab.
Wenn man den Kredit schnell abtragen kann, ist es auf jeden Fall rentabel.
Wenn das Objekt in einem miserabelen Zustand ist, kann es ein Geldgrab werden.
Wo liegt das Objekt, steigen die Werte in dieser Gegend schnell, oder verfällt das Viertel.
Ich für meinen Teil werde in ein paar Jahren finanziell gut dastehen.
Rechenbeispiel:
Ich zahle pro Monat momentan rund 1200,- € an Tilgung und Zinsen. Da sind alle Bausparverträge, das Anuitätendarlehen und ein Kredit der KfW-Bank drin.
Von diesen 1200,- € sind es mittlerweile allerdings rund 900,- €, die ich tilge, d.h. ich zahle nur noch 300,- € pro Monat Zinsen (~ Miete).
In etwa 6 Jahren werde ich weitestgehend schuldenfrei sein und könnte
die 1200,- € anlegen.
Ein Mieter müsste dann immer noch Miete Zahlen.
Mein Chef hat z.B. vor rund 15 Jahren für seine Wohnung etwa 1300 DM an Miete gezahlt, bezahlt inzwischen allerding etwas über 1000,- €!
Fazit:
Wenn das Objekt OK ist, rechnet es sich langfristig.
Gandalf
Hallo Freddie!
Ist das rentabel?
Gandalf hat schon etwas zur finanziellen Seite beigetragen. Aber: Ist das eigene Dach über dem Kopf - sofern die Finanzierung darstellbar ist - überhaupt eine Frage des Geldes? In einer Mietwohnung bestimmen Fremde über Dein unmittelbares Lebensumfeld. Man muß bei Veränderungswünschen fragen, um Genehmigung bitten, muß sich rechtfertigen. Fremde Leute können kommen, wollen Deine Wohnung besichtigen und etwas verändern. Den liebgewonnenen Baum auf dem Grundstück kann irgendwer einfach umhauen und Du wirst nicht gefragt. Du brauchst eine Genehmigung, wenn Du einen Menschen oder ein Tier bei Dir aufnehmen willst. Irgendeine Dumpfbacke macht Dir Vorschriften, erzählt Dir, wann Du Musik hören und was Du in den Flur stellen darfst oder auch nicht. Du bist abhängig, lebst in fremdem Eigentum. Du zahlst ein Leben lang und Dir gehört nicht einmal der Dreck in den Fugen des Gemäuers.
Du darfst Deine Wohnung nicht mal eben altengerecht herrichten. Du mußt statt dessen ausziehen und ins Altenheim einziehen. Da gehen Zahlerei und Unselbständigkeit weiter, nur noch schlimmer als je zuvor.
Ich denke, beim Wohneigentum springt man mit Renditeüberlegungen viel zu kurz und glatt daneben. Es ist sicherlich eine Mentalitätsfrage, aber mir ist die primitivste Kate mit löcherigem Dach auf eigenem Grund und Boden, wo ich jeden notfalls mit der Doppelläufigen von dannen jagen kann, lieber als die edelste gemietete Behausung.
Gruß
Wolfgang
Ist das rentabel?
Uneingeschränkt JA!
Die besten Geldanlagen sind immer noch, auch was steuerliche Aspekte angeht, (Aktien und) Immobilien. Das Geheimnis liegt in der Inflation: Wer in Sachwerten anlegt, kommt aus der Inflation raus. Geldwertanleger verlieren mit der Inflation, Sachwertanleger gewinnen mit der Inflation. Eigentlich ist es sogar so, daß kluge Sachwertanleger die dummen Geldwertanleger „ausbeuten“, und zwar so: Ein kluger Sachwertanleger mit 20% Eigenkapital nimmt 80% als Kredit auf (gutes Geld von einfachen Sparern) und kauft ein Haus. Dieses nimmt jährlich an Wert zu, und er zahlt die Zinsen und Tilgung des Kredits über Jahre mit „immer weniger wert werdendem“ Geld zurück. Anfänglich (kaufkraftmäßig tatsächliche) 1.000 € monatlicher Schuldendienst sind 10 Jahre später (kaufkraftmäßig) vielleicht nur noch 500 € wert. Wer dann als Sachwertanleger clever ist, sein inziwschen mehr wert gewordenes Haus nachbelastet und dieses Geld als Eigenkapital für den Kauf einer Eigentumswohnung einsetzt, diese dann auch noch vermietet und die Schuldzinsen vom Einkommen und der Steuer absetzen kann, nutzt das Geheimnis und die Wirkungen der Inflation noch mehr aus. Er kann dann im Alter auch noch sein Haus den Kindern mit Enkelkindern „vermieten“ und in die eigenen vier Wände der Eigentumswohnung umziehen.
Wer dagegen brav Gelder mit einem Zins von 4 % anpsart, hat am Ende kaum eine Realrendite, da die durchschnittliche Inflation dies in den letzten Jahrzehnten locker aufgefressen hat.
MfG,
Thomas
Ist das rentabel?
Meine Gedankengänge sind folgende:
Auf der einen Seite habe ich
- ein Guthaben, dass mir Zinsen bringt
- keine Mietzahlung
- einen hohen Gegenwert, wenn ich das geld doch brauche
auf der anderen Seite habe ich
- Kosten für Kreditzinsen
- Kosten für Rücklagen
- Reparaturen
Habt ihr noch Punkte, die ich vergessen habe?
Finanziell gesehen, stehe ich eher schlechter da,
so dass eine Immobilie nicht zur Geldvermehrung oder
Gelderhaltung beiträgt?
Danke für eure meinungen!!!
Gruß
Fred
So ganz uneingeschränkt möchte ich meinen Vorschreibern nicht zustimmen. Zweifelsohne ist die emotionalen Vorteile bei eigengenutzten Immobilien groß…
Rational lebt ein Mieter unter Umständen sorgenfreier und vielleicht auch billiger.
- Die Mieterrechte sind heute so umfassend, dass der Vermieter einem gut informierten Mieter eigentlich nichts mehr kann.
- Wohneigentum ist natürlich immobil und häufig zu groß dimensioniert, „ich kaufe, baue vielleicht ein Zimmer mehr, es kann ja noch Zuwachs kommen.“
- Viele Eigentümer legen sich wirklich quer für ihr Häuschen, verzichten auf Urlaub, schindern, häufig mit Verwandten und Bekannten, an unzähligen Wochenenden und im Urlaub. „Meine Arbeit darf ich nicht rechnen“.
Wenn man diesen Aufwand kapitalisiert und die Sparleistung die hier zwangsweise erbracht wird, auf andere Anlageformen überträgt, ist das Ergebnis m.E. recht offen.
- Man darf auch das Risiko beim Immobilienerwerb nicht unterschätzen.
Ich habe 25% Eigenkapital und investiere den Rest geliehenes Geld.
Das ganze nenne ich Altersvorsorge!
Wenn ich Vergleichbares an der Börse machen würde, würde man mich zurecht Spieler nennen.
Und das das ganze nicht nur die eine Richtung nach oben kennt, siehst du, wenn du die letzten 15 Jahre in Nord- und Ostdeutschland betrachtest.
In der Regel haben Menschen, die in diesem Zeitraum hier Immobilien erbaut oder erworben haben, real Verluste gemacht.
Aber genau wie man bei einem schönen Auto eigentlich gar nicht die wirklichen Kosten genau kennen möchte - ist es bei der eigengenutzten Immobilie.
Deshalb lebe ich auch zufrieden im Eigentum, bin mir aber ziemlich sicher, das es andere rentablere Anlagen gibt.
Gruß n.