Immobilie vor tot überschrieben

guten Tag,

ich habe eine Frage.
Nehmen wir an, ältere Dame wohnt allein in einem Dorf 300km von den nächsten Verwanten entfernt.
Sie besitzt ein kleines Häuschen und versucht schon längere Zeit dies zu verkaufen. Leider ohne Erfolg, worauf hin sie das Haus an ihre Enkel überschreibt mit der bitte es für sie zu verkaufen, um nach erfolgreichem Verkauf endlich in die nähe der Enkel ziehen zu können. Denn die nächste Verwante, ihre einzigste Tochter hat schon seit Jahren keinen Kontakt mehr mit ihr.

nach einiger Zeit sind die Enkel erfolgreich und die Dame kann endlich in die 300km entfernte Großstadt ziehen und in der Nähe ihrer Lieben ihre letzten Jahre verbringen.
Kurze Zeit nach ihrem doch unerwarteten Tod, meldet sich die Tochter per Anwalt und möchte von den Enkelkindern(also ihren eigenen Kindern) das Erbe einfordern. Zu dem Zeitpunkt hört sie das erstemal das das Haus bereits vor 2Jahren verkauft wurde und schickt darauf wieder Post vom Anwalt an ihre Kinder. In diesem Brief fordert sie den Pflichtanteil am Hausverkauf.

Jetzt meine Frage: steht ihr ein Pflichtanteil zu?
Müßen die Kinder ihr alle Unterlagen die den Verkauf betreffen vorlegen? Oder ist die Sache dadurch das das Haus vor dem Tod überschrieben wurde gelaufen?

Würde mich sehr freuen wenn mir jemand Antworten würde

Hallo,

leider ist es so, daß sich manche Verwandte erst dann melden, wenn es was zu holen gibt. Da kenne ich auch ganz schlimme Fälle.

Dennoch ist die Tochter gegenüber der Mutter erbberechtig, mit einem Pflichtteil. Auch wenn das Haus vor dem Tod an die Enkel überschrieben wurde und noch keine 10 Jahre seit der Schenkung bis zum Tod vergangen sind, besteht einen Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen den Erben.
Insofern müssen die Erben wohl auch alle den Verkauf betreffenden Unterlagen offenlegen.
Allerdings ist in einem solchen Fall die Einschaltung eines Anwalts geboten.

Gruß Heinz

Danke für die Antwort.
Mittlerweile wurde auch ein Anwalt von Seiten der Enkel konsultiert. Er sagte ungefähr das gleich…

Aber nun ist noch ein weiteres Puzzelteil in diesem Fall dazu gekommen. die Tochter und ihr Exmann haben vor fast 30 Jahren schon einmal ein Haus mit weit höherem Marktwert von der verstorbenen überschrieben bekommen. und im Notarvertrag zu dieser Schenkung steht das die beiden von allen weitern Pflichtteilen des Erbes ausgeschlossen sind, da sie ja denn größten Teil schon vorab bekommen haben…

Hat nun die Tochter noch ihrgendwelche Ansprüche???
wer weiß rat?

Hi, wenn das ein notarieller Erbverzichtsvertrag ist, dann hat die Tochter keine Ansprüche mehr. Das müsste aber doch auch der, von den Enkeln konsultierte Anwalt wissen!
MfG ramses90

Ich dank auch dir für deine Antwort.

Die Enkel haben erst nach dem Telefonat mit ihrem Anwalt in den Unterlagen der Toten die Schrieftsücke über die Schenkung von vor 30 Jahren gefunden…

Ich hoffe du hast Recht und die Sache hat damit endlich ein Ende :frowning: