Immobilien - überteuert oder nicht ?

Guten Tag,

Dirk Müller ( Mr. Dax ) schrieb in seinem Buch „Craschkurs“, dass ein Immobilienmarkt stabil ist wenn die Immobilien im Schnitt 5.5 mal Jahresgehalt kosten. Die Zahl 5.5 scheint mir für deutsche Verhältnisse ziemlich klein zu sein, daher …

Die erste Frage: kann es vielleicht eine „korrekte“ Zahl für diese Stabilität-Regel ?

Anderseits habe ich die verfügbare Statistik ab 1992 bis 2007 bei https://www-genesis.destatis.de analysiert und die Grundstückpreise für baureifes Land in Grossstätten mit Grundeinkommen eines privaten Haushalts verglichen.
Bis 2002 müsste ein Haushalt für 1000qm Bauland 8,83 Jahre seines Primäreinkommen
Dann im Jahre 2003 passiert ein Phänomen: die Preisen steigen einmalig um unglaubliche 87,25%. Danach ab 2003 bis 2007 muss ein Haushalt im Durchschnitt 12,94 von Jahres-Primäreinkommen bezahlen.

Die Zweite Frage: was war die Ursache für die gewaltige Preis-Steigerung ?

und ….

Dritte Frage: weil der Sprung keineswegs durch gestiegene Kaufkraft zu erklären ist, muss man sich überlegen, ob die merkwürdig angezogene Preise halten können ?

PS: Angesichts der Massenkampagne unter dem Motto „Immobilie: sichere Geldanlage und Altersvorsorge“ frage ich mich wer treibt es voran und warum ist es den so wichtig, ihre Immobilien an die Kleinsparer zu verkaufen! Nach dieser Kalkulation, müssten die Preise mindestens auf das Niveau von 2002 zurückgehen, das macht ein Abschlag von 30%, sogar ohne den Krise-Faktor dazu zu rechnen. Hat sich also da doch eine Spekulationsblase gebildet ?

Moin,

Dirk Müller ( Mr. Dax ) schrieb in seinem Buch „Craschkurs“,
dass ein Immobilienmarkt stabil ist wenn die Immobilien im
Schnitt 5.5 mal Jahresgehalt kosten. Die Zahl 5.5 scheint mir
für deutsche Verhältnisse ziemlich klein zu sein, daher …

diese Zahl mag stimmen, wenn man die durchschnittliche Höhe der Hypothekenzinsen zugrunde legt. Die liegt für die letzten vierzig Jahre bei etwas mehr als sieben Prozent.
Da momentan die Zinsen deutlich niedriger liegen, kann man teurer kaufen. Eigentlich einfach - oder?!
Allerdings sollte man sich unter diesen Umständen die Zinsen so lange wie möglich festschreiben lassen (und deutlich höher tilgen als die gerne angebotenen ein Prozent), sonst kann es z.B. nach zehn Jahren zu einem üblen Erwachen kommen.

Gandalf

Hallo,
vergleichst Du nicht Äpfel mit Birnen?

Der Durchschnitt aller Immobilien sind etwas ganz anderes als Grundstückpreise für baureifes Land in Grossstätten.
Immobilienpreise in Grossstädten steigen schneller, da Nachfrage und Angebot den Preis regeln. Und die Nachfrage in Grossstädten ist einfach grösser als auf dem Land.
Und für Bauland in Grossstädten trifft dies noch viel extremer zu.

MfG

Stimmt teilweise: ich habe die Preise in Grossstätten mit Durchschnittseinkommen Bundesweit verglichen. Sorry für den Fehler.

Aber immer hin bedeutet es nicht, dass man in Grossstätten im 2003 über 80% mehr Geld verdient hatte!

Von dem „Angebot und Nachfrage“ Gerede habe ich auch ziemlich genug. Dies gilt nur für freie, am besten globale, Marktwirtschaft, wo man die Waren auch produzieren kann. Die „Produktion“ von Baugrünstücken ist nicht erlaubt, die Preise diktiert ein „staatlicher Monopol“ kontrolliert und stark beeinflusst durch die Lobby der Klein-Hausbesitzer und Grossvermieter, die keine Interesse daran haben, dass die neue Grundstücke die Konkurrenz machen.

Diese künstliche Verknappung ist stark in das System eingebettet. Es herrscht die Meinung, dass je teuer desto besser. Von gier geblendet vergessen alle, das es sich hier um ein überlebenswichtiges Ressource handelt, genau so wie bei Essen.

Daher eine Frage: warum wurden die Food-Fonds so stark kritisiert, aber die Lebensraum-Fonds nicht ?

Hallo,

Stimmt teilweise: ich habe die Preise in Grossstätten mit
Durchschnittseinkommen Bundesweit verglichen. Sorry für den
Fehler.

Das habe ich gar nicht gemeint, sondern einerseits die 5,5%, die Mr. Dax angibt und andererseits deine Analyse der Preise in Grossstädten. Preise in Grossstädten steigen exorbitant, in ländlichen Gegenden können sie dafür fallen.

Von dem „Angebot und Nachfrage“ Gerede habe ich auch ziemlich
genug. Dies gilt nur für freie, am besten globale,
Marktwirtschaft, wo man die Waren auch produzieren kann. Die
„Produktion“ von Baugrünstücken ist nicht erlaubt, die Preise
diktiert ein „staatlicher Monopol“ kontrolliert und stark
beeinflusst durch die Lobby der Klein-Hausbesitzer und
Grossvermieter, die keine Interesse daran haben, dass die neue
Grundstücke die Konkurrenz machen.

Gebe ich Dir recht. Aber Angebot und Nachfrage gilt trotzdem, auch wenn das nicht zwangsläufig in einen gerechtfertigten oder ausgeglichenen Preis mündet. Aber wenn das Angebot knapp ist, ob jetzt künstlich erzeugt oder nicht, steigen die Preise.

Diese künstliche Verknappung ist stark in das System
eingebettet. Es herrscht die Meinung, dass je teuer desto
besser. Von gier geblendet vergessen alle, das es sich hier um
ein überlebenswichtiges Ressource handelt, genau so wie bei
Essen.

Das wird nicht vergessen, sondern ignoriert. Schliesslich sind Immobilienhändler keine Wohlfahrtsunternehmen. Gewinnmaximierung heisst da das Zauberwort.

MfG

Hi,

ich schließe mich Gandalfs Meinung an.

Der niedrige Zins, gerade ab 2003 hat zu einem verstärkten Nachfrage-Markt geführt. Jetzt konnte sich auf einmal jeder seine Immobilie leisten! Aber das bei gleichem Angebotsvolumen (bez. fallendem). Ergo,… es wird teurer!

Natürlich sind regionale Gegebenheiten zu beachten. Denke an den Osten, dort fallen in einigen Gegenden die Immobilienpreise stark.

Anders herum,… wenn die Zinsen wieder anziehen (und das werden sie!), werden viele der seit 2003 finanzierenden sich ihre Immobilie nicht mehr leisten können. D.h. vermehrtes Angebot bei weniger Nachfrage… Das Ergebnis sollte da vorhersehbar sein.

Grüße
Ralf