Immobilien und die Steuerersparnis

Liebe Wissende,

seit Wochen streite ich mich mit einem Freund über das Thema Immobilien und Steuern. Er ist Experte auf dem Gebiet, ich bin Ottonormalbürger mit Hang dazu alles was ich tue grundsätzlich verstehen zu wollen. Mein Freund sagt: „Miete soweit runter wie der Staat das erlaubt um Steuern zu sparen“. Und diese Aussage leuchtet mir nicht ein. Ich zeige mein Verständnis an einem einfachen Rechenbeispiel:

Meine Immobilie kostet mich mit Krediten, nicht umlagefähigen Nebenkosten und allem Pipapo 4000 Euro im Jahr. Mieteinnahmen drehe ich ganz herunter (75% des Mietspiegels der 7 Euro sei, daher also 5,25 Euro / qm) und habe damit bei 50qm Wohnfläche 4200 Euro Mieteinnahmen. Dann setze ich noch die Afa an, die sei 1000 Euro der Einfachheit halber und ich komme zu folgendem:

Kredite: - 3000
Miete: + 3150
Afa: - 1000

Gesamt: - 850

Ich kann also 850 Euro von meinem zu versteuernden Einkommen abziehen und habe damit bei 40.000 Brutto im Jahr vereinfacht angenommen etwa (ganz grob gerundet) 300 Euro Steuerersparnis, also eine Nettorealbelastung von

Kredite: - 3000
Miete: + 3150
Steuer: + 300

Gesamt: + 450

Jetzt nehme ich meine Variante und nehme 100% des Mietspiegels:

Kredite: - 3000
Miete: + 4200
Afa: - 1000

Gesamt: + 200

Daher muss ich also 200 Euro mehr versteuern, was mich etwa 60 Euro kostet. Damit:

Kredite: - 3000
Miete: + 4200
Steuer: - 60

Gesamt: + 1140

Für mich sind die Zahlen eindeutig. Dennoch bekomme ich meinen Experten nicht überzeugt. Sieht jemand einen Denkfehler von mir? Verstehe ich die Welt falsch :smile:?

Ich danke für jeden Wissenzuwachs im Voraus herzlich!

Viele Grüße
Stefan

Servus Stefan,

der Experte ist betriebsblind. „Steuern sparen“ ist kein sinnvolles Unternehmensziel. Sinnvoller ist es, den Ertrag nach Steuern zu maximieren. Wenn dabei höhere Steuern anfallen als bei einem geringeren Ertrag, tant pis.

Deine Rechnung ist völlig einleuchtend: Wenn ich mit gleichem Aufwand einen Tausender vor Steuern mehr haben kann, sind das allemal noch sechs Hunderter nach Steuern.

Schöne Grüße

MM

Deine Rechnung ist völlig einleuchtend: Wenn ich mit gleichem
Aufwand einen Tausender vor Steuern mehr haben kann, sind das
allemal noch sechs Hunderter nach Steuern.

Ich danke dir Martin für deine Antwort. Zwischenzeitlich hatte ich echt an meinem gesunden Menschenverstand gezweifelt. Na dann mal auf in die nächste Runde mit meinem „Experten“ :smile:

Viele Grüße,
Stefan

Jaja, die sogenannten Experten.

Aber dieses Problem findet man häufiger und nicht nur bei Immobilien. Lieber setzt man tausende Euro in den Sand und hat Verluste statt dass man einen Euro mehr an Steuern zahlt.

Grüße

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