Immobilienerwerb z. Eigennutzung wirtschaftlich ?

Hallo,

trage mich mit dem Gedanken, ein haus oder ne ETW zu erwerben, für mich und die Frau und bis zu 2 Kindern.
Hatte dazu bislang meine feststehende meinung und hatte auch bereits einmal ne neue ETW gekauft und wieder verkauft.

Neu will ich eigentlich nicht wieder kaufen, alleine wegen des Preises. und ein Haus wäre natürlich wegen des Mehrplatzes und dem Preis-Leistugnsverhältnis vorzuziehen.
Rede ich mit Kollegen, so meinen manche, dass letztendlich druch die „dauernden Instandhaltungen“ wie Haustechnik, Fassade, Fenster etc. über die jahre ein Eigenheim nicht zwangsweise günstiger ist.

Das ist meine Frage!
Kann man hier verallgemeinernde Aussagen treffen ?
Woraufkommts wirklich an, damit man den Kauf ner Miete vorziehen sollte !!??

Gruss an euch
Frank

Hallo Frank!

Es gibt Lebenssituationen, in denen man nach vorhandener bzw. nicht vorhandener Liquidität handeln muß. Wenn Du aber wie ein Kaufmann bilanzierst, also Dein Vermögen zu Papier bringst, bildest Du als Mieter überhaupt kein Vermögen durch die Zahlungen für das Dach über dem Kopf. Bei der eigenen Immobilie stehen zunächst dem Haus auf der Aktivseite die Verbindlichkeiten auf der Passivseite gegenüber und beim Bedienen des Darlehens aus laufendem Einkommen verkleinerst Du die Verbindlichkeiten und in Deiner Bilanz wird der Posten Eigenkapital immer größer. Mit anderen Worten: Bei Dir entsteht Vermögen. Als Mieter zahlst Du und bleibst ein armer Teufel.

Die Betrachtung nur des Vermögens springt aber zu kurz. Wenn Du als Mieter in einen Altbau einziehst, ist das ein vergleichsweise billiges Vergnügen. Der Vermieter sorgt dafür, daß das Haus auf dem Standard bleibt, auf dem Du es angemietet hattest. Das pflegt der Standard längst vergangener Zeiten zu sein. Möchtest Du Verbesserungen haben, mußt Du die Verbesserungen in jedem Fall selbst bezahlen. Entweder bittest Du den Vermieter um Genehmigung für selbst durchzuführende Veränderungen oder die Kosten der Maßnahme werden auf nur wenige Jahre verteilt auf die Miete aufgeschlagen. Aber die Kosten- und Vermögensseite hatten wir schon abgehakt, hier geht es darum, daß Du den Vermieter bitten mußt. Du bist nicht frei; Du lebst in fremdem Eigentum. Du mußt Dir gefallen lassen, daß in regelmäßigen Abständen der Eigentümer oder ein von ihm beauftragter Mensch durch Deine Wohnung stiefelt. Als Nutzer fremden Eigentums hast Du zu dulden, wenn andere Leute in Deiner Wohnung irgendwelche Arbeiten für erforderlich halten. Du kannst Dir weder die Art der Ausführung noch die Ausführenden aussuchen. Du kannst Dir auch die Leute, mit denen Du Wand an Wand lebst, nicht aussuchen. Du hast weitgehend hinzunehmen, wie es kommt und wie es andere Leute für richtig halten.

Wesentliche Aspekte von Wohneigentum lassen sich also gar nicht in Geld ausdrücken. Es geht um Lebensqualität. Dabei ist sehr unterschiedlich, was Menschen unter Lebensqualität verstehen. Für manche Menschen bedeutet Eigentum Bindung, Verpflichtung und sie empfinden es als Minderung der Lebensqualität. Andere Menschen kämen nicht damit klar, jemals irgendeinen Verwalter in Belangen ihres privaten Lebensumfelds fragen zu müssen.

Sieht man nur den kurzfristigen finanziellen Aspekt oder kann sich gar keine andere Betrachtung leisten, wird man Wohnraum vermutlich mieten. Abseits finanzieller Erwägungen ist die Entscheidung zwischen Miete und den verschiedenen Spielarten von Wohneigentum im wesentlichen eine Mentalitätsfrage.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

wie Wolfgang schon geschrieben hat, es ist einfach zu kurz gedacht nur monatliche Mietzahlungen gegen monatliche Zinszahlung und Tilgung zu rechnen und die Instandhaltung oben drauf zu schlagen. Natürlich zahlst Du monatlich als Eigenheimbesitzer auf diesem Wege üblicherweise mehr als der Mieter. Nur schaffst Du eben dabei so ganz nebenbei Eigentum, also Vermögen. Dieses zahlt sich in mehrerlei Hinsicht aus. Während der Mieter mit 65 immer noch genau so viel Miete jeden Monat bis an sein Lebensende von seiner ggf. gegenüber den bisherigen Einkünften deutlich geringeren Rente zahlen muss, ist der Eigenheimbesitzer zu diesem Zeitpunkt bei anständiger Planung mit seiner Finanzierung mehr oder weniger durch. Er zahlt dann nur noch Verbrauchskosten und Instandhaltung, hat also mehr von seiner Rente frei verfügbar. Findet der Eigenheimrentner es eine gute Idee, lieber sein Vermögen noch zu Lebzeiten zum persönlichen Lustgewinn auszugeben, kann er das Haus verkaufen, und sich von dem Geld z.B. eine Wohnung in wärmeren Gefilden suchen und den Rest für Reisen ausgeben.

Denkt er an seine Kinder, sorgt er bei Erhalt des Objekts dafür, dass diesen als Erben zu dem Zeitpunkt, wenn für diese der Erwerb einer Immobilie ansteht, ausreichend Kapital zur Verfügung steht.

Aber neben diesen finanziellen Aspekten sehe ich auch noch viele weitere Punkte, die es für den ein oder anderen erstrebenswert erscheinen lassen, ein Eigenheim zu erwerben/zu bauen.

My Home is my Castle gilt eben nicht für die Eigentumswohnung. Da ist man in einer Eigentümergemeinschaft und kann nicht einfach so seine Heizungsanlage austauschen, wenn eine neue viel günstiger im Verbrauch kommt. Da hat man vor der eigenen Wohnungstür gar nichts zu melden, kann nicht mal eben eine Gaube ausbauen, weil die Kinder größer werden und mehr Platz brauchen. Da ist es nichts mit täglichen Grillabenden, wenn das Wetter gerade danach ist. Da muss man deutlich mehr Rücksicht auf seine Mitbewohner nehmen, …

Diese dahinter stehende Lebensqualität ist sicher nicht jedem in jedem dieser Punkte gleich wichtig, und deshalb ist es auch gut und richtig, wenn Leute für sich zu dem Entschluss kommen, eine Wohnung vorzuziehen (wobei ich bei den Meckerern bzgl. der angeblich gleichen Kosten immer den Verdacht der zu hoch hängenden Trauben habe). Ich kenne aber ehrlich gesagt keinen einzigen Eigenheimbesitzer, der die Vorteile seines eigenen Hauses gegenüber einer Wohnung missen wollte. Und daher kommt es sicher nicht von ungefähr, dass trotz der Kostensituation die Neubaugebiete um die Städte ständig wachsen. Und gerade mit Kindern ist ein eigenes Haus einfach unschlagbar.

Gruß vom Wiz

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Hallo Frank,

in etwa fünf bis sechs jahren werde ich meine letzte Rate für mein Haus bezahlen und dann steht mir ein erwähnenswerter Betrag zur freien Verfügung, mit dem ich tun und lassen kann, was ich mag. Bis zur Rente kann ich so, wenn ich denn will, eine stattliche Summe ansparen, oder auf den Kopf hauen.
Als Mieter könnte ich das nicht!

Dann Haus Wohnung

Mein Bruder hat sich eine Eigentumswohnung gekauft und obwohl er es mit sehr netten Miteigentümern zu tun hat, fühlt er sich durch einige Beschlüsse der Eigentümerversammlung eingeengt.
Zudem hat er keinen Garten und nur einen winzigen Balkon.

Nun liegt das in der Lebensplanung eines jeden, ob er/sie auf solche ‚Kleinigkeiten‘ wert legt, für mich war ein großer Garten ein muß.

Ich kann Tiere halten, meine Kinder haben sich ein Baumhaus gebaut, das Dach wurde erneuert und riesige Gauben eingebaut etcpp.
das könnte ich mit ner Eigentumswohnung kaum machen.

Aber wie schon gesagt, da muß jeder seine eigenen Wünsche hinterfragen, was wichtig ist.

Finanziell ist für mich aber der Hauskauf mittelfristig günstiger als Miete zu zahlen.

Gandalf

Hallo Wolfgang,

deine Argumente sind mir natürlich nicht neu.
Dennoch DANKE, denn sie erinnern mich vielleicht doch an das Wesentliche.

WObei ich mich fragen muss, ob (wie du sagst) die Miete letztendlich nicht billiger sein würde.
Denn: vermutlich zahle ich weniger bei Miete, somit kann ich das „Ersparte“ anlegen…und wenn ich dies sinnvoll tue, wächst das Geld schneller als die eigene immobilie am Ende wert sein würde - ist aber unsicher und die Immobilie an sich ist langfristig immer ne gute Anlage (Fehlkäufe ausgenommen).

Denn wenn ich mal geldmäßig trenne, wieviele HUnderttausend Euro ich alleine für den Zins (also nicht die Tilgung) zahle, dann bin ich mir halt nicht mehr so sicher.
ok, wenn mein Geld in den Schuldendienst geht, versteuere ich nicht nochmal, wie ich es bei einer Geldanlage tun würde.

Und ein Vermieter muss modernisieren, ob er aber die entstandenen Kosten auf die Mieter abwälzen kann, ist nicht gesagt, da der Markt die Miete bestimmt.

Derzeit denke ich, dass ich , wenn ich kaufe, einen Mittelweg in der Form gehen will, dass ich vielleicht ein Reihenhaus kaufe, wo ich nicht viel Fassadenfläche (neuer Putz etc) habe und wo eben der eine oder die beiden Nachbarn an mich grenzen und mich so „wärmen“…bzgl. Freiheit ist dies natürlich schon wieder ne Einschränkung, aber das ist es eben.

mit meinen 2000 Euro netto und bald Frau und Kind (Frau verdient vielleicht dann 400 > Euro …) ist bei 100 000 Euro EK auch ein Haus für 200 000 gut tragbar, aber mehr will ich nicht, um mich bzgl. anderer Dinge im Leben nicht zu sehr einzuschränken.

In jedem Fall nochmals DANKE für deine ausführlichen Anregungen, Wolfgang.

Gruss an Dich, Frank

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Hallo Gandalf,
DANKE für deine Antwort !!

mir stellt sich halt auch die Frage, obn ich bis ins Alter warten will, bis ich mein Haus abbezahlt habe, bis ich mir erst was gönnen können will…bzw Geld auf den kopf hauen.
Wer sagt mir, ob ich nicht in 10 jahren an krebs gestorben bin (auch wenn wir sowas immer gerne verdrängen und der grossteil nciht davon betroffen ist).

Natürlich hast Du Recht bzgl. „Kleinigkeiten“…das ist wohl der entscheidende Faktor.
Denn wenn ich das eigene Haus zu schätzen weiss und mir das wichtiger ist, als in Urlaub zu fahren , oder, oder. … dann schränke ich mich gerne ein.

Jedoch ging es mir eher ein wenig darum ,ob ihr Erfahrungen damit habt, ob es manchmal nicht zweifelhaft ist, Eigentum erworben zu haben, wenn ihr seht, was nun wieder die neue Heizung oder die neuen Fenster und das neue Dach gekostet haben…
NUR noch für mein Haus zu sparen, kann halt auch nciht der Sinn des Ganzen sein.

In jedem Fall nochmals Danke für deine Anregung.
Frank

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Ich denke es gibt keine allgemein gültige Aussage, außer vielleicht die Binsenweisheit: Billig gekauft ist besser als teuer gemietet.

  1. Hängt es sicher von der individuellen Lebenssituation ab. Der Erwerb einer Immobilie ist mit Nebenkosten verbunden, so dass ein kurzfristiger Wiederverkauf sicher sehr teuer ist. Man sollte schon für ca. 10 Jahre seine beruflichen Standort sicher kennen.
  2. Ob ETW oder Haus: hängt auch davon ab: Großstadt oder Land, Kinder oder nicht, persönl.Temperament. Wenn man sich in der City einer Stadt wohl fühlt, geht an einer ETW eigentlich kaum ein Weg vorbei.
  3. Wirtschaftlich betrachtet, ist Wohnen im Eigentum m.E in der Regel teurer als Wohnen zur Miete. Häufig lebt man auch ein wenig komfortabler im Eigentum - da wird der Platzbedarf von Anfang an großzügiger dimensioniert; statt Bauhauslaminat kommt vielleicht Echtholzparkett rein und die wenigsten Eigentümer würden sich ins Badezimmer Wasserhähne von ALDI schrauben.(was Vermieter für ihre Mietern schon manchmal für angemessen halten. )
  4. WohneIgentum ist natürlich auch eine Art "Zwangs"sparen. Leuten , denen Geld leicht zwischen den Fingern zerrinnt, bilden so über 30 Jahre Vermögen. Wenn das gleiche Geld konsequent in Wertpapiere investieren würden, hätten sie wahrscheinlich am Ende sogar eine höhere Rendite - aber viele Mieter machen das nicht und „leben“ lieber.

Gruß n.

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Danke Norbert,

ja, so denke ich eben auch,
wenn ich kaufe, will ich „günstig“ kaufen, auch wenn das heisst, später ggf. zu investieren.
Aber ein neubau ist mir zu teuer bzgl. meines einkommens.

ergänzend zu den anderen antworten von mir, ist zu sagen, dass natürlich die zinsen, die man für den kredit zahl mit den mietkosten zu vergleichen sind…und wenn die zinsbelastung nicht höher ist als eine miete, dann gibt es ausser fehlender sicherheit bzgl. standort (Beruf etc) ja echt keinen grund, nicht zu kaufen !
ok, das eigenkapital ist gebunden und ob das (also die immobilie) so ne gute verzinsung hat wie auf dem markt als geldanlage, ist immer die frage…wenn man aber sieht, was ein haus vor 20-30 jahren gekostet hat und was es heute kostet, dann ist es kein fehler in immobilien zu investieren.

das mit der geldanlage ist doch ja aber auch so, ob nach der versteuerung des ertrags wirklich mehr übrig bleibt als der wert, den man durhc das haus hat.

na ja, mal sehen, jedenfalls DANKE für eure infos

gruss
frank


Ich denke es gibt keine allgemein gültige Aussage, außer
vielleicht die Binsenweisheit: Billig gekauft ist besser als
teuer gemietet.

  1. Hängt es sicher von der individuellen Lebenssituation ab.
    Der Erwerb einer Immobilie ist mit Nebenkosten verbunden, so
    dass ein kurzfristiger Wiederverkauf sicher sehr teuer ist.
    Man sollte schon für ca. 10 Jahre seine beruflichen Standort
    sicher kennen.
  2. Ob ETW oder Haus: hängt auch davon ab: Großstadt oder Land,
    Kinder oder nicht, persönl.Temperament. Wenn man sich in der
    City einer Stadt wohl fühlt, geht an einer ETW eigentlich kaum
    ein Weg vorbei.
  3. Wirtschaftlich betrachtet, ist Wohnen im Eigentum m.E in
    der Regel teurer als Wohnen zur Miete. Häufig lebt man auch
    ein wenig komfortabler im Eigentum - da wird der Platzbedarf
    von Anfang an großzügiger dimensioniert; statt Bauhauslaminat
    kommt vielleicht Echtholzparkett rein und die wenigsten
    Eigentümer würden sich ins Badezimmer Wasserhähne von ALDI
    schrauben.(was Vermieter für ihre Mietern schon manchmal für
    angemessen halten. )
  4. WohneIgentum ist natürlich auch eine Art "Zwangs"sparen.
    Leuten , denen Geld leicht zwischen den Fingern zerrinnt,
    bilden so über 30 Jahre Vermögen. Wenn das gleiche Geld
    konsequent in Wertpapiere investieren würden, hätten sie
    wahrscheinlich am Ende sogar eine höhere Rendite - aber viele
    Mieter machen das nicht und „leben“ lieber.

Gruß n.