Immobilienfinanzierung

Hallo Leute,

ich habe heute folgendes Angebot für eine Immobilienfinanzierung gelesen:

zu finanzierender Betrag: 203.625,- Euro
für diese Summe beträgt Ihre jährliche
Kaufrate ca. 10.690,- Euro

abzgl. Eigenheimzul. bei 2 Kindern f. 8 Jahre 2.850,- Euro

somit beträgt ihre jährliche Kaufrate 7.480,- Euro
oder monatlich 635,- Euro

Hypothekendarlehen: 4,25 % nom. Zins für 10 Jahre fest, 100% Auszahlung, zzgl. 1 % anf. Tilgung

So, nun helft mir doch bitte mal:

1.) Was bitte ist eine Kaufrate? Die monatlich zu zahlende Rate kann doch nicht gemeint sein, oder?

2.) Was bedeutet 1 % anf. Tilgung? Heißt das nun, das 1 % vom Darlehenswert pro Monat getilgt wird? Aber dann hätte ich ja nach 10 Jahren schon 120 % getilgt? Oder heißt das, das nur 1 % des monatlichen Ratenbetrags zur Tilgung verwendet wird und der Rest sind Zinsen? Aber dann müssten ja meine Urenkel noch zahlen?

3.) Angenommen, man würde diese Finanzierung so machen, wäre man nach 10 Jahren aber noch nicht fertig, weil sich das rein rechnerisch irgendwie nicht rausgeht. Wie hoch wäre dann die Restschuld noch?

4.) Was bedeutet 1 % ANF. Tilgung? Wird das mehr und wenn ja, wie?

An meinen Fragen merkt ihr sicher schon, dass ich überhaupt keine Ahnung von der Materie habe. Es geht auch nicht um eine akut geplante Finanzierung, aber ich möchte mittelfristig vielleicht was kaufen und würde da schon gerne verstehen, wie die Finanzierung funktioniert.

Bitte tippt eure Antwort schön langsam und mit möglichst wenig Fachlatein, damit ich das auch verstehen kann (GRINS!).

Vielen lieben Dank!

HariBo

Hallo Haribo,

1.) Was bitte ist eine Kaufrate? Die monatlich zu zahlende
Rate kann doch nicht gemeint sein, oder?

Gemeint ist die Jahresrate. Schlecht übrigens, dass hier schon die Förderung berücksichtigt wurde. Macht man, um schlechte Angebote schön zu rechnen.

2.) Was bedeutet 1 % anf. Tilgung?

Bei einem Annuitätendarlehnen verändert sich das Verhältnis Zins - Tilgung im Laufe der Zeit immer mehr zu Gunsten der Tilgung. Bei einer JAHRESTilgung von 1% wäre man ja sonst erst nach 100 Jahren fertig. Bei 4% Zins (die Jahresrate beträgt also 5%) ist man nach etwa 35 Jahren fertig.

3.) Angenommen, man würde diese Finanzierung so machen, wäre
man nach 10 Jahren aber noch nicht fertig, weil sich das rein
rechnerisch irgendwie nicht rausgeht. Wie hoch wäre dann die
Restschuld noch?

Habe gerade keinen Rechner, aber es dürfte noch nicht so viel getilgt sein. Geschätzt 10-15%. Damit sind wir beim Knackpunkt. Die niedrigen Zinsen sind so auszunutzen, dass man eine höchstmögliche Tilgung ansetzt. Wenn man 3% tilgt, entspricht die Rate erst dem langjährigen Zinsdurchschnitt von 7-8%, man ist aber schnell fertig. Wer verliert dabei? Die Bank, nämlich Zinseinkünfte. Wer sagt dem Kunden das also nicht, sondern macht einen auf geringe Monatsbelastung? Genau!

Gruß,
Andreas

Hallo,

wenn ich das Wort Kaufrate höre, dann denke ich doch gleich mal wieder an mein Lieblingsthema gewerblich vermittelter Mietkauf, und winke auch gleich ab. Das sind üblicherweise Modelle in einer gefährlichen Grauzone. Google mal nach Mietkauf. Dann landest Du schnell auf meiner Seite http://www.schott-lemmer.de und kannst dort mehr zum Thema erfahren.

Gruß vom Wiz

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Hallo HariBo,

ein paar antworten hast Du ja schon, deshalb nur noch ein paar Ergänzungen:

  1. Kaufrate ist die pro Jahr zu bezahlende Rate 10.690,- bedeutet Du zahlst EUR 890,83 pro Monat (10 Jahre lang, immer konstant).

  2. 1% Anfangstilgung bedeutet, Du tilgst im ersten Monat 1/12% von EUR 203.625,- = EUR 169,69. Im zweiten Monat ist Deine Schuld (und deswegen Deine Zinsbelastung schon etwas niedriger, wegen der konstanten Monatsrate daher die Tilgung ein paar Cent höher). Deine Tilgung steigt also jeden Monat ein bißchen, monatsgenaue Gutschrift der Raten vorausgesetzt (aufs Kleingedruckte im Vertrag achten!)

  3. Die Restschuld nach 10 Jahren beträgt (wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe) EUR 178.310,78. Du hast also insgesamt EUR 25.573,54 oder 12,56% Deiner Schulden abbezahlt (Gebühren etc. noch nicht berücksichtigt).

  4. Siehe Frage 2.

  5. Die Eigenheimzulage einzukalkulieren halte ich schlicht für fahrlässig.

Was hilft gegen die frustrierenden Rechenergenisse: Tilgen, tilgen und nochmal tilgen.

Gruß
Werner

Moin.
Ich setze mal was anderes drauf.
Tilgung 1 % und nach 10 Jahren schuldenfrei !
Geht nicht, oder ? Bitte mal unter www.akzenta.ag nachschauen. Die Möglichkeiten sind gut.
Gruß aus dem Norden MK

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Akzenta UB als Immobilienfinanzierung

Moin.
Ich setze mal was anderes drauf.
Tilgung 1 % und nach 10 Jahren schuldenfrei !
Geht nicht, oder ? Bitte mal unter www.akzenta.ag nachschauen.
Die Möglichkeiten sind gut.
Gruß aus dem Norden MK

Im Internet findet man schon Immobilienangebote, bei denen die Akzenta UB die Finanzierung wunderbar leicht macht; angeblich akzeptieren sogar Banken und Versicherungen die UB als Eigenkapitalersatz und Finanzierungsinstrument.

Das soll alles funktionieren, nur weil die Anleger am ständig wachsenden Umsatz der Akzenta beteiligt werden!!

Trotzdem wird bestritten, dass die märchenhaft scheinenden Auszahlungen möglich sind, ohne dass sich die Umsätze der Akzenta von Jahr zu Jahr annähernd verdoppeln. Nur deshalb, weil es bislang funktioniert hat.

Akzenta vergleicht sich gerne mit Banken, Bausparkassen, Versicherungen und produzierenden Unternehmen. Aber das ist Akzenta nicht. Was die Kunden tatsächlich bekommen, sind eine hochriskante Unternehmensbeteiligung. Die einen unendlichen Markt voraussetzt und bei der völlig ignoriert wird, dass die prognostizierten Auszahlungen an die Kunden, die sich jedes Jahr verdoppeln sollen, ebenfalls jährlich sich verdoppelnde Umsätze erfordern.

Wer sich mit den oben beschriebenen „Anlagemöglichkeiten“ an Akzenta beteiligt, wird vielleicht anfangs einen geringen Betrag wieder sehen. Aber das Erwachen wird grausam sein. Und wenn man so eine riskante Anlage zur Immobilienfinanzierung einsetzt, weil man die Immobilie ohne das nicht finanzieren kann, dann kann das die Existenz kosten. Man kann nur raten: Finger weg!