Hallo,
wie andere hier schon geschrieben haben: Das Modell der
Tilgungsaussetzung gegen Lebensversicherung ist gut für die
Bank und schlecht für dich.
Gut für die Bank: ja
schlecht für den Kreditnehmer: kommt darauf an, wie sorgfältig durchgerechnet (einschl. Risiko-Abschätzung !)
„Sorgfältig durchgerechnet“ …
Was ist denn daran durchgerechnet ? Die versprochene
Auszahlungsleistung der Versicherung ? Die möglicherweise
überhaupt nicht erreicht wird ?
Bei der Bank ist sowas nie sorgfältig durchgerechnet, kann nur ein Honorarberater oder aber „selbst ist der Mann“ machen.
Momentan haben wir hier in Deutschland recht niedrige
Darlehenszinsen. Wenn die Zinsbindungsfrist deines Darlehens
nach z.B. 10 oder 15 Jahren endet, musst du neu mit der Bank
verhandeln. Was dann für Zinsen genommen werden, ist heute
noch gar nicht bekannt, also kann das überhaupt nicht
durchgerechnet sein !
Deshalb: Zinsbindung = Mindestens LV-Laufzeit und zzgl. Risikoabschätzung, wenn nur der Garantieanteil der LV ausgezahlt wird. Jede zusätzliche Rendite hat halt ein Risiko, es darf einen nur nicht finanziell ruinieren !
Ist das Zinsniveau dann höher, hast du einen vorher nicht
kalkulierbaren Sprung nach oben in deinen Monatsraten oder die
Laufzeit verschiebt sich nach hinten. Dann geht das
„sorgfältig durchgerechnete“ Modell baden und du hast ein
gravierendes Problem.
Wie gesagt: Risikoabschätzung !
Ich glaube kaum, dass dein „Bankberater“
dann noch da ist und dir gnädigerweise die angehäuften
Schulden erlässt.
Wäre toll, ich glaube aber auch nicht mehr an den Weihnachtsmann.
Bei Tilgungsaussetzung bezahlst du über die GESAMTE Laufzeit
NUR Zinsen auf den VOLLEN Darlehensbetrag !
Ist den Kreditnehmern leider nicht immer bewußt.
Bei einem normalen Annuitätendarlehen hingegen wird vom ersten
Monat an getilgt, d.h. die Restschuld sinkt monatlich, die
Zinsen werden nur auf die jeweils noch aktuelle Restschuld
berechnet und der ersparte Zinsanteil wird durch eine höhere
Tilgung ersetzt. Die Monatsrate bleibt gleich.
Wobei dieser Vorteil hauptsächlich zum Tragen kommt, wenn die LV-Tilgung nicht ausreicht.
Ich betreue seit einiger Zeit zwei Kunden, die vor Jahren
vermietete Immobilien bei einer ach so seriösen Bank mit
Tilgungsaussetzung finanziert hatten. Neben der absoluten
Schieflage der Finanzierung ging der Mietgarantiegeber
(geplant?) in Konkurs und es konnten nur deutlich geringere
Mieten als geplant eingenommen werden.
Oha, vermutlich wurde noch eine überhöhte Miete garantiert, die eigentlich nicht haltbar war…
Beide Kunden konnten
nur durch eine Umfinanzierung vor dem drohenden finanziellen
Ruin gerettet werden, hatten aber da bereits für 5 bzw. 10
Jahre sinnlos Zinsen gezahlt, ohne zu Tilgen und die
Restschuld geringer zu kriegen.
Da ging’s wohl nur um’s Steuersparen ?
Denk einfach nochmal nach, bevor du dich über 30 Jahre
vertraglich an irgendwas oder irgendwen bindest und hol dir
ein paar wirklichb unabhängige Meinungen ein !
Finde ich auch. Die Kosten für eine Honorarberatung (x00 €) lohnt sich auf jeden Fall, wobei ich zusätzlich noch dazu tendiere, nur Geschäfte abzuschließen, die ich auch wirklich selbst kapiere (und durchgerechnet habe).
Grüsse
Sven