Immobilienfinanzierungsproblem

Hallo,
mein Lebensgefährte und ich suchen schon seit fast 2 Jahren eine Immobilie. Nun hätten wir „unseren Traum“ gefunden…
Nun hatten wir einen Termin bei unserer Bank und die hat uns leider einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht.
Wir würden gerne 115000,- finanzieren.
Eigenkapital für Nebenkosten (Makler, Notar,etc.) sind vorhanden.
Insgesamt haben wir ein Nettoeinkommen von 2200 ,-.
Angerechnet werden aber nur 1650,-, meines Lebensgefährten (unbefristeter Vertrag),da es sich bei meinem Nettoeinkommen um ein Einkommen ohne festen Arbeitsvertrag handelt.
Der „nette“ Bankexperte hat uns vorgerechnet, dass wir abzüglich aller Kosten für das Haus incl. Nebenkosten jeden Monat ein Plus von 770 Euro hätten, was aber für eine Familie mit 2 Erwachsenen + 1 Kind nicht reichen würde.
Warum müssen die 770,- reichen für ZWEI Erwachsene, wenn mein Nettoeinkommen von 550,- nicht mal minimal miteingerechnet werden.
Wer von Euch hat wertvolle Tipps, wie wir doch noch unseren Traum erreichen können? Denn ob ich mir nun eine Mietwohnung für 600,- kalt leisten kann oder einen Abtrag fürs Eigenheim von ca. 600,- hätten…
Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen.
Freue mich auf Eure Antworten

Hallo,

man könnte jetzt frotzeln, dass die Banken wohl doch aus der Subprime-Krise gelernt haben…

aber im Ernst:
Eigenkapital für die Kaufnebenkosten ist vorhanden, klingt als ob das alles wäre was Ihr erspart habt. Es handelt sich also um eine 100%-Finanzierung, da werden die Banken sehr, sehr vorsichtig. Das geht bei den meisten Banken nur bei wirklich sehr guter Bonität.

Deshalb zwei Tipps:

  1. Rechnet noch mal nach und überlegt es sehr gut ob die Bank nicht etwas recht hat. Wie sicher ist Dein Einkommen wirklich? Wollt und könnt Ihr das Risiko wirklich eingehen? Wenn man die Miete nicht mehr zahlen kann, kann man sich etwas Günstigeres (Kleineres) suchen (auch wenn es schwer fällt). Könnt Ihr die Kreditraten nicht mehr zahlen ist das Haus weg, aber Ihr, darauf könnt Ihr wetten, noch lange nicht schuldenfrei! Zumal bei einer 100%-Finanzierung.

  2. Wenn Ihr absolut sicher seid das stemmen zu können und das unbedingt machen wollt: Sucht Euch eine Bank die mitspielt. Es gibt nicht nur Eure Hausbank! Wenn Ihr keine seriöse Bank findet, die das finanziert, dann ist das Risiko mit Sicherheit tatsächlich zu hoch.

Tut mir leid, wenn das jetzt nicht das war, was Du lesen wolltest, aber es gilt realistisch bleiben.

Gruß
Werner

Zustimmung
Hallo,

ich kann Werner nur in allen Punkten Recht geben. Sehr gute Antwort.

Gruß

Samira

Hallo Werner

Hallo,

man könnte jetzt frotzeln, dass die Banken wohl doch aus der
Subprime-Krise gelernt haben…

Einkommen ohne festen AVertrag und Probezeit wurden von Banken noch nie in die Bonitätsrechnung einbezogen. Ich glaube auch nicht, dass es eine fremde Bank machen wird.

Der Mikesch

Hallo!

Wer von Euch hat wertvolle Tipps, wie wir doch noch unseren
Traum erreichen können? Denn ob ich mir nun eine Mietwohnung
für 600,- kalt leisten kann oder einen Abtrag fürs Eigenheim
von ca. 600,- hätten…

Zusätzlich zu dem, was schon geschrieben wurde: die Nebenkosten für’s Eigenheim liegen aller Wahrscheinlichkeit nach höher als bei der Mietwohnung.
Einerseits durch die vermutlich (?) grössere Fläche und weil es einiges an Ausgaben gibt, die vom Vermieter nicht auf den Mieter umgelegt werden.
Und man braucht noch zusätzlich Rücklagen, falls mal renoviert/repariert oder z.B. die Heizung erneuert werden muss…

Gruss,
Lisa

Hi,

grundsätzlich haben meine Vorschreiber Recht, wenn sie sagen, dass die Finanzierung insgesamt wacklig ist. Alle Banken am Markt werden Dein Einkommen nicht anerkennen.
Du hast 2 Möglichkeiten:

  1. Such Dir einen 400 € Job mit festem Vertrag. nach 3 Monaten kann dieser anerkannt werden. (Dann sieht die Bonitätsrechnung anders aus!)

  2. Du schreibst Lebensgefährte! D.h. nicht verheiratet? Also könnte er die Immoblie auch alleine mit seinem EK finanzieren. Du darfst halt mit dem Kind nicht bei der Bank auftauchen. Auch dann passt die Bonität schon wieder!

Das sollte allerdings wohl bedacht sein, denn wenn wirklich mal das Einkommen sinkt, steht Ihr im Regen. Die Nebenkosten der Immobilie solltet Ihr auch mal bedenken… ebenso wie die Anschaffung eines „neuen“ Gebrauchtwagens, Waschmaschine etc. Auch Urlaub ist u.U. weit,weit weg!

Greetz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Denn ob ich mir nun eine Mietwohnung
für 600,- kalt leisten kann oder einen Abtrag fürs Eigenheim
von ca. 600,- hätten…
Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen.

Hallo,
aus Sicht der Bank ist das ein Riesen-Unterschied. Bei der Miete habt ihr ein Problem, ueberhaupt nicht die Bank, beim Kredit steht das Geld der Bank eventuell im Regen.
Wie waers, wenn ihr so 20 Prozent vom Kaufpreis zusammenspart? Dann gibts weniger Zinssatz bei gleichzeitig weniger Kreditsumme.
Vielleicht gehst Du inzwischen mal zu Versteigerungen, um zu erkennen, wie teuer eine fehlgelaufene Finanzierung werden kann, zb das Haus weg UND noch Schulden so viel wie das halbe Haus, dann aber zum erhoehten Zinssatz.
Gruss helmut