Hallo Sabrina,
für eine Finanzierung gibt es diverse Bausteine: Bankdarlehen, KfW-Darlehen, Bauspardarlehen oder Versicherungsdarlehen. Alle werden über die Hausbank beantragt, die jeweils ein positives Votum abgeben müßte.
Bei Finanzierungen „über den Schornstein hinaus“, wird dies allerdings schwieriger und teurer, als bei Finanzierungen mit Eigenkapital, da hier Zinszuschläge fällig werden.
Grundregel sollte sein, alle Nebenkosten aus Eigenkapital zu zahlen.
Beantragung erfolgt grundsätzlich über die Hausbank, wo auch überprüft werden kann, welche KfW-Programme überhaupt genutzt werden können. Zusätzlich kann hier auch erfragt werden, wie hoch ein maximales Darlehen überhaupt sein darf. Dazu werden Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, Lebenshaltungskosten abgezogen und aus dem verbleibenden Rest ein Darlehensbetrag hochgerechnet.
Bei einem Darlehen von 209 TEUR mit 4% Zins und 1% Tilgung ergibt sich eine mtl. Rate von Euro 870,83.
Allerdings nur für die Dauer der ersten Zinsbindung, also zB 10 Jahre (Restschuld dann ca 183,3 TEUR und somit nur knapp unter dem reinen Kaufpreis). Achtung: Danach kann sich die Rate ändern. Wenn der Zins dann 2% höher ist (was nicht unrealistisch sein dürfte), geht die Rate auf Euro 1.219,17 hoch.
Auch das muß dann noch bezahlbar sein, ansonsten müßte die Immobilie dann verkauft werden.
Sinnvoller wäre es in der aktuellen Niedrigzinsphase eine erhöhte Tilgung zu vereinbaren. Diese kann dann reduziert werden, wenn die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung höher ausfallen. Folge ist, daß die Restschuld dann etwas niedriger ist und die Steigerung der Rate nicht so stark ist. 0,5% Erhöhung halte ich dann aber für zu niedrig, es sollten mindestens 1 bis 1,5% sein (wenn dies vom Darlehensgeber aufgrund der Vollfinanzierung nicht sowieso verlangt wird).
Ggf kann auch Sondertilgung vereinbart werden, um über die rate hinausgehend Rückzahlungen leisten zu können. Ansonsten ist dies nur bei Zinsablauf möglich.
Sinnvoll wäre auch die Verteilung der Zinsabläufe auf verschiedenen Termine. Das Zinsänderungsrisiko wird dadurch etwas verteilt.
Einen kostenfreier Annuitätenrechner zum probieren findet sich zB unter www.annuitaetenrechner.org.
Zu beachten ist, dass bei Annuitätendarlehen die Restschuld nicht gleichmäßig fällt, sondern in den ersten Jahren nur gering und in den letzten Jahren sehr stark. Daher ist bei Deinem Beispiel mit 1% Tilgung die Restsschuld nach 10 Jahren noch ca 183,3 TEUR, nach 20 Jahren noch 145,1 TEUR, nach 30 Jahren noch 88,1 TEUR und nach ca 40 Jahren 0 Euro.
Gleichbleibender Zins vorausgesetzt würden in den 40 Jahren Laufzeit ca 212 TEUR Zinsen fällig und somit mehr als der Darlehensbetrag.
Auch dies ist ein Argument für erhöhte Tilgung.
Ich hoffe etwas weitergeholfen zu ahben.
Gruß
Jürgen