Immobilienkauf - Vollfinanzierung -wie vorgehen?

Hallo,

wir haben geplant, uns „in den nächsten Monaten/Jahren“ ein Haus zu kaufen. Nun haben wir unsere Traumimmobilie doch gefunden.

Wie geht man vor, wenn man sich doch „so kurzfristig“ entschließt, ein Haus zu kaufen?

  1. Worauf muss man beim Hauskauf genau achten (z. B. Wände feucht,…)

  2. Wie geht man bei der Finanzierung vor? Geht man zu möglichst vielen Banken und vergleicht die Angebote? Das nimmt natürlich sehr viel Zeit in Anspruch und könnte den Käufer dazu veranlassen, das Haus an jemanden zu verkaufen, der „schneller“ bezahlen kann, oder?

Wir sind für jeden Hinweis dankbar!

  1. Worauf muss man beim Hauskauf genau achten (z. B. Wände feucht,…)

Lage prüfen, Lage prüfen, Lage prüfen
Objekt prüfen mit Fachmann !!
Preis prüfen
Vertrag prüfen lassen

  1. Wie geht man bei der Finanzierung vor? Geht man zu möglichst vielen Banken und vergleicht die Angebote?

Wenn man sich damit nicht auskennt, wird das zu nichts führen, außer zu gesteigerter Verwirrung. Ich würde zu einem freien Vermittler gehen, aber trotzdem jemanden hinzuziehen, der das schon mal durchgezogen hat.

natürlich sehr viel Zeit in Anspruch und könnte den Käufer
dazu veranlassen, das Haus an jemanden zu verkaufen, der „schneller“ bezahlen kann, oder?

Besser, als überstürzt kaufen.

Hallo,

wir haben geplant, uns „in den nächsten Monaten/Jahren“ ein
Haus zu kaufen. Nun haben wir unsere Traumimmobilie doch
gefunden.

Wie geht man vor, wenn man sich doch „so kurzfristig“
entschließt, ein Haus zu kaufen?

  1. Worauf muss man beim Hauskauf genau achten (z. B. Wände
    feucht,…)

Wenn ein Makler beauftragt wird, vereinbart man im Maklervertrag die Vermittlungsgebühr / Courtage von 2% plus MwsT aus der Kaufpreissumme.
Der Maklervertrag sollte auch beinhalten, dass der Makler dann den Notartermin vereinbart, sich um den neuesten Grundbuchauszug des Verkäufers kümmert sowie einen Notarvertrag besorgt, der dann nur auf die jeweiligen Verhältnisse von Käufer/Verkäufer vereinbart wird.
Im not. Kaufvertrag kann man schon erkennen, was der Käufer oder Verkäufer beachten bzw. bestätigen muss.

Die Lage, Lage, Lage nutzt da wenig, wenn in der Umgebung sich ausländische Mitbürger „in Massen“ niederlassen, senkt dies den Wert der Immobilie.

Besichtigung nur am Tage, niemals im Dunkeln, damit man die sichtbaren Schäden auch sieht. Die Besichtigung vom Keller bis unter das Dach, und dies ist wörtlich gemeint; dem Verkäufer mit dem Besichtigungstermin Zeit geben, damit er alles im Keller so hinräumen kann, dass man auch „hinter Wänden“ sehen kann.
Oftmals werden vor Mängelstellen Schränke, Türe oder Kartons gestapelt.

In den Kellerräumen die "Außen"Wände anfasssen, ob diese feucht sind, Rost auf metallischen Rohrleitungen sind ein Indiz für eintretende Feuchtigkeit.
Man sollte auch den „Eingangsbereich“ von Wasser/Abwasser, Strom und Telefon näher anschauen; oftmals erkennt man hier bereits das Alter der Installationen.
Heizung: bei Ölfeuerung sich Namen und Modellnummer der Heizung notieren und im Internet recherchieren, oftmals sind die Anlagen zu alt oder müssen ggf. aufgrund gesetzlicher Vorschriften „in Kürze“ modernisiert werden, auch auf die Prüfsiegel vom Schornsteinfeger etc. achten.

Über die einzelnen Räume unter das Dach; bei Schrägdach auch über die Steiltreppe unter den Dachfirst; nur dort erkennt man Feuchtigkeit , ggf. veraltete Holzbalken; den Kamin genauer ansehen, ob vom Dach da Wasserspuren erkennbar sind.
Taschenlampe nicht vergessen, weil viele Steildächer selten ein Fenster haben und alles was bei einer Besichtigung hätte erkannt werden können, kann später nicht als „versteckter Mangel“ reklamiert werden.

Wenn das Objekt gekauft werden sollte, vorher sich den Grundbuchauszug übergeben lassen, erst recht, wenn die Immobilie ohne Makler gekauft wird; der Grundbuchauszug sollte „neu“ sein, also nicht älter als 4-6 Wochen. Die im Grundbucheintrag stehenden Belastungen dürfen nicht höher sein als der vereinbarte Kaufpreis; bei Wohnrechten, Zwangsversteigerungsvermerk dann ohne weiteren Berater nichts mehr unternehmen.

Man sollte dann auch einmal bei den direkten Nachbarn läuten und sich als zukünftiger Besitzer vorstellen und einmal so hören, was es zu hören gibt,…

  1. Wie geht man bei der Finanzierung vor?

Wenn kein spezielles Objekt erworben werden soll, sondern nur reine Vorinfo’s kann man über div. Hypothekenbanken im Internet sich einmal über die Zinsen, Laufzeit und max. Beleihungsgrenzen informieren.

Wenn ein Objekt zum Kauf ansteht,.
bittet man die Hausbank um ein Angebot,
den Bausparkassenvertreter um ein Angebot,
evtl. den Versicherungsvertreter, den man kennt, um ein Angebot und dann, wenn man mehrere Angebote hat, kann man über Telefon oder Internet bei den zahlreichen Hypothekenbanken Angebote einholen.

Falls, je nach Familienstand und wirtschaftliche Einkünfte, gibt es evtl. staatl. Zuschüsse von der Lakra, diese müssen über die Hausbank beantragt werden.

Tips:
Baugeld von Versicherungsgesellschaften sind relativ günstig im Zins mit Laufzeiten bis zu 25 Jahren, allerdings wird da i.d.R. nur 60% des Kaufpreises erstrangig finanziert.
Bausparkassen sind ebenfalls günstig im Zins, haben jedoch eine relativ kurze Laufzeit, also relativ hohe Jahrestilgung,…

die Hausbank, falls es Volks- oder Raiffeisenb. sind, sind relativ kulant, auch wenn einmal ein Zahlungsverzug eintritt,…

Geht man zu

möglichst vielen Banken und vergleicht die Angebote?

siehe oben, nein, vorerst wenig Zeit, wenn man die Angebote aus dem Internet nutzt, hier kann man oftmals „unverbindliche“ Finanzierungsunterlagen runterladen ,…
Das nimmt

natürlich sehr viel Zeit in Anspruch und könnte den Käufer
dazu veranlassen, das Haus an jemanden zu verkaufen, der
„schneller“ bezahlen kann, oder?

Eigentlich nicht, man sollte den Notartermin vereinbaren, wenn von einer Bank/Gesellschaft die Finanzierungszusage vorliegt; diese gibt man dem Notar und dann kann bereits der Kaufvertrag vereinbart werden.
Oftmals sind die Häuser ja noch bewohnt,…also braucht das Zeit,…

Schönen Tag noch

Die Lage, Lage, Lage nutzt da wenig, wenn in der Umgebung sich ausländische Mitbürger „in Massen“ niederlassen,

Das soziale Umfeld gehört zur „Lage“ eines Objektes, nicht nur die pure Geographie. Die Lage wird von sehr vielen Faktoren beeinflußt, nicht nur von den Nachbarn. Neuerdings sind auch Funkmasten preisbildend.

1 „Gefällt mir“
  1. Wie geht man bei der Finanzierung vor? Geht man zu
    möglichst vielen Banken und vergleicht die Angebote? Das nimmt
    natürlich sehr viel Zeit in Anspruch und könnte den Käufer
    dazu veranlassen, das Haus an jemanden zu verkaufen, der
    „schneller“ bezahlen kann, oder?

Bevor man sein Traumobjekt kaufen möchte erstmal ein Gespräch mit der Hausbank die die finanzielle Lage des Käufers kennt.
Würde sie überhaupt vollfinanzieren? Bis zu welchem Betrag würde diese Bank finanzieren (erstmal unabhängig davon ob das Kaufobjekt den Preis überhaupt wert ist).
Was nützt es euch wenn ihr euer Traumhaus findet für 300.000€ und keine seriöse Bank finanziert diesen Betrag weil euer Einkommen dazu überhaupt nicht ausreicht?

Wir hatten 2 mögliche Käufer die von der Bank keine Finanzierungszusage bekamen und dann abgesprungen sind aber am Anfang immer felsenfest überzeugt waren: das Geld bekommen wir jederzeit - überhaupt kein Problem.
Beim ersten stand sogar bereits der Notartermin.

Beim Endkäufer haben wir uns dann erst die Finanzierungszusage der Bank geben lassen bevor wir das Haus vom Markt nahmen und einen Notartermin ausgemacht haben.

Dann alles weitere wie die Vorschreiber schon aufgeführt haben.

Grüße
Bröselchen

Zum Objekt: Ich möchte nicht alles wiederholen, was meine Vorgänger hier schon beschrieben haben. Sicher sieht man tagsüber mehr als im dunkeln und die Hinweise zur Heizung finde ich auch sehr wichtig. Auch bei den Wasserrohren (vor allem bei der Warmwasserversorgung - Kalk/Rost) wäre schön, den Zustand von innen zu kennen. Theoretisch kann man das alles prüfen. Ich denke, wenn Sie sich schon ziemlich auf ein Objekt eingeschossen haben, kann man auch die Kosten für einen Gutachter/Bauing. ausgeben, der mal genauer hinsieht. Auch mal an eine Energieberatung denken. Das ist heute und in Zukunft ein wesentlicher Aspekt (Fenster, Heizsystem(e) der Zukunft, Isolation ect). Bei einer Vorauswahl wird das auf Dauer zu teuer, aber wenn Sie Ihr Objekt gefunden zu haben glauben, dann auch die Kosten investieren. Meist wird leider unterschätzt, wie teuer eine Renovierung eines gebrauchten Objektes wird. Diese Kosten brauchen sie aber für eine seriöse Planung vor Objektkauf und Finanzierungsantrag. Also Bauing. und/oder Architekt einbeziehen (je nach Planung)

Zur Finanzierung:

Im Betreff schreiben sie „Vollfinanzierung“. Darauf wird in Ihrer Anfrage nicht näher eingegangen. Was bedeuted das? 100% Fremdfinanzierung oder gar 110% (incl. Nebenkosten) bzw je nach Objektzustand kann die Bank daraus wegen Wertabschägen auch eine 130% Finanzierung machen (geplante Renovierung kann allerdings auch wieder werterhöhend berücksichtigt werden). Also ohne Eigenkapital wird die Sache natürlich schwieriger. Die meisten Banken lehnen das ab. Klar kann man einfach mal die Konditionen im Internet vergleichen, aber vorsicht, gerader beim Beleihungsauslauf (also wieviel % der Kosten Sie finanzieren wollen) wird viel getrickst. Schöne Zinsätze für bis zu 60% oder 80%, aber was bei 100 oder mehr?

Es wird sowieso dann nicht so leicht, eine Bank zu finden, die alles ohne Eigenkapitaleinsatz finanzieren will. Dabei spielt natürlich auch Ihr Einkommen eine Rolle. Sie werden sehen, der Markt ist gar nicht so groß, wie es auf Anhieb aussieht, insbesondere bei Vollfinanzierung. Ich kann auch nur raten, die Volksbanken und Sparkassen vor Ort mit zu berücksichtigen. Das sind nicht immer die günstigsten Anbieter, aber sie sind meist seriös und nach Kalkulation der Gesamtfinanzierung sieht es auch damit oft nicht schlecht aus. Und wie hier schon richtig gesagt wurde, neigt man dort nicht zu Schnellschüssen, bei kleineren Zahlungsproblemen, sondern ist gesprächsbereit im Gegensatz zu manchen anonymen Direktbanken , die sich manchmal erst im Nachhinein als solche herausstellen. Sicher haben die Direktbanken einen Vorteil bei den Konditionen, weil sie Personalkosten sparen, aber gerade wenn sie in Sachen Immobilien und Finanzierung unerfahren sind, ist es nicht schlecht, eine Kompetente Beratung vor Ort zu haben. Schließlich kommt es immer auf den einzelnen Berater an (unabhägig von der Bank) und dann in Kombination natürlich auf ein vernünftiges Angebot.

Ich rate zur Zeit eine möglichst lange Zinsbindung zu wählen um auf Nummer sicher zu gehen, eine langfristig sichere Kalkulationsgrundlage zu haben und die aktuell immer noch historisch gesehen günstigen Zinsen langfristig zu sichern. Es sei denn, sie erwarten in absehbarer Zeit größere Geldsummen, die Sie zur Entschuldung einsetzen können, dann die Zinsbindung darauf abstellen.

Viel Glück wünscht

ikarusfly