Hallo,
wir haben geplant, uns „in den nächsten Monaten/Jahren“ ein
Haus zu kaufen. Nun haben wir unsere Traumimmobilie doch
gefunden.
Wie geht man vor, wenn man sich doch „so kurzfristig“
entschließt, ein Haus zu kaufen?
- Worauf muss man beim Hauskauf genau achten (z. B. Wände
feucht,…)
Wenn ein Makler beauftragt wird, vereinbart man im Maklervertrag die Vermittlungsgebühr / Courtage von 2% plus MwsT aus der Kaufpreissumme.
Der Maklervertrag sollte auch beinhalten, dass der Makler dann den Notartermin vereinbart, sich um den neuesten Grundbuchauszug des Verkäufers kümmert sowie einen Notarvertrag besorgt, der dann nur auf die jeweiligen Verhältnisse von Käufer/Verkäufer vereinbart wird.
Im not. Kaufvertrag kann man schon erkennen, was der Käufer oder Verkäufer beachten bzw. bestätigen muss.
Die Lage, Lage, Lage nutzt da wenig, wenn in der Umgebung sich ausländische Mitbürger „in Massen“ niederlassen, senkt dies den Wert der Immobilie.
Besichtigung nur am Tage, niemals im Dunkeln, damit man die sichtbaren Schäden auch sieht. Die Besichtigung vom Keller bis unter das Dach, und dies ist wörtlich gemeint; dem Verkäufer mit dem Besichtigungstermin Zeit geben, damit er alles im Keller so hinräumen kann, dass man auch „hinter Wänden“ sehen kann.
Oftmals werden vor Mängelstellen Schränke, Türe oder Kartons gestapelt.
In den Kellerräumen die "Außen"Wände anfasssen, ob diese feucht sind, Rost auf metallischen Rohrleitungen sind ein Indiz für eintretende Feuchtigkeit.
Man sollte auch den „Eingangsbereich“ von Wasser/Abwasser, Strom und Telefon näher anschauen; oftmals erkennt man hier bereits das Alter der Installationen.
Heizung: bei Ölfeuerung sich Namen und Modellnummer der Heizung notieren und im Internet recherchieren, oftmals sind die Anlagen zu alt oder müssen ggf. aufgrund gesetzlicher Vorschriften „in Kürze“ modernisiert werden, auch auf die Prüfsiegel vom Schornsteinfeger etc. achten.
Über die einzelnen Räume unter das Dach; bei Schrägdach auch über die Steiltreppe unter den Dachfirst; nur dort erkennt man Feuchtigkeit , ggf. veraltete Holzbalken; den Kamin genauer ansehen, ob vom Dach da Wasserspuren erkennbar sind.
Taschenlampe nicht vergessen, weil viele Steildächer selten ein Fenster haben und alles was bei einer Besichtigung hätte erkannt werden können, kann später nicht als „versteckter Mangel“ reklamiert werden.
Wenn das Objekt gekauft werden sollte, vorher sich den Grundbuchauszug übergeben lassen, erst recht, wenn die Immobilie ohne Makler gekauft wird; der Grundbuchauszug sollte „neu“ sein, also nicht älter als 4-6 Wochen. Die im Grundbucheintrag stehenden Belastungen dürfen nicht höher sein als der vereinbarte Kaufpreis; bei Wohnrechten, Zwangsversteigerungsvermerk dann ohne weiteren Berater nichts mehr unternehmen.
Man sollte dann auch einmal bei den direkten Nachbarn läuten und sich als zukünftiger Besitzer vorstellen und einmal so hören, was es zu hören gibt,…
- Wie geht man bei der Finanzierung vor?
Wenn kein spezielles Objekt erworben werden soll, sondern nur reine Vorinfo’s kann man über div. Hypothekenbanken im Internet sich einmal über die Zinsen, Laufzeit und max. Beleihungsgrenzen informieren.
Wenn ein Objekt zum Kauf ansteht,.
bittet man die Hausbank um ein Angebot,
den Bausparkassenvertreter um ein Angebot,
evtl. den Versicherungsvertreter, den man kennt, um ein Angebot und dann, wenn man mehrere Angebote hat, kann man über Telefon oder Internet bei den zahlreichen Hypothekenbanken Angebote einholen.
Falls, je nach Familienstand und wirtschaftliche Einkünfte, gibt es evtl. staatl. Zuschüsse von der Lakra, diese müssen über die Hausbank beantragt werden.
Tips:
Baugeld von Versicherungsgesellschaften sind relativ günstig im Zins mit Laufzeiten bis zu 25 Jahren, allerdings wird da i.d.R. nur 60% des Kaufpreises erstrangig finanziert.
Bausparkassen sind ebenfalls günstig im Zins, haben jedoch eine relativ kurze Laufzeit, also relativ hohe Jahrestilgung,…
die Hausbank, falls es Volks- oder Raiffeisenb. sind, sind relativ kulant, auch wenn einmal ein Zahlungsverzug eintritt,…
Geht man zu
möglichst vielen Banken und vergleicht die Angebote?
siehe oben, nein, vorerst wenig Zeit, wenn man die Angebote aus dem Internet nutzt, hier kann man oftmals „unverbindliche“ Finanzierungsunterlagen runterladen ,…
Das nimmt
natürlich sehr viel Zeit in Anspruch und könnte den Käufer
dazu veranlassen, das Haus an jemanden zu verkaufen, der
„schneller“ bezahlen kann, oder?
Eigentlich nicht, man sollte den Notartermin vereinbaren, wenn von einer Bank/Gesellschaft die Finanzierungszusage vorliegt; diese gibt man dem Notar und dann kann bereits der Kaufvertrag vereinbart werden.
Oftmals sind die Häuser ja noch bewohnt,…also braucht das Zeit,…
Schönen Tag noch