Immobilienmakler! Euer Einstieg & eure Erfahrungen

Hallo liebe Leute,

habe vor einiger Zeit sowas wie Blut geleckt :wink: was die Immobilienbranche angeht.
Nach einem emailwechsel (zu einem ganz anderen Thema) wurde mir das Angebot gemacht für eine Firma als freiberufliche Immobilienmaklerin tätig zu sein.
Wir hatten ein persönliches Gespräch und es wurden 30% der Courtage vorgeschlagen. Den Rest: Die Dokumente, Visitenkarten und Kosten für Anzeigen würde die Firma übernehmen. So weit so gut.

Habe gleich die Ärmel hoch gekrempelt, Kontakte hergestellt, Objekte besichtigt, fotografiert… das übliche.
Die Fotos als auch Expos habe ich auf CD gebrannt und meiner Ansprechperson ausgehändigt.

Zwar machte er einen ehrlichen Eindruck, aber ich wollte doch schon etwas schriftliches auf der Hand haben. So fragte ich mehrmals nach einem Vertrag damit ich etwas hatte was unsere geschäftliche Beziehung juristisch festhielt. Aber leider fingen da die Probleme an.
er lügte mir das blaue vom Himmel herunter weshalb die nächsten Jahre kein Vertrag zu stande käme. Natürlich musste ich mir vor lachen in die Faust beissen, denn absurder gings ja nicht.

So nahm ich das Branchenbuch in die Hand und rief einpaar Immobilienfirmen an. Sie waren erfreut und boten mir auch gleich Gebietsschutz an. Aber kein Wort über ein persönliches Gespräch oder gar Vertrag.

Direkt selbst eine Maklerfirma eröffnen ist mir momentan viel viel zu teuer. Daher möchte ich zuerst (oder auch für lange Zeit) freiberuflich für eine Immofirma arbeiten.

Sollten hier Makler im Forum sein so würde ich gerne eure Erfahrungen lesen. Wie hat es bei euch angefangen? Hattet ihr bereits bei der ersten Firma ein glückliches Händchen, oder musstet ihr euch erst mit einpaar herum schlagen bis ihr letzendlich eine zufriedenstellende gefunden habt?

Hallo liebe Leute,

Wir hatten ein persönliches Gespräch und es wurden 30% der
Courtage vorgeschlagen. Den Rest: Die Dokumente, Visitenkarten
und Kosten für Anzeigen würde die Firma übernehmen. So weit so
gut.

Das ist so üblich, zu meiner Zeit, als ich damals nach Beendigung der Ausbildung bei einem ortsansässigen Immobilienmakler angefangen habe, gab es eine Staffelung, 25% bis 9.999DM Courtage, 30% bis 14.999 DM Courtage und alles darüber wurde mit 35% vergütet.

Da fragt man sich natürlich irgendwann, wieso man nicht selbständig für 100% arbeitet, die Kosten, die Dir dort abgenomen werden sollten, Visitenkarte, Anzeige usw. sind ja nicht so hoch, mal von einem Büro abgesehen, aber selbst das kann man sich in der Anfangsphase sparen.

Dass sich Maklerunternehmen vor Festanstellungen hüten, ist verständlich, gerade bei Seiteneinsteigern ist das Risiko der Selbstüberschätzung zu hoch, ich würde auch keinen Miarbeiter bezahlen wollen, der nicht mal seine Kosten erwirtschaftet. Die Arbeit als Makler ist nun mal auf Eigeninitiative, also selbständiges Arbeiten ausgelegt, mit Dienst nach Anweisung funktioniert da wenig. Zudem ist es nicht ratsam, Mitarbeiter zu früh zu sättigen!

Objekte besichtigt, fotografiert… das übliche.
Die Fotos als auch Expos habe ich auf CD gebrannt und meiner
Ansprechperson ausgehändigt.

Ja fein, das ist die wichtigste Eigenschaft eines Maklers: Fleiß!!!

Der Job bedeutet ewige Rennerei, Objektaufnahmne, Interessentenbesichtigung, Aquisition, Vertragstermine, da bedarf es, gerade wenn man allein arbeitet, einer gehörigen Portion Selbstdisziplin.

So nahm ich das Branchenbuch in die Hand und rief einpaar
Immobilienfirmen an. Sie waren erfreut und boten mir auch
gleich Gebietsschutz an. :

Lass Dich da mal nicht blenden, Gebietsschutz heißt nur, dass aus der angesprochenen Firma kein anderer Mitarbeiter in Deinem Revier wildert. Bei der Vielzahl der Maklerunternehmen ist dieser Gebietsschutz also gar nichts wert, reine Dampfplauderei und Bauernfängerei, leider branchentypisch!

Klar, die freuen sich immer über Eigeninitiative, aber wieso direkt mit nem Vertrag wedeln? Als freie Mitarbeiterin bist Du auch selbständig, im Moment weiß ich leider nicht genau, ob Du da auch den Gewerbeschein nach §34c vorlegen musst, ich fürchte allerdings ja, der ist zumindest bei uns in Düsseldorf unverschämt teuer.

Es ist äußerst schwer, als Seiteneinsteiger mit seriösen Ambitionen (die kann ich doch bei Dir voraussetzen?) ein ebenso seriöses Unternehmen zu finden, aber als allerersten Rat würde ich Dir auf den Weg geben wollen, ein bis zwei Seminare zum Thema zu besuchen (IHK), damit Du weißt, worum es geht. Es gibt nichts peinlicheres, als vor dem Kunden zu stehen und dessen allgemeinen Fragen nicht beantworten zu können. Worauf begründest Du dann eigentlich Deinen Provisionsanspruch? Nur auf den Nachweis der freien Immobilie? Ok, juristisch mag das angehen, aber reicht Dir das? Dauerhaften Bestand in der Branche wirst Du ohne Kenntnisse nicht haben. Wenigstens Grundzüge des Mietrechts, des Grundbuchrechts und des WEGs müssen Dir vertraut sein, sonst hebst Du Dich nicht von den tausenden Dampfplauderern ab, die den Ruf der Immobilienbranche so ruiniert haben. Zudem ist es sinnvoll, dass Du Dir über Die rechtliche Situation des Maklers bewusst wirst (nicht nur das Recht, Provision zu verlangen, auch die Verpflichtungen, die sich z. B. aus der Makler-und Bauträgerverordnung ergeben). Nie gehört? Um so wichtiger ist der Besuch eines Grundlagenseminars für Dich.

Direkt selbst eine Maklerfirma eröffnen ist mir momentan viel
viel zu teuer. Daher möchte ich zuerst (oder auch für lange
Zeit) freiberuflich für eine Immofirma arbeiten.

Viele Anfänger machen es so, dass sie eine Wohnung (Miete, des schnelleren Erfolges wegen) vermitteln, und danach von der Provision den §34c bezahlen.

Beim der Auswahl des „Arbeitgebers“ ausnahmsweise mal nicht aufs Bauchgefühl hören (war ja nicht besonders erfolgreich bisher), Dich nicht dummschwätzen lassen, vielleicht guckst Du auf die Qualifikationen und Referenzen, die der Betrieb hat.

1000 unbeantwortete Fragen, ich weiß!

Gruß von einem, der schon vor längerer Zeit das Maklergewerbe verlassen hat.

Vielen Dank für deine Antwort.

Das ist so üblich, zu meiner Zeit, als ich damals nach
Beendigung der Ausbildung bei einem ortsansässigen
Immobilienmakler angefangen habe, gab es eine Staffelung, 25%
bis 9.999DM Courtage, 30% bis 14.999 DM Courtage und alles
darüber wurde mit 35% vergütet.

Das habe ich auch nicht beanstandet.
Bin sogar mit dieser Regelung einverstanden. Schliesslich habe ich keine Erfahrungen in dieser Branche.

Da fragt man sich natürlich irgendwann, wieso man nicht
selbständig für 100% arbeitet, die Kosten, die Dir dort
abgenomen werden sollten, Visitenkarte, Anzeige usw. sind ja
nicht so hoch, mal von einem Büro abgesehen, aber selbst das
kann man sich in der Anfangsphase sparen.

Ein Büro wäre das kleinste Übel.
Es ist mir auch klar, dass die Kosten nicht so hoch sind, aber wie gesagt fehlt es mir an Erfahrung weshalb ich gerne in Kooperation mit einer Firma arbeiten möchte.

Dass sich Maklerunternehmen vor Festanstellungen hüten, ist
verständlich, gerade bei Seiteneinsteigern ist das Risiko der
Selbstüberschätzung zu hoch, ich würde auch keinen Miarbeiter
bezahlen wollen, der nicht mal seine Kosten erwirtschaftet.

An einer Festanstellung bin ich auch gar nicht interessiert. Daher habe ich auch immer wieder das Wort freiberuflich erwähnt.
Zumindest aber einen Vertrag über die vereinbarte Provision hätte ich schon gerne in der Tasche.

Ja fein, das ist die wichtigste Eigenschaft eines Maklers:
Fleiß!!!

Ohne jetzt eingebildet rüber zu kommen, aber ich bin fleissig wie ein Bienchen :wink:

Der Job bedeutet ewige Rennerei, Objektaufnahmne,
Interessentenbesichtigung, Aquisition, Vertragstermine, da
bedarf es, gerade wenn man allein arbeitet, einer gehörigen
Portion Selbstdisziplin.

Das hat mir grossen Spass gemacht.

Lass Dich da mal nicht blenden, Gebietsschutz heißt nur, dass
aus der angesprochenen Firma kein anderer Mitarbeiter in
Deinem Revier wildert. Bei der Vielzahl der Maklerunternehmen
ist dieser Gebietsschutz also gar nichts wert, reine
Dampfplauderei und Bauernfängerei, leider branchentypisch!

Das habe ich auch gedacht, weshalb ich ja mein Lachen unterdrücken musste.
Telefonische Zusagen nehme ich kaum ernst. Erst Recht nicht in der Geschäftswelt. Vorausgesetzt sie kommen von Menschen die ich seit Jahren kenne und denen ich vertrauen kann.

Klar, die freuen sich immer über Eigeninitiative, aber wieso
direkt mit nem Vertrag wedeln? Als freie Mitarbeiterin bist Du
auch selbständig, im Moment weiß ich leider nicht genau, ob Du
da auch den Gewerbeschein nach §34c vorlegen musst, ich
fürchte allerdings ja, der ist zumindest bei uns in Düsseldorf
unverschämt teuer.

Bei uns auch :frowning:
Wie bereits oben erwähnt möchte ich mit dem Vertrag meine Provision als auch meine Zugehörigkeit zur Immofirma dokumentiert haben.
Das ich als freie Mitarbeiterin auch selbständig bin ist mir bekannt. Seit 1 Jahr habe ich einen Gewerbeschein für die Lebensmittelbranche.
Der Mitarbeiter vom Finanzamt hat mir versichert, dass es bei ihnen keine Probs gibt solange ich alles angebe. Das einzige wäre das Gewerbeamt wo ich entweder einzusätzliches Gewerbe anmelden oder das andere ab- und das neue anmelden müsste. Aber damit wollte ich erst warten bis die ganze Sache Hand und Fuss hat.

Es ist äußerst schwer, als Seiteneinsteiger mit seriösen
Ambitionen (die kann ich doch bei Dir voraussetzen?) ein
ebenso seriöses Unternehmen zu finden, aber als allerersten
Rat würde ich Dir auf den Weg geben wollen, ein bis zwei
Seminare zum Thema zu besuchen (IHK), damit Du weißt, worum es
geht.

Bisher bieten fast alle Immofirmen diese Schulungen an. Aber danke für den Tip mit der IHK. Werde gleich am Montag dort anrufen und nach Info Material fragen.

Es gibt nichts peinlicheres, als vor dem Kunden zu
stehen und dessen allgemeinen Fragen nicht beantworten zu
können.

Bin zwar keine Juristin habe mich aber (aus eigeninteresse) in den letzten Jahren in Sachen Mietrecht, Grundbuchrecht usw schlau gemacht. Wenn auch nicht klug :smile:

Worauf begründest Du dann eigentlich Deinen
Provisionsanspruch? Nur auf den Nachweis der freien Immobilie?
Ok, juristisch mag das angehen, aber reicht Dir das?

Zu deiner Frage:

Wenn ich nach erfolgreicher Arbeit etwas erfolgreich vermittelt habe und beide Parteien zufrieden die Verträge unterzeichnet haben. Oder habe ich deine Frage missverstanden?

Dauerhaften Bestand in der Branche wirst Du ohne Kenntnisse
nicht haben.

Da gebe ich dir vollkommen Recht. Es ist für mich aber eine Selbstverständlichkeit mich da weiter zu entwickeln. Vorausgesetzt es klappt.
Ansonsten gibt es ja noch fast unzählige Möglichkeiten sich anderweitig zu orientieren.

Zudem ist es
sinnvoll, dass Du Dir über Die rechtliche Situation des
Maklers bewusst wirst (nicht nur das Recht, Provision zu
verlangen, auch die Verpflichtungen, die sich z. B. aus der
Makler-und Bauträgerverordnung ergeben). Nie gehört? Um so
wichtiger ist der Besuch eines Grundlagenseminars für Dich.

Stimmt. Das sind Dinge wo ich mich noch rein knien muss.

Viele Anfänger machen es so, dass sie eine Wohnung (Miete, des
schnelleren Erfolges wegen) vermitteln, und danach von der
Provision den §34c bezahlen.

Das wäre meine nächste Frage gewesen. Aber die hast du ja beantwortet.
Bei uns kostet §34c cirka 600 Euro und ich war mir nicht sicher ob auch die Makler die „lediglich“ im Auftrag einer Immofirma arbeiten diesen Nachweis ebenfalls besitzen müssen. Vielen Dank für die Info.

1000 unbeantwortete Fragen, ich weiß!

Es ist ein grosser Unterschied ob man sich die Infos einfach so aus dem Netz zieht oder die Erfahrungen anderer Menschen liest.

Dein Posting hat mir trotzdem sehr geholfen.

Gruß von einem, der schon vor längerer Zeit das Maklergewerbe
verlassen hat.

Warum hast du dieses Gewerbe verlassen?