Hallo liebe Leute,
plaudert doch mal bitte aus dem Nähkästchen:
Wenn ihr eine neue Eigentumswohnung vom Bauträger gekauft habt, um wieviel konntet ihr den Preis drücken?
Zahlenbeispiele oder Prozentangaben wären traumhaft…
Wer sonst heisse Tipps hat welchen Verhandlungsspielraum es bei Bauträgern gibt darf es gern beitragen…
PS:
Selbstverständlich weiss ich, dass sowas von Ort zu Ort, von Immobilie zu Immobilie schwanken kann, aber ich würde mir wirklich gern mal ein allgemeines Bild machen…
Hallo Paul!
Wenn ihr eine neue :Eigentumswohnung vom :Bauträger gekauft
habt…
Dann ist alles zu spät. Handeln kann man selbstverständlich nur, bevor man Unterschriften leistet. Die Verkäuferbereitschaft, sich beim Preis flexibel zu zeigen, steigt i. a. mit der Zeit des Leerstands. Verkaufspreise haben zuweilen nur wenig mit kaufmännischer Kalkulation zu tun, wenn es etwa um Immobilien in besonderer Lage für horrende Preise geht. Hat sich der Verkäufer bei solchem Objekt in der Marktlage vertan, ist der Spielraum größer als bei einer Wohnung, die schon zum nackten Baupreis angeboten wird. Beim Immo-Handel ist die einzige Regel die, daß es keine gibt.
Vorsicht: Ein zunächst angemessen erscheinender Preis ist nicht alles! Sieh Dir unbedingt die Eigentümerstruktur der Wohnanlage an. Befinden sich zu viele, womöglich sogar die Mehrheit aller Wohnungen in einer Hand, wird Dir die Wohnung nur auf dem Papier gehören und Du hast nichts zu melden, außer zu zahlen, was der Mehrheitseigentümer bestimmt. Bei manchen Eigentümern, die ihre 4 Wände selbst bewohnen, kommt wenig Freude auf, wenn mehrere Wohnungen im Haus nur Vermietobjekte mit häufig wechselnden Mietern sind.
Falls Du eine Wohnung als Geldanlage kaufen willst, laß Dich um Himmels Willen nicht hinreißen, auch nur einem einzigen Wort eines Verkäufers/Prospekts/Bankers/Vermittlers zu Wert und Mieterlös zu glauben. Mach Dir selbst ein Bild. Kaufe nur, was Du selbst beurteilen kannst. Andernfalls kann auch ein auf die Hälfte gedrückter Preis noch viel zu hoch sein.
Gruß
Wolfgang
Vielen Dank Wolfgang,
deine Warnungen sind meiner Erfahrung nach sehr wichtig und man kann sie nicht oft genug aussprechen.
Inhaltlich sind sie mir auch bekannt, darum drehte sich meine Frage eigentlich gar nicht. (bitte nicht missverstehen, ich schätze deine Antwort sehr)
Mich interessiert wirklich wieviel Käufer den Preis einer selbst genutzen Eigentumswohnung gedrückt haben. Selbstverständlich gibt es die, die in einer „Legebatterie“ aus den 60ern oder 70ern oder vielleicht sogar neu entstandenen ein „Schnäppchen“ machen. Die meine ich aber nicht, ich ziele mit meiner Frage auf die ab, die als Beispiel in einer vernünftigen Vorortlage eine ETW in einem z.B. neu errichteten 8 Familienhaus kaufen, zum Eigennutz versteht sich. Stellen wir uns eine Baulücke vor, in die zwei, drei, oder evtl. sogar vier Häuser gebaut werden. Mehr nicht, ich denke nicht an neu errichtete komplette Wohnsiedlungen…
Wie schon ganz oben erwähnt:
Ich weiss das es dafür keine Standardregel gibt, ich möchte mir einfach mal ein Bild machen wie hoch der Spielraum bei anderen war…
Hallo Paul,
darauf gibt es keine Antwort. Die Regel ist aber, dass bei Verkäufen über Bauträger keine Verhandlungen stattfinden, es sei denn, es muss der „Rest“ weg.
Es geschieht, wie im Supermarkt. Der ausgeschriebene Preis wird so akzeptiert.
Man muss aber auch dazu sagen, dass es sehr schwierig ist, erfolgreiche Preisverhandlungen zu führen, ohne den Leistungsumfang zu verändern.
Eine Anmerkung: Man sollte sich vielmehr um andere Dinge kümmern, die Baubeschreibung, den Notarvertrag. Wenn man da mit Sachverstand rangeht, bringt dies letztlich mehr, als um den Kaufpreis zu feilschen. Auch kann passieren, dass man nach erfolgreicher Preisverhandlung eine schlechtere Bauausführung bekommt.
Es gibt natürlich schwarze Schafe in dieser Branche, aber auch solide Unternehmen. Wenn man dann einen gerechten Preis drückt, fällt logischerweise auch das Interesse an erstklassischer Bauausführung. Es ist ein zweischneidiges Schwert.
Passen Sie auf, dass der Slogan „Geiz ist geil“ nicht überzogen wird und dabei viel wichtigere Dinge übersehen werden. Was nützt Ihnen ein Preisvorteil von z.B. 1,5% wenn dann Ihr Objekt einfach nicht fertig wird und Sie die Mehrkosten tragen müssen (Finanzierung und Mietzahlung der aktuellen Wohnung). Beispiele von Problemen beim Bau gibt es alle Woche im Fernsehen. Es ist nur immer wieder komisch, wenn man dann als privater Immobilienkäufer, völlig ohne Fachkenntnis, darauf vertraut: „Mir passiert das nicht“.
Wünsche Ihnen ein glückliches Händchen, eine klare Sicht für die Dinge, Schwerpunkte und Notwendigkeiten.
Mit freundlichen Grüßen
Friedrich Pausch
www.Immobilienratgeber.com
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