Impffeindschaft

Hallo,

ich kenne einen alternativen Gesundheitspostel, der alle Impfungen ablehnt mit der Begründung, dass jede Impfung negative Nebenwirkungen hat.

Ich bin der Meinung, man muss sich nicht präventiv jede Impfung verpassen lassen, die es gibt. Aber ich denke auch, es gibt Situationen, in denen man sich impfen lassen sollte. Und es gibt Krankheiten, die durch Impfung ausgerottet sind; jedenfalls in den Ländern, wo sich jeder die Impfung leisten kann bzw. der Staat sie für jeden bezahlt.

Ich kann aber keine komkreten Besipiele nennen. Wer nennt mir welche?

Grüße
Carsten

Hallo !

Pocken. Soweit ich weiß.
Kinderlähmung/Polio

Grüße !

Moin,

eine Tetanus-Impfung sollte eigentlich jeder haben und auch auffrischen lassen (ca. alle max. 10 Jahre).

Gruß Volker

Hallo,

Pocken. Soweit ich weiß.

dagegen wird seit ca. 1970/75 (genaue Jahreszahl habe ich nicht parat) nicht mehr geimpft!

LG Barbara

Wenn Sie in ein Tropenland oder 3.Weltland fahren und dort Kontakt mit der direkten Umwelt haben, werden Sie sich freuen z.B. eine Gelbfieberimpfung oder sonstiges zu besitzen.
Ein Malariaimpfstoff ist angeblich schon in der Phase 3 Testphase, ich glaube es werden etliche Menschen erfreut sein, wenn dieser auf den Markt kommt. Leider werden die Menschen, die ihn am meisten brauchen (Einheimische) als letztes bekommen, weil dieser teuer sein wird. In erster Linie werden deshalb nur Touristen davon profitieren.
Außerdem vertragen nicht Einheimlische bei Infektion die Malaria weniger als Einheimlische.
Ich glaube, das sind Argumente genug.

Poliomyelitis ist eigentlich auch schon mehr eine Spukgeschichte in unseren Breitengraden. Ich glaube gegen Polio braucht man sich nicht mehr zu impfen, nichtmal wirklich wenn man verreist.

Warum nicht? Weil Pocken ausgerottet sind, oder weil der Impfstoff als schädlich erkannt worden ist?

Grübelt
Carsten

Hi,

weil die Pocken als ausgerottet gelten. Ich bin Jahrgang 73, habe die erste Impfung noch erhalten, die folgenden nicht mehr. Mein Bruder ist ein paar Jahre jünger und wurde gar nciht mehr geimpft. Ich bin aus der DDR und behaupte jetzt mal boshafterweise, dass die bestimmt nicht aufgehört haben, wei lder Impfstoff gefährlich war…

die Franzi

Hallo,

in Deutschland gelten die Pocken als ausgerottet.
1976 wurde die Impfung aus den regulären Vorsorgeimpfungen ausgegliedert.

Die generelle TBC-Impfung wurde 1998 abgeschafft, da die Zahl der jährlichen Erkrankungen
überaus gering geworden ist und die Impfung verhältnismäßig viele Nebenwirkungen und Komplikationen hatte.

Polio (Kinderlähmung) wird in Deutschland noch immer geimpft!
Allerdings wurde die Schluckimpfung abgeschafft - geimpft wird nur noch mit Injektionen.

In den USA gelten die Masern seit einigen Jahren als ausgerottet.

Diphterie gilt in Deutschland als ausgerottet, wird aber weiterhin geimpft,
da sie hochansteckend ist und noch oft aus anderen Ländern eingeschleppt wird.

Die meisten Impfungen sind unbedenklich.
Eltern können die Abstände zwischen den Impfungen vergrößern, wenn sie der Meinung sind dem kindlichen Immunsystem wird zuviel zugemutet.

So z.B. die 6-fach Impfung im 1. Lebensjahr, Masern-Mumps-Röteln im 2. Lebensjahr usw…

Manche Impfung macht zusätzlich Sinn, auch wenn man sich im Inland aufhält.
So z.B. FSME für Leute, die regelmäßig durch bayrische Wälder und Wiesen wandern.

Es gibt religiöse Gemeinschaften, die Medikamente ablehnen, notwendige Operationen und lebensrettende Bluttransfusionen.
Dem kann ich mich nicht anschließen.

Generell alle Impfungen abzulehnen halte ich für ebenso vermessen wie gefährlich.

In allem und jedem liegt ein gewisses Risiko.
Eine Impfung stellt immer ein geringeres Risiko dar als die tatsächliche Erkrankung.

Wer Angst hat vor negativen Nebenwirkungen einer Impfung, sollte sich auch mit den negativen Folgen einer Erkrankung befassen.

Ein Besuch eines schwer geistig behinderten Kindes nach Masern-Enzephalitis kann sehr eindrucksvoll sein.
Immerhin 1 von 1000 Kindern erkrankt an der Enzephalitis, 20% dieser Kinder sterben daran,
40% bleiben danach lebenslang geistig behindert.

Und auch zeugungsunfähige Männer nach Mumpsinfektionen sin interessante Gesprächspartner.
Immerhin 30 von 100 Jungen durchleben Mumps mit einer Hodenbeteiligung.
4 von ihnen sind anschließend für immer zeugungsunfähig.

Es grüßt
Yvisa

Habe die Frage so verstanden, dass nach durch Impfung ausgestorbenen oder in den Griff bekommenen Krankheiten gefragt wird.

Hallo Carsten,

Ich bin der Meinung, man muss sich nicht präventiv jede
Impfung verpassen lassen, die es gibt. Aber ich denke auch, es
gibt Situationen, in denen man sich impfen lassen sollte.

Da bin ich deiner Meinung. Ich möchte nicht gern Tetanus bekommen, weil ich mal an einem rostigen Nagel hängengeblieben bin.

Allerdings denke ich, dass auch solche Impfgegner in der Gesellschaft durchaus nötig sind. Sonst haben wir irgendwann Zustände wie in den USA, wo man Kindern den Schulbesuch verwehrt, weil ihre Eltern Impfgegner sind und sie nicht gegen alle möglichen Kinderkrankheiten impfen lassen. („No shot, no school.“) Das ist meiner Meinung nach ein erheblicher Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen.

Und
es gibt Krankheiten, die durch Impfung ausgerottet sind;
jedenfalls in den Ländern, wo sich jeder die Impfung leisten
kann bzw. der Staat sie für jeden bezahlt.

Die Pocken waren für mehrere Jahrzehnte ausgerottet, weil es eben weltweit eine Impfpflicht gab. Die Impfpflicht wurde dann auch wieder abgeschafft, weil es die Krankheit ja nicht mehr gab.

Allerdings habe ich vor einiger Zeit etwas von neuen Pockenfällen gelesen. Kann mich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern, in welchem Zusammenhang. Vielleicht ging es auch nur darum, dass Al Quaida sich Pocken-Erreger besorgt hat.

Schöne Grüße

Petra

Hallo,

mein Bruder (1966) und ich (1964) sind noch voll durchgeimpft. Der Jüngste (1970) hat noch nichtmal die erste Impfung erhalten.

Abgesetzt wurde die Impfaktion nicht wegen möglicherweise vorkommenden Impfreaktionen (ich bin z.B. nach der ersten Impfung fast hops gegangen), sondern auch in Wessiland wegen der nicht mehr vorhandenen Bedrohung duch Pocken.

LG Barbara

Nachfrage

In den USA gelten die Masern seit einigen Jahren als
ausgerottet.

Huhu!

Das find ich ja interessant! Schließlich ist das hier so eine Krankheit, die gefühlt(!) jedes dritte Kind mal durchmacht. Magst du erklären, was „gelten“ in diesem Zusammenhang heißt? Also sagt das so der Volksmund oder eine Gesundheitsorganisation (glaubwürdig oder als „Propaganda“)?

Kann ich da irgendwo was -nicht zu fachwissenschaftliches- nachlesen?

Liebe Grüße
Lockenlicht

Hallo Carsten,

es gab eine sehr gute Sendung zum Thema bei Quarks & Co. hier findest Du die Inhalte: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2007/1…

Viele Grüße
Eve*

Hallo!

Dass sehe ich nicht ganz so:

Wenn ein Kind nicht geimpft ist, birgt dass die Gefahr, dass es sich eben diese Krankheit einfängt und diese wieder verbreitet wird. So wie du es mit dem Bsp Pocken auch angibst.

Daher ist „Impfgegner sein“ nicht einfach ein Recht auf Selbsbestimmmung für mich, da ich damit andere uU gefährde.

lg
Alex

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Hallo,

sieh mal hier unter Amerika:

http://de.wikipedia.org/wiki/Masern

2011 gab es in den USA 25 bestätigte Masernfälle, 2012 gab es 200 Masernfälle.

Die meisten Erkrankungen sind auf Auslandsbesuche bzw. Ansteckung durch Ausländer zurückzuführen.

Bei etwa 315 Millionen Einwohnern ist die Zahl der Erkrankungen so verschwindend gering, das die Masern als ausgerottet gelten.

Es grüßt
Yvisa

Hi

Impfungen können Leben retten, das gilt für Standardimpfungen (Diphterie hier, oder Gelbfieber auf Reisen) aber auch für die Spezialimpfungen.

Tollwut z.B. ist eine Krankheit bei der die Chancen ohne Impfung schon sehr schlecht sind, ohne Therapie ist die Überlebenschance nach zwei Tagen aber schon kaum noch nennenswert.

So eine Krankheit möchte doch niemand bekommen, da ist eine Impfung auf jeden Fall sinnvoll, denn Tollwut wird nicht mal eben ausgeschwitzt.

lg
Kate