Impingement Stadium 3

hallo liebe Experten

seit einem Jahr besteht eine schmerzhafte Schultersteife, der Arm läßt sich seitlich nur noch 30° anheben, auch passiv nicht weiter.
Jetzt wurde durch MRT ein Impingement Stadium 3 mit einer bursalseitigen Teilruptur der Supraspinatussehne festgestellt.

Gibt es nur die Möglichkeit das durch eine OP zu verbessern oder besteht die Möglichkeit anderer nicht operativer Verfahren?

Falls operiert werden muss, wie lange dauert es bis der Arm wieder voll funktionsfähig ist?

Ich ziehe mich ein wenig vor der OP weil ich schon oft operiert (Bandscheibe, Knie) wurde und nachher oft mehr Probleme hatte als vorher, daher wäre ich an eurer Meinung sehr interessiert.

viele Grüße

Schiwa

hallo!

wenn du deinen arm seitlich anhebst dann verhindert der supraspinatus
zusammen mit seinen beiden kollegen dass der oberarmkopf an einen
teil des schulterblattes knallt.
sollte der muskel ausfallen dann ist es entscheidend wie gut die
anderen beiden noch sind-getreu dem motto „gemeinsam sind wir stark“.
:wink:)

wichtig ist auch noch in welcher verfassung sich dein schulterblatt
als solches befindet, d.h. wie ist seine stellung „im raum“ (bezogen
auf deinen oberkörper als ausgangspunkt).

man kann sowas schon versuchen durch muskuläre kontrolle in den griff
zu kriegen-das erfordert allerdings drei ingredienzen:

  1. einen therapueten der biomechanisch denken kann (auf lebende
    personen bezogen, d.h. nicht aus einem anatomiebuch für tote raus;
    nach diesen büchern hebt nämlich der supraspinatus den arm an-wurde
    durch EMG und selektive betäubungen schon lange widerlegt).

  2. einen arzt der gerne rezepte verschreibt

  3. einem patienten mit eisernem willen. :wink:) ohne massiven (!!!)
    eigeneinsatz kannst du es komplett vergessen. so ein fall wäre schön
    durch einsatz von tape zu beschleunigen bzw. vereinfachen. zahlt aber
    die kasse nicht-müsste man halt 10 euro selber zulegen.

die op ist-wenn gut gemacht eine feine sache. die nachbehandlung ist
ziemlich ähnlich zu dem oben beschriebenen; das alleine würde für
mich ausreichen es erst konservativ zu versuchen. das hängt aber wie
gesagt von den umständen des gesundheitssystems ab.
dauer (bis arm wieder funktioniert): ca. 6 wochen.

tschüss

matthias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Schiwa,

wenn die Beschwerden seit 1 Jahr bestehen, würde ich dringend zu einer OP raten. Diese kann sehr gut ambulant durchgeführt werden (so lange keine z.B. cardialen Risiken bestehen) und am Nachmittag bist Du wieder zu Hause. Bei einer noch maximalen Abduktion/Elevation von 30° besteht weiterhin die Gefahr einer Fibrose der Kaspel, so dass diese erst durch eine Narkosemobilisation gängig gemacht werden muß (d.h. auf Deutsch, dass die Gelenkkapsel verklebt und als solche die Bewegung der Schulter einschränkt).
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines weiteren Einrisses oder sogar der kompletten Ruptur der Supraspinatussehne.
Weitere Informationen findest Du z.B. unter http://www.ingenhoven.de

Gruß, Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Jürgen, hallo Matthias

vielen Dank für eure Antworten und den informativen Link :smile:

Im MRT war zu sehen das die Sehne durch das Schulterdach unterbrochen wird, also einklemmt und daher nicht mehr ordentlich bewegt werden kann, Grund für den Riss in der Sehne durch scheuern.
Wenn das also ein mechanisches Problem ist…hhmm… wird man das dann nur durch Mechanik (OP) wieder wegbekommen denk ich mal, oder?
naja, Matthias, das mit dem eisernen Willen, ich glaub da muss ich noch dran üben, leider…

Naja, da kann man wohl nix machen *gg*

Danke und Gruß

Schiwa

Hallo Schiwa,

so ist es (leider)…das sog. „Impingement-Syndrom“ oder „Schulter-Engpaß-Snydrom“ resultiert aus einer Verschmälerung des sog. Subacromialraumes, in dem sich die Supraspinatussehne beim seitlichen Heben des Armes bewegt. Operativ wird nun u.a. ein wenig vom Knochen weggefräst (keine Angst, es bleibt noch genug übrig, so dass ein evtl. Schulterklaps nicht in einem Desaster endet) und ggf. vorhandene Kalkdepots entleert. Der Eingriff dauert ca. 45 Minuten und ist-wie bereits gesagt- ambulant möglich.

Gruß, Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo schiwa,

ich bin vor 7 wochen operiert worden. hatte vorher genau wie du ca. 12 monate gewartet bzw. viel zu spät mit der therapie angefangen (obwohl ich es gewußt habe, weil vor 3 jahren die andere schulter betroffen war und ich auch noch vom fach bin).
mein rat an dich wäre, zuerst eine mobilisation in narkose und intensive, ich wiederhole-intensive!! krankengymnastik. nicht nur beim therapeuten, sondern auch zu hause, und das mehrmals täglich (5 minuten reichen). operieren kann man immer noch.
wenn operiert werden muß, es kann sein, dass sogar sehnen genäht werden müssen-was den ganzen heilungsprozess nochmals verlängert- brauchst du sehr viel geduld. ohne sehnennähte kannst du dich auf mindestens 3 monate einstellen, aus erfahrung aber eher auf 5 monate.
die frage , ob die sehne(n) genäht werden müssen,läßt sich erst während der operation beurteilen. solange nicht mehr als 30-35% der sehne gerissen ist, wird wohl eher nicht genäht.
mfg und alles gute
eddie