Implantat

Hallo,

ich habe schon etwas über Zahnimplantate gelesen, dazu eine Frage. Ich bin ehrenamtlicher Betreuer für einen blinden Menschen. Er möchte jetzt Implantate, und ich frage mich, ob er in der Lage ist, die erforderliche Zahnhygiene durchzuführen. Er leidet zur Zeit unter einer massiven Paradontose, und ich frage mich, ob das bei Implantaten besser wird.

Gruß

Andreas

Hallo,
eine mangelhafte Mundhygiene ist auf jeden fall eine Kontraindikation für ein Implantat. Bei einem Patienten der es ändern könnte würde man zuerst versuchen im die richtigen Mundhygienemaßnahmen beizubringen und bei besserung der Situation ein Implantat in erwähgung ziehen. Ich weiss nicht wie das bei ihrem bekannten ist, ob er das noch erlernen kann? Aber bei einer chronischen Parodontitis wird wahrscheinlich kein ZA ein Implantat setzten da die Gefahr einfach zu hoch ist.Immerhin wird es ja wie der Name sagt „eingepflanzt“ und muss auch erst abheilen.

Hallo,

kann nur dem Anwortschreiber recht geben… Die Frage ist wirklich ob er sich das erlernen kann eine bessere Mundhygiene zu haben. Für Implantate ist eine sehr gute Mundhygiene wichtig. Bei einer schweren Parodontose stellt sich die Frage ob man wirklich Implantate einsetzen kann dass muss ein Chirurg entscheiden und ein spezielles Röntgenbild machen ob der Knochen überhaupt noch was hergibt für eine Implantation.

Gruß Hanna

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Servus Andreas,

als Betreuer dieses Patienten steckst Du jetzt im Dilemma:

  • Du liest hier die richtige Behauptung, daß das Vorhandensein einer ‚massiven Paradontose‘ eine Kontraindikation für Implantate darstelle. Dazu ein paar Fragen:
    Raucht der Patient? Wenn ja - absolute Kontraindikation für Implantate!
    Wie sieht es mit einem Diabetes aus? Relative Kontraindikation.

Ist die ‚Paradontose‘ (richtig ‚Parodontitis‘) kompetent diagnostiziert worden?
Wurde ein sog. PA-Status erstellt?
Welche systematischen Prophylaxemaßnahmen und Therapien wurden vorgenommen?
Gibt es Angebote zur ‚professionellen Zahnreinigung‘, wurden diese angenommen?

All diese Fragen sind für den Betreuten sehr wichtig, egal ob er Implantate bekommen-, oder ‚nur‘ seine restlichen Zähne möglichst lange behalten will.

Dann erst:

Warum will er Implantate. Hat er schon Zahnersatz? Festsitzend oder herausnehmbar? Will er überhaupt tatsächlich Implantate, oder will sein Zahnarzt Implantate einsetzen?

Ein Wort zur Hygiene: Implantate brauchen mehr- und intensivere Mundhygiene als natürliche Zähne. Immerhin sind die Zähne evolutionär für das Überleben im Mund optimiert, Implantate gibt es erst seit etwas mehr als einer Generation. Ich bin aber fest davon überzeugt, daß ein blinder Mensch BESSERE Voraussetzungen für eine gute Mundhygiene mitbringt, als ein sehender. Das bißchen, was man beim Putzen von den Zähnen sieht, ist lächerlich. Man ist auf sein Gefühl, auf seine räumliche Orientierungsfähigkeit und auf seine Konzentrationsfähigkeit angewiesen. Auf all diesen Gebieten sind Blinde uns haushoch überlegen.

Mein Rat: Wenn die Kaufähigkeit nicht bereits deutlich eingeschränkt ist, sollten Überlegungen zu Zahnersatz (mit-, oder ohne Implantate) zurückgestellt werden. Aller Eifer sollte sich auf die verschiedenen Formen der Zahnerhaltung richten. Dazu gehört die Versorgung kariöser Zaähne genauso, wie das Stoppen der Parodontitis. Letzteres macht - unter Anleitung und Assistenz durch das Praxisteam DER PATIENT SELBST!

Wenn hier eine Stabilisierung eintritt, müßte bewertet werden, ob die vorhandenen Zähne ausreichen, ob die Funktion durch zahnärztliche Maßnahmen verbessert werden kann und soll. Ein - relativ unwichtiges -Einzelkapitel (Implantate - ja, oder nein) herauszugreifen, geht angesichts der bedrohlichen Situation (Parodontitis) jetzt wohl am Bedarf des Patienten vorbei.

Kai

Hallo,

… : und ich frage mich, ob

er in der Lage ist, die erforderliche Zahnhygiene
durchzuführen.

Dann mach das doch erst mal zuende. Finde es heraus, bzw. nimm Einfluss in dieser Richtung/Zahnsteinentfernung usw.
Solange die eigenen Zähne noch nicht herausgefallen sind, können sowieso keine neuen rein.

Implantate wurde als wesentliche Verbesserung/unproblematisch gegenüber Kunststoff-Vollprothese dargestellt, vielleicht möchte er deshalb.
Ich denke aber auch, Zahnbürste tasten und mit Zahncreme anwenden sollte kein Problem sein.
Vielleicht hat er irgendwie keine richtige Lust(Motivation) und möchte das umschreiben.

MfG
Matthias

Hallo,

allen Antwortenden ein dickes Dankeschön !

Grade die Fragen von Kai machen ein Beurteilung nicht leichter. Mein Betreuter ist leider nichts so reichlich mit den Gaben des Heiligen Geistes gesegnet, er ist etwas einfach strukturiert.

Leider habe ich alle Angaben nur aus zweiter Hand. Danach hat der vorbehandelnde Zahnarzt wohl zwei Zähne gezogen, weil sie so wackelten. Angeblich aufgrund der Paradontitis. Eine entsprechende Paradontose-Behandlung sei nicht erfolgt. Die Betreuerin des Behindertenheimes war den Meinung, dass das doch nicht sein kann, und ist mit meinem Betreuten zu ihrem Zahnarzt gegangen.

Zu Kai’s Fragen:

Der Pat. raucht nicht.
Es besteht kein Diabetes.
Diagnose PA, Status, Prophylaxe/Therapie ? Keine Ahnung, leider, ich werde mich erkundigen.

Beste Grüße,

Andreas