Implantate

Hallo liebe Wissenden,

mein lieb Mütterlein (72) hat inzwischen praktisch ein Vollgebiss. Unten ist wohl noch ein einsames Zähnchen vorhanden um die Prothese zu halten.

Selbstverständlich ist die Haltbarkeit der Prothese so schwierig wie bei allen Leuten mit Vollprothesen.

Die Zahnärztin hat meiner Mutter zu Implantaten (nicht alle nur zum Halten der Prothese) geraten.

Das Problem ist a) die hohen Kosten und b) die Frage ob es überhaupt Sinn macht Implantate zu setzen, da sie bereits unter Knochenschwund im Kiefer leidet.

Wird der Kieferknochen nicht weiter zurückgehen und dann auch die Haltbarkeit der Implantate gefährdet sein?

Gruß
Nita

Hallo nita!

Stört deine Mama der Jetztzustand oder kommt sie mit ihrem Zahnersatz gut zurecht? Bei älteren Leuten ist das Dank der Gewöhnung meist kein Problem.
Bei Implantaten ist generell eine supergute Zahnpflege anzuraten. Sonst droht der Verlust der Implantate nach kurzer Zeit. Dann kann auch die neue Zahnprothese nicht mehr verwendet werden. Ist deine Mutter noch so rüstig oder hat sie motorische Probleme? Als Alternative könnte sie ja des öfteren auch beim Zahnarzt vorbeischauen und sich dort regelmäßig alles gründlich saubermachen lassen, ist aber wieder mit Kosten verbunden.
Dann ist die Frage, ob deine Mama irgendwelche Medikamente nimmt oder Krankheiten hat (Diabetes etc), die sich nachteilig auf das Einheilen der Implantate auswirken könnten. In diesem Alter (ich weiß ja nicht, wie rüstig deine Mutter noch ist) ist aber eine solche OP auf jeden Fall zumindest „anstrengend“, mit der Anästhesie, den Post-operativen Beschwerden und der EInheilzeit usw.
Mein Rat: Wenn deine Mutter mit ihrer jetzigen Situation zurechtkommt, würde ich nicht zu Implantaten raten.

Grüße

Kay

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Wird der Kieferknochen nicht weiter zurückgehen und dann auch
die Haltbarkeit der Implantate gefährdet sein?

Gruß
Nita

Servus Nita,
in Übersichtsaufnahmen zahnloser Kiefer (besonders Unterkiefer) mit Implantaten kann man immer wieder eine scheinbar erstaunliche Feststellung machen: in der Nachbarschaft der Implantate findet sich ein wesentlich höheres Knochenniveau als in den zahnlosen Abschnitten. Der Grund: der Körper sorgt in jenen Gebieten für Knochen, wo es gilt, eingeleiteten Kräften eine Basis zu bieten. Wenn Deine Mutter Nichtraucherin ist und keinen uneingestellten Diabetes hat, kann wahrscheinlich mit 2 (besser 4) Implantaten und einem Steg eine dramatische Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden.
Ich habe, gerade bei Menschen um die 70 und älter, allerdings immer wieder erlebt, daß die hohen Kosten auch dann ein Hindernis waren, wenn das Geld da war, oder beschafft werden konnte. Das hat wohl etwas mit der (Nach)kriegsgeneration zu tun und der Tatsache, das man für sich - als Frau zumal - keine 'Luxus’ausgaben macht. Wenn man allerdings bedenkt, welchen Stellenwert das Essen bei alten Menschen als verbliebener Lustspender besitzen kann, sollte man ihnen Mut machen, ihr Geld von der ‚hohen Kante‘ zu holen. Die Implantologen haben selbst bei Osteoporotikern erstaunlich gute und nachhaltige Erfolge mit dieser Art der Versorgung.
Kai

Hallo nita!

Hallo,

Stört deine Mama der Jetztzustand oder kommt sie mit ihrem
Zahnersatz gut zurecht? Bei älteren Leuten ist das Dank der
Gewöhnung meist kein Problem.

Ja, sie hat Probleme mit der Prothese und muss diese dauernd richten lassen etc. Unterfütterung rein, Unterfütterung raus, dieses, jenes, welches.

Bei Implantaten ist generell eine supergute Zahnpflege
anzuraten. Sonst droht der Verlust der Implantate nach kurzer
Zeit. Dann kann auch die neue Zahnprothese nicht mehr
verwendet werden. Ist deine Mutter noch so rüstig oder hat sie
motorische Probleme?

Meine Mutter ist so rüstig wie jemand der Montags zum Krafttraining und zum Tanzen, Dienstags zum Schwimmen, Mittwochs wieder zum Training und zum Tanzen, Donnerstags zum Singen und Freitags zum Auftrag mit der Tanzgruppe geht. :smile:)

Als Alternative könnte sie ja des öfteren

auch beim Zahnarzt vorbeischauen und sich dort regelmäßig
alles gründlich saubermachen lassen, ist aber wieder mit
Kosten verbunden.

Ja, das ist es. Aber das wird schon gehen.

Dann ist die Frage, ob deine Mama irgendwelche Medikamente
nimmt oder Krankheiten hat (Diabetes etc), die sich nachteilig
auf das Einheilen der Implantate auswirken könnten. In diesem
Alter (ich weiß ja nicht, wie rüstig deine Mutter noch ist)
ist aber eine solche OP auf jeden Fall zumindest
„anstrengend“, mit der Anästhesie, den Post-operativen
Beschwerden und der EInheilzeit usw.
Mein Rat: Wenn deine Mutter mit ihrer jetzigen Situation
zurechtkommt, würde ich nicht zu Implantaten raten.

Danke für deinen Rat. Wie gesagt sie würde überhaupt nicht darüber nachdenken, wenn nicht die Empfehlung der Zahnärztin dahinginge da meine Mutter dauernd irgendwas hat. Medikamente ja (Allergisches chronisches Asthma), Diabetes nein. Dies alles wird natürlich berücksichtigt. Heilfleisch insgesamt sehr gut, vor zwei Jahren Riesen-OP (Galle) und flugs wieder alles heile.

Meine Frage ging ja auch eher in Richtung Knochenschwund, der aber wohl auch nicht irgendwie krankhaft ist, sondern mit dem Verlust der Zähne einherging.

Gruß
Nita

Hallo Kai,

danke für deinen Rat. Lustig, das zwei Kai(y)s hier zwei so gegensätzliche Meinungen schreiben!

Inzwischen habe ich meiner Mutter ebenfalls den Rat gegeben den Sparstrumpf zu lockern (leider ist da nicht soviel drin, wie es bräuchte, Mama ist sehr reiselustig) bzw. den Kleinkredit nochmal aufzustocken.

Siehe mein Posting an Kay: Keine Diabetes, nur Multi-Hyperallergien.

Wir werden sehen, ich glaube sie ist soweit überzeugt und wird die Sache in Angriff nehmen. Drückt mal die Daumen, dass das dann auch gut wird sonst killt sie mich.

Gruß
Nita

Ich habe, gerade bei Menschen um die 70 und älter, allerdings
immer wieder erlebt, daß die hohen Kosten auch dann ein
Hindernis waren, wenn das Geld da war, oder beschafft werden
konnte. Das hat wohl etwas mit der (Nach)kriegsgeneration zu
tun und der Tatsache, das man für sich - als Frau zumal -
keine 'Luxus’ausgaben macht.

Das hat mit „Krieg“ nichts zu tun sondern ist Charaktersache und auch Erziehungssache. Es hat mit der eigenen Einstellung zum Körper und auch mit Lustfeindlichkeit zu tun. Ich selber kenne Leute aus der beschriebenen Generation, die aber noch um einen Zacken schlimmere Dinge im Zweiten Weltkrieg er- und überleben mußten als „nur“ einen Krieg, und die aber umso mehr heute ihr Leben genießen. Schönheits-OPs bei Achzigjährigen, Implantate - alles inklusive. Sie haben es wirklich verdient! Knausrigkeit ist eine ekelhafte Charakterschwäche, die selbstzerstörerisch ist.

Gruß
d.