Implantate ?

Moin moin,

kann hier jemand über Implantate mit eigenen Erfahrungen berichten ? Welche sind „die Besten“?
Gibts ne Altersgrenze ? Wie bei paradontose ? Bei Pressern und Knirschern ?
Eben die ganze Bandbreite der Pros und Cons.
Danke vorab
sm

Hallo Sampleman,
durch die kaum zu beschreibende „KUNST“ meiner vorherigen Zahnärztin war ich gezwungen, mich mit dem Problem Zahnersatz (2 Backenzähne unten) auseinanderzusetzen. Es gab zwei Alternativen: 2 Brücken, für die jeweils zwei halbwegs gesunde, passable Zähne zu opfern gewesen wären, oder Implantate.
Nach eingehender Beratung mit der nachfolgenden Zahnärztin, die ich durch die gute Mundpropaganda von mehreren Seiten wärmstens empfohlen bekam, und nach gründlicher Prüfung der Voraussetzungen (Höhe des Zahnfleisches, Gesamtzustand des Kiefers, Stärke des Kieferknochens, Gesamtzustand der vorhandenen Zähne) und natürlich nach Vorlage des Kostenvoranschlages mit anschließendem Familienrat zwecks Finanzierung habe ich mich für zwei Implantate entschieden - und es bis heute keinen Tag bereut.

In jedem Falle muß der Zahnarzt sehr genau prüfen, ob anatomisch die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Weitere Kriterien( siehe oben) sind zwingend vorher zu klären, weil nur bei einer tadellosen Verankerung im Kiefer eine dauerhafte Haltbarkeit zu erwarten ist.

Die Eingriffe selbst fanden bei mir unter örtlicher Betäubung statt und wurden Schritt für Schritt von der Zahnärztin genau erklärt, damit sich keine unnötige Unruhe aufkam. Nach dem Setzen der Implantatstifte bekam ich jeweils spezielle Tabletten, die sowohl dem evtl. auftretenden Wundschmerz entgegenwirken sollten, aber gleichzeitig auch den Wundheilungsprozess förderten. Nach der Einheilungsphase (mind. 3 Monate - bei mir war es fast ein halbes Jahr) wurden die passenden Kronen gefertigt. Auch das ist eine Kunst, die zwar in einem deutschen Labor etwas konstenintensiver ist, jedoch bei evt. erforderlichen Korrekturen wesentlich schneller reagieren kann.

Nach der ersten Tragezeit der Kronen müssen diese nochmals abgenommen und die Unterkonstruktion auf Festigkeit geprüft werden. Bei mir hatte sich ein Stift etwas gelockert. Beim Nachziehen kam es zu einer leichten Schmerzentwicklung, die beobachtet werden mußte. Die Kronen konnte für einen kurzen Zeitraum nicht aufgesetzt werden. In dieser Zeit hat sich die restliche Zahnreihe um einen Hauch verändert, was dazu führte, dass nach Abklingen der Entzündung die bisherige Krone nicht mehr passte, aber im Rahmen der Kulanz durch das Labor kostenfrei neu gestaltet wurde.

Seitdem (3 Jahre) habe ich nicht die geringsten Probleme. Der Reinigungsaufwand für die Zähne ist etwas größer geworden. Der Einsatz von Zahnseide ist für mich jetzt tägliche Pflicht, um die Zahnzwischenräume und die Bereiche unter den Kronen gründlich zu säubern und damit Entzündungen vorzubeugen. Regelmäßige Zahnarztkontrollen (vorher bin ich jährlich gegangen) jedes 1/2 Jahr sind ebenfalls Pflicht.

Alles in allem kann ich nur für Implantate plädieren. Aber es ist natürlich eine Kostenfrage. Aufgrund der groben Fehler der vorherigen Zahnärztin habe ich nach hartnäckiger Intervention bei meiner Krankenkasse zumindest einen Zuschuß für die Kronen auf den Implantaten erhalten (zu der Zeit zahlte die Kasse für Brücken komplett, Implantate und Zubehör jedoch nichts).

MfG M.P.

Hallo M.P.,

Danke für die ausführliche Antwort.
Wie sieht es denn aber aus wenn der „Patient“ an die 70 ist, mehrere Implantate braucht, unter Paratondose leidet, Knochenschwund hat und auch noch mit den Zähnen knirscht. Soll alles kein Problem sein. !?
mfG
sm

Hallo Sampleman,

bei dieser konkreten Beschreibung muß ich leider passen: Ich bin kein Zahnarzt. Hier hilft nur der Gang zum Dentisten, am besten zwei oder drei dieser Gattung aufsuchen. Dann hast Du die Chance, alle Fragen von mehreren Seiten beleuchtet beantwortet zu bekommen.
Aber ich vermute, auch Zahnärzte in diesem Forum würden sich nicht zu einer Ferndiagnose hinreissen lassen.
Im Bekanntenkreis habe ich eine ältere Dame (mittlerweile über 80), die hat sich erst vor ca. 7 Jahren komplett Implantate setzen lassen, da Geld bei ihr das geringste Problem war. Also altersabhängig ist das nach m. E. nicht.
Alles Gute M.P.