Hallo Kai
Soweit ich erfahren konnte, gehen die Titan-Implantate nicht
kaputt, es gibt auch keine Korrosion. Es könnte höchstens
sein, das jemand zuwenig Knochensubstanz bildet, und die
Implantate dadurch nicht richtig gehalten werden. Das wiederum
sei hauptsächlich bei älteren Frauen der Fall, insbesondere,
wenn diese unter Osteoporose leiden.
Servus Matthias,
hundertprozentige Wahrscheinlichkeiten gibt es im biologischen Bereich nicht - im Zweifel, weil die Messung nicht genau genug ist 
Natürlich gehen auch Titan-Implantate kaputt. Solange im unteren (tieferen) Bereich der Zylinderimplantate noch vorsätzlich Fenster als konstruktives Element verwendet wurden (die dunklen Aussparungen bei den beiden linken Zylindern mit abgerundetem Boden)
http://www.dentsply-friadent.com/1668.htm
waren/sind die zwischen den Fenstern verbleibenden Stege Schwachstellen. Der Vorfall ist extrem selten, kam aber vor - ich kenne Fälle von gebrochenen Implantaten.
Kann man eigentlich auch diese Implantate verwenden, um zwei
oder 3 Backenzähne, z.B. als Brücke, zu halten? Einmal
angenommen, das Gebiss sei noch relativ gut, nur zu wenig
„Backenzahn“?
Brücken verbinden einen oder mehrere Pfeiler. Wenn irgendwo Zähne fehlen, ziehen Implantologen es vor, in die Lücke möglichst viele solcher Implantate einzubringen, um die eingeleiteten Kräfte auf möglichst große Knochen-Implantat Grenzflächen zu verteilen.
Also: lieber mehrere Einzelkronen auf Einzelimplantaten. Die Brücke ist ein technologischer Ansatz, der für den Umstand eine Lösung darstellt, dass irgendwo keine Wurzeln mehr im Knochen sind. Hätte man früh genug funktionierende ‚künstliche Wurzeln‘ erfunden, wäre die Brücke als Zahnersatz vielleicht gar nicht entwickelt worden.
Um Deine Frage geradeheraus zu beantworten: ja, man kann Implantate für 2 oder 3 Backenzähne einsetzen. Im Unterkiefer mit seinem stabileren Knochen lieber als im Oberkiefer. Die größte Zahl von Zylinderimplantaten in einem Kiefer, die ich gesehen habe, betrug 11 Stück. Grusel!
Kann es passieren, das Nerven oder Adern durch die Bohrung im
Kiefer zu den vorderen Zähnen unterbrochen werden?
Ja! Heute allerdings kann man mithilfe modernster tomographischer Methoden ein hinlänglich genaues dreidimensionales Abbild vom Kiefer (und den enthaltenen Strukturen) bekommen. Auf diesen virtuellen Kiefern werden reale Bohrschablonen hergestellt, nachdem mit CAD-Methoden die Insertionstellen im Kiefer genauestens vorausbestimmt wurden. Bohrer mit Tiefenanschlag in der Bohrschablone helfen, die Verletzung von Geweben, die man schonen muß, zu vermeiden.
In der Hand gewissenhafter ZahnärztInnen ist das Implantat als Versorgungsform heute zur qualitätsgesicherten Routine geworden.
Gruß
Kai Müller
BTW: zum Nebenthema Osteoporose: Nicht diese Krankheit verhindert erfolgreiche Implantate im Kiefer. Es ist ihre Behandlung mit Biphosphonaten, die Implantationen riskanter erscheinen läßt:
http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/007-091.htm
Solange genug Kortikalis einen Kiefer umgibt und stabilisiert kann man implantieren.
http://www.agz-rnk.de/agz/content/3/3_5/3_5_9/index.php
- nach ‚Osteoporose‘ suchen.
Also - bißchen sparen, erfahrenen Implantologen suchen, dann geht es auch ohne Brücken im Backenzahnbereich.