Hallo Zahnwissende,
vor vier Wochen erhielt ich mehrere Implantate im rechten Backenzahnbereich, gleichzeitig wurde der Kochen mit eigenem Material und künstlichem Knochenzusatz aufgebaut. Von Anfang an nehme ich Antibiotika.
Mit der Zeit merkte ich ein ständiges Knirschen zwischen den Zähnen: weiße Kalkkügelchen, offensichtlich aus der Knochenaufbaumasse. Mein Zahnarzt konstatierte ein kleines Loch in der Naht des Zahnfleisches, welches das Implantatgebiet umschließt. Er schien aber nicht sonderlich alarmiert zu sein und unternahm auch nichts, so als sei dies ein normaler Vorgang. Ich befürchte dagegen einen langsamen Schwund der Knochenaufbaumasse und das Eindringen von Nahrungsbestandteilen und Bakterien aus der Mundhöhle. Eine Entzündung ist auch festgestellt worden, die aber durch zusätzliche Antbiotikagaben wieder auf dem Rückmarsch ist.
Fragen: Sind meine Sorgen berechtigt? Ist das Herauswandern von Knochenaufbaumaterial normal oder müßte dagegen etwas unternommen werden, auch im Hinblick auf das Einwandern von Keimen? Hört der Austrag von alleine auf mit dem Anwachsen der Substanzen? Wie lange dauert der Vorgang?
Danke für Eure Antworten.
Wolfgang D.
Fragen: Sind meine Sorgen berechtigt? Ist das Herauswandern
von Knochenaufbaumaterial normal oder müßte dagegen etwas
unternommen werden, auch im Hinblick auf das Einwandern von
Keimen? Hört der Austrag von alleine auf mit dem Anwachsen der
Substanzen? Wie lange dauert der Vorgang?
Danke für Eure Antworten.
Wolfgang D.
Servus Wolfgang,
Deine Befürchtung teile ich. Wo spürbare Partikel austreten können, gibt es auch Zugang für Mundbakterien. Das bedeutet auf jeden Fall, dass der Körper im Gebiet einer Knochenwunde seinen Abwehrapparat hochfahren muss. Die möglichen Folgen hängen - wie immer - von der Art und Virulenz der eindringenden Keime und von der Qualität des Immunsystems ab. Hier ein Zitat aus einer Arbeit, die Du unter dem angeführten Link finden kannst:
„Kritisch diskutiert werden muß bei dieser Methode die nicht immer ausreichende Knochenregeneration und die zum Teil hohe Mißerfolgsrate aufgrund auftretender Dehiszenzen mit Exposition und vorzeitigem Verlust der Membran, so daß die Ergebnisse nicht vorhersagbar
sind.“
„Dehiszenz“ bedeutet hier, dass der Verschluss der OP-Wunde nicht erfolgreich war, dass also die Wunde ‚wieder aufgegangen‘ ist.
http://www.professor-lindorf.de/operationsmethoden/1…
Hier noch ein weiterer Link, der erkennen lässt, dass Dehiszenzen nach Implantation auftreten und dass sie ein Problem darstellen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit einem Membranmaterial, das diesem Problem begegnen soll.
http://content.oemus.com/backstage/oemus_archiv/docu…
Die Frage bleibt natürlich, ob es sinnvoll und notwendig wäre, jetzt sofort zu revidieren (ein primärstabiles Implantat - und andere gehen ohnehin verloren - ist nämlich keinesfalls atraumatisch wieder zu entfernen). Dein Implanteur ist Dir auf jeden Fall einige Erläuterungen zur Vorgehensweise schuldig. Du kannst ja nach dem ‚heart to heart talk‘ wieder hierher kommen.
Gruß und alles Gute!
Kai Müller