Import Akkreditive

Hallo,

ich habe vor Autoradios aus China zu importieren. Die Zahlungsabwicklung erfolgt per Akkreditiv mit meinem Händler in china.

Mein Problem betrifft jetzt noch die Abwicklung des Akkreditives. Ich weiß das ich Dokumente von meinem Händler benötige für die Einreichung. Nur welche ? Was muss alles im akkreditiv drin stehen damit er für mich sicher ist ? Gibt es Firmen die mir diese Abwicklung übernehmen ? Es geht um einen Betrag von knapp 30000 euro.

Mein Bankberater will mir da nicht weiterhelfen…wenn ich den Frage was ich nun genau machen muss meint er nur:
„Das kann ich ihnen nicht sagen. Sie sind der Geschäftsmann, ich nur die Bank. Sagen sie mir was ich machen soll“

Toller Bankberater oder ? Bin eigentlich der Meinung das er mir da schon mehr infos geben sollte aber naja…

Habe mir schon sehr viel im Internet zu Akkreditiven durchgelesen nur leider hilft mir das alles nicht weiter. Brauche ein konkretes Beispiel für meinen Fall wie ich jetzt vorgehen muss…
Wäre super wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

andi

Hallo …

im Akkreditiv muss drinstehen, was Sie bei wem, zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen kaufen möchten. Das Akkreditiv kann zeitlich begrenzt sein (Regelfall), d.h. wenn nicht binnen dieser Frist der Auftrag erfüllt ist, erlischt der Zahlungsanspruch an den Verkäufer.

Normalerweise ist es Sache der Hausbank, einem „neuen Kunden“ die Abwicklungen und die Modalitäten eines Akkreditives zu erklären, weil die Anwendungsmöglichkeiten einfach zu vielfältig sind, als dass man auf Alles gleichzeitig achten kann.

Wenn Sie nicht mit Kredit arbeiten sollten, dann sollten Sie dringend die Hausbank wechseln, Ihr Bänker scheint ein absolut dummer Bengel zu sein !

Eine Beratung ist erforderlich, weil ein Akkreditiv auch erhebliche Liquiditätsvorteile mit sich bringen kann und zwar immer dann, wenn man mit aufschiebender Zahlung arbeiten kann (Lieferantenkredit).

Es ist bei Importgeschäften fast schon üblich, mit aufschiebender Zahlung zu arbeiten „die Chinesen kennen dies und sind darauf vorbereitet“. Man würde dann vielleicht vereinbaren (payable 60 days after documents presentation at the counters of opening bank) „zahlbar 60 Tage nach Dokumentenvorlage bei der eröffnenden Bank“, dies macht für den Importeur ein Ziel von ca. 90 Tagen aus, Verschiffungsdauer zzgl. 60 Tage.

Bis dahin ist die Ware günstigstenfalls an die Abnehmer weiterverkauft und diese haben dann vielleicht sogar schon bezahlt !

Sie sollten das erste Akkreditiv daher unbedingt mit einem Bänker der Auslandsabteilung ausfüllen, der auch begriffen hat, worum es geht und nicht mit dem „grünen Bengel“ Ihrer Hausbank !

**Als Minimum benötigen Sie:

Rechnung (commercial-invoice),
Ursprungszeugnis (certificate of origin),
Versicherungsbescheinigung (insurance-policy, covering all risks, 110%)
Konossement (bill of lading, full-set, clean)**

Aber nochmals… dringend die Bank wechseln, der grüne Bengel ist eine Niete !

Sie können sich hier: http://www.bebo-consulting.de/download_a-z.htm nochmals die „Hypovereinsbank Incoterms“ downloaden, die Abwicklung eines Akkreditivs wird hier anschaulich und verständlich dargestellt.

MfG
BEBOUB

Mein Bankberater will mir da nicht weiterhelfen…wenn ich den
Frage was ich nun genau machen muss meint er nur:
„Das kann ich ihnen nicht sagen. Sie sind der Geschäftsmann,
ich nur die Bank. Sagen sie mir was ich machen soll“

Hallo !

Kann Dir eigentlich nur einen Rat geben:
Wechsle schleunigst die Bank!

Wir geben zB. den kompletten Schriftverkehr unserem Bankberater und dieser kümmert sich um den Rest und das abgesehen von den üblichen Eröffnungskosten ohne Bearbeitungsgebühren !!

Dies hat noch dazu den Vorteil dass bei Formalfehler ( LC ist ein reines Dokumentengeschäft !) die Bank für ev. Fehler haftet !

Also rasch neue Bank !!

mfg

schlager

Normalerweise ist es Sache der Hausbank, einem „neuen Kunden“
die Abwicklungen und die Modalitäten eines Akkreditives zu
erklären, weil die Anwendungsmöglichkeiten einfach zu
vielfältig sind, als dass man auf Alles gleichzeitig achten
kann.

Wenn Sie nicht mit Kredit arbeiten sollten, dann sollten Sie
dringend die Hausbank wechseln, Ihr Bänker scheint ein absolut
dummer Bengel zu sein !

DUMMER BENGEL ist ja noch geschmeichelt. Offenkundig ist das keine Geschäftsbank, sonst wäre diese Niete längst arbeitslos.

Sie sollten das erste Akkreditiv daher unbedingt mit einem
Bänker der Auslandsabteilung ausfüllen, der auch begriffen
hat, worum es geht und nicht mit dem „grünen Bengel“ Ihrer
Hausbank !

Ob dumm oder grün, vermutlich ist es einer dieser neuen Knöpfchendrückergenerationsbanker, die noch nicht mal die KIP-Regeln beherrschen, wenn die Rechner ausfallen.

Da sich aber unsere Banken solche Bankner offenbar leisten können, vermute ich satte Gewinne in der Branche. Die Banken, die demnächst vollautomatisch via Programm ihre Geschäfte abwickeln, scheinen im Aufwind zu sein. Echte Kundenberatung ist nur noch bei den großen Beträgen drin. So kann man auch Business sehen.

Gruß
Richard

Hallo …

bedauerlicherweise führte die steigende Zentralisierung innerhalb der Bankenlandschaft bereits zur Auflösung vieler Auslandsabteilungen in den kleineren Zweigstellen der Banken.

Während es früher an der Tagesordnung war, dass die Leiter der Auslandsabteilung mit einem neuen Kunden Essen gingen und die Abwicklung in Ruhe erklärten, werden die Kunden heutzutage mit den Formularen versorgt und ansonsten an das sogenannte Kompetenzzentrum verwiesen, dass sich um die Abwicklung kümmert.

Da die angebotenen Produkte in Privat- und Firmenkundenabteilungen insgesamt deutlich gestrafft wurden, kann man natürlich auch an der Qualität der Mitarbeiterausbildung sparen, die vom Wissen her dann natürlich nicht mehr rechts und links über den Tellerrand blicken müssen und „preiswerter“ zu haben sind.

Bestes Beispiel für eine gestraffte Angebotspalette ist die Citibank mit einem nur sehr geringen Angebot, straff durchorganisiert, mit einer effizienten Abwicklung im Kernbereich.

Die darunter leidenden Dritten sind die privaten und gewerblichen Kunden, die mit ihren Problemen alleine gelassen werden und dann eben keine Hilfe mehr erhalten, wie dies früher einmal der Fall gewesen ist.

Problematisch wird es für den Fragenden, wenn er auf die Bank als ausstellende Bank angewiesen ist, wenn er dort zur Abwicklung beispielsweise einen Kredit aufgenommen hat und sich an die Bank gebunden hat. Dann kann er die Bank nicht so ohne weiteres wechseln und das Akkreditiv von einer anderen Bank ausstellen lassen, weil sich die Hausbank sperren wird.

Er wäre dann nicht nur dem Unwissen des Mitarbeiters ausgeliefert, sondern auch der Unsicherheit, dass ihn eine Bank, die ihm bei den Grundgeschäften im Stich lässt, auch in anderen Dingen schlecht beraten wird.

Er bräuchte dann eine Art begleitende Beratung, um ihn kaufmännisch zu unterstützen und um Fehler, die die Bank ihm bereitet, schon im Vorfeld zu verhindern.

Rechnen würde sich dies für ihn bereits dann, wenn man die Zinsdifferenz zwischen Zahlung bei Sicht und aufgeschobener Zahlung ermitteln würde und einem Berater anböte, gegen ein Honorar in Höhe der hälftigen, ersparten Zinsdifferenz zu arbeiten, den Unternehmer zweimal im Monat besucht und ihn beratend begleitet, mal ganz abgesehen davon, dass die begleitende Beratung zusätzlich zu 50% subventioniert wird.

Dies wäre eine Investition, die sich für Ihn bereits beim ersten Auftrag rechnen würde, vorausgesetzt er findet einen Berater, der fast alle Tricks und Kniffe kennt :smile:

MfG
BEBOUB
http://www.1-2-3-Businessplan.de

Hallo und guten Abend!

bedauerlicherweise führte die steigende Zentralisierung
innerhalb der Bankenlandschaft bereits zur Auflösung vieler
Auslandsabteilungen in den kleineren Zweigstellen der Banken.

Noch ein Grund mehr, weshalb sich Unternehmer aus D verabschieden, zumindest wenn sie mit Außenhandel befasst sind.

Während es früher an der Tagesordnung war, dass die Leiter der
Auslandsabteilung mit einem neuen Kunden Essen gingen und die
Abwicklung in Ruhe erklärten, werden die Kunden heutzutage mit
den Formularen versorgt und ansonsten an das sogenannte
Kompetenzzentrum verwiesen, dass sich um die Abwicklung
kümmert.

Diese Kompetenzzentren kennen dann wieder nicht die Besonderheiten des Kunden, müssen sich dann mit der Kontoführung auseinandersetzen, und das gibt dann wieder Reibungs- und Zeitverluste.

Da die angebotenen Produkte in Privat- und
Firmenkundenabteilungen insgesamt deutlich gestrafft wurden,
kann man natürlich auch an der Qualität der
Mitarbeiterausbildung sparen, die vom Wissen her dann
natürlich nicht mehr rechts und links über den Tellerrand
blicken müssen und „preiswerter“ zu haben sind.

Ergo: Konkurrenz belebt das Geschäft. Sowas verleitet dann dazu, das Konto gleich im englischsprachigen Ausland zu führen (z.B. UK), die großen Geschäftsbanken sind dann auch in der Lage, ohne Korrespondenzbank so ein L/C abzuwickeln, zumal man ja mit dem L/C selbst wiederum Geschäfte machen kann. Jedes Zahlungsversprechen ist ja auch ein Wert, mit dem gehandelt werden kann.

Bestes Beispiel für eine gestraffte Angebotspalette ist die
Citibank mit einem nur sehr geringen Angebot, straff
durchorganisiert, mit einer effizienten Abwicklung im
Kernbereich.

OK, mögen sich die Banken alle spezialisieren: am Ende gibt es dann einen Dachverband, der die einzelnen Geschäfte an die untergliederten Banken wegdeligiert, dann sind sie zu Profit-Zentren des Dachverbandes verkommen. :smile:

Die darunter leidenden Dritten sind die privaten und
gewerblichen Kunden, die mit ihren Problemen alleine gelassen
werden und dann eben keine Hilfe mehr erhalten, wie dies
früher einmal der Fall gewesen ist.

s.o.: Einladung zur ausländischen Kontoführung. Und dann ist man schon auf dem halbe Weg, die Republik auch steuerlich zu verlassen.

Problematisch wird es für den Fragenden, wenn er auf die Bank
als ausstellende Bank angewiesen ist, wenn er dort zur
Abwicklung beispielsweise einen Kredit aufgenommen hat und
sich an die Bank gebunden hat. Dann kann er die Bank nicht so
ohne weiteres wechseln und das Akkreditiv von einer anderen
Bank ausstellen lassen, weil sich die Hausbank sperren wird.

Das glaube ich weniger. Mit etwas Phantasie kann man so einen Kredit auch mit einem fingierten Geschäft umleiten.

Dies wäre eine Investition, die sich für Ihn bereits beim
ersten Auftrag rechnen würde, vorausgesetzt er findet einen
Berater, der fast alle Tricks und Kniffe kennt :smile:

In der Londoner Finanzwelt gibt es diese Experten allemal und London ist nur eine Stunde mit dem Flieger entfernt, sofern sich die meisten Fragen nicht mit Telekommunikation erledigen lassen.

Gruß
Richard

hallo,

danke für die Hilfe. Aus euren Antworten schließe ich das ihr wohl alle selber im Finanzwesen tätig seid :wink:

Gruß,
andi

trugschluss
hallo,
ueberschaetze das akkreditiv nicht! der l/c schuetzt in erster linie den VERkaeufer, dass er sein geld bekommt, sobald er die konformen dokumente vorlegt - du als kaeufer haengst jedoch in der hoffenden und bangen wartestellung.

wenn also dein verkaeufer seine drei paletten gepackt, seinem spediteur uebergeben, und dieser die notwendigen vereinbarten dokumente erstellt hat, trabt er zur bank und holt sich die 30 kilo.

dann kommt die ware bei dir an, und beim auspacken stellst du fest, dass da keine autoradios, sondern backsteine drin sind.

dann wirst du das reklamieren, und dann ist das „dumm gelaufen“ . wenn du dann mit deinem verkaeufer keine regelung findest, bekommst du von deiner bank keinen cent, obwohl dein konto bereits mit 30kilo + belastet ist!!

schuetzen kannst du dich da nur mit zwischegeschalteten treuhaendern ( z.b. sgs controlco ) oder auch spediteuren deines vertrauens, die vor ort beim lieferanten ware pruefen koennen.

aber wie die anderen hier schon sagten: zu diesem thema scheint deine bank ueberfordert zu sein
gruss
khs