Guten Tag zusammen,
vor ca. 6 Monaten habe ich einen laden für französische Spezialitäten aufgemacht. Bis jetzt war es relativ einfach Waren aus Frankreich zu holen, bei Winzern und kleinen Herstellern vor zu sprechen. Die benötigten Mengen konnte ich auch in meinem Peugeot 206 unterbringen, wenn auch grenzwertig zuletzt
. Aber jetzt brauche ich in immer kürzeren Abständen mehr Ware und habe keine Ahnung wo ich ansetzen soll um vor allem Weine und Porzellan zu importieren. Kann mir da jemand helfen?
Salut Annie,
generell gibt es innerhalb der Europäischen Gemeinschaft keine Beschränkungen des Warenverkehrs mehr, auch keine Zollbehandlung im Sinn von Export / Import.
Aber für Wein und Schaumwein gelten Ausnahmen:
Wegen der national erhobenen Akzisen (im Fall Wein gilt in Deutschland ein Satz von 0%, der aber wie eine Akzise verwaltet wird) muss sich ein deutscher Händler, der Wein aus Frankreich bezieht, beim Zoll registrieren lassen. Bei Wein genügt die Aufzeichnung und Dokumentation der empfangenen Lieferungen, bei Schaumwein (Crémant, Champagne etc.) muss die Schaumweinsteuer durch den Empfänger der Ware in Deutschland beim Zoll angemeldet und bezahlt werden.
Schöne Grüße
MM
Bonjour Martin,
vielen Dank, ich habe auch schon diese accsise-nummern, muss allerdings noch herausfinden wie diese Formulare auszufüllen sind.
Wenn ich eine Speditionsfirma beauftrage, kümmern die sich um diesen Papierkram? Und wie erkenne ich eine serieuse Speditionsfirma? Was gibt es zu beachten? Gibt es Preisrichtlinien an die ich mich halten kann? ???
Servus,
für Speditionen gilt hier wie auch sonst, dass der Markt so eng ist, dass man mit drei Angeboten eigentlich schon das ganze Spektrum kennt. Es ist mehr die Frage, ob sie sich um diesen Teil der Sache kümmern dürfen, weil es sich ja nicht um eine Zoll-, sondern eigentlich um eine Steuerangelegenheit handelt, die in Deutschland ziemlich strikt reglementiert ist. Andererseits wird man kaum ein Steuerbüro finden, das sich ausgerechnet mit dieser Nische routinemäßig beschäftigt. Eventuell im Raum Trier oder Bingen, wo man zum Versekten schon auch mal einen billigen Minervois Blanc oder sowas hernimmt, damit die deutschen Gewächse nicht gar so brut herauskommen.
Vor vielen Jahren, als ich als Eisenbahnreisender mit dem Problem konfrontiert war, dass die Winzer aus Frankreich plötzlich nicht mehr ohne einen undurchdringlichen Papierdschungel nach Deutschland versenden konnten, wurde mir in der Coop von Grambois / Lubéron gesagt: „Nous, on travaille avec la SERNAM, ils ne font pas ce genre de choses…“
(Habe Dir zu weniger öffentlichen Einzelheiten noch einen Courriel geschickt)
Schöne Grüße
MM