Importieren aus Taiwan und China

Hallo,

angenommen jemand will aus Taiwan oder China Waren nach Deutschland importieren; wie regelt man am besten den Transport? Soll man den Exporteur damit beauftragen, oder soll man das von Deutschland aus organisieren? Wer könnte mir in Deutschland sagen, was für Kosten entstehen? Hat jemand bereits Erfahrungen gemacht?

Was, wieviel und wie oft willst Du denn aus Taiwan oder China importieren ?
Danach regelt sich alles weitere.

Christian

FOB = Free on Board
Am besten, und am wirtschaftlichsten, ist es den Transport
ab Ausfuhrhafen von der Heimat aus zu regeln.
1.) Du suchst Dir eine Überseespedition mit Erfahrungen in diesem geographischen Gebiet. Möglicherweise Schenker,
Panalpina
2.) Du suchst Dir in dieser Spedition einen Disponenten, der
Erfahrungen mit diesem Gebiet hat (Min 5 jahre), und der
sich wirklich dahinterklemmt.
3.) Du checkst, dass die Spedition einen Korrespondenzpartner
vor Ort hat, und ob der auch zuverlässig ist und etwas für Dich
unternimmt, wenn was schiefgeht.
4.) Glaube nicht den Versprechungen der Spedition, was die alles
für Dich tun werden, diese Versprechungen sind nicht bei allen
Speditionen gleich glaubwürdig.
2 ist wichtiger als 1
Wenn der Disponent schläft, kann viel daneben gehen.
Wenn der diponent in D ist, kannst Du einfach mit ihm
Kontakt aufnehmen, lästig sein, Korrekturmaßnahmen veranlassen… . Wenn der in China oder Taiwan sitzt, kannst Du im Fall von Problemen nur mehr bangen und hoffe.

Empfehlenswert ist generell die Fracht im Container. Wirtschaftlich ist der Transport dann, wenn Du einen 40’ Standard oder 40’ HC Container vollkriegst. Die Fracht eines 20"
Containers kostet fast so viel (90 %) eines 40’ Containers. 2 lademeter in einem Container kosten so viel wie ein 20’ Container.
Wenn kein Hebezeug vorhanden ist, soll die Ware schnell
(in 2 h) in den Container (der auf dem LKW steht) ein- und wieder ausgeladen werden können.
Die Fracht im Container gegen Umfallen und Verrutschen sichern!!!
Frachtkosten für einen Container im Überseeverkehr: Typischerweise DM 5 000 von Haustüre zu Haustüre, bei
schneller Beladung und ohne Abkranen.
Frachtkosten setzen sich typischerweise zusammen:
abholung beim LIeferanten
Transport zum Hafen
Handlinggebühren im Hafen
Zolladministration
Kosten für Erstellen der Dokumente, Seefrachtpapiere
Seefracht
Handlinggebühren im Ankunftshafen
Eingangsverzollung, ohne Einfuhrumsatzsteuer
Transport zu Dir

Wichtigst ist es, die Schnittstelle der Verantwortlichkeit
für Transportorganisation, Versicherung, Gefahrenübergang
genauestens zu defibieren. Hier helfen die INCOTERMS, welche
mit dem Lieferanten vereinbart werden können. Das sind standardisierte Klauseln, welche die Schnittstelle der Verantwortlichkeit für Transportorganisation, Versicherung, Gefahrenübergang festlegen.
Beispiele: EXW … ex works (Ab werk aufgeladen)
FCA … free carrier: Ware wird zum lokalen Frächter gebracht
FOB Hafen … (sehr beliebt, wäre zu empfehlen) Free on board,
Ware wird auf das Schiff geladen geliefert.
C&F Bremen: Ware wird unversichert nach Bremen im Hafen
abgeladen geliefert, unverzollt (Cost & freight)
CIF Hamburg Ware wird versichert nach Hamburg im Hafen abgeladen
geliefert, unverzollt (Cost Insurance freight)
DDU … delivered Duty Unpaid: Frei Haus, nicht eingangsverzollt

Die Incoterms müssen ausdrücklich vereinbart sein! Beispiel:
„The cost is to be understood net, FOB Taipeh as per Incoterms 1990“

Üblich und für alle am eimfachsten ist Free on Board.

Dann mußt Du für Seefracht,… + Versicherung ab Aufladen
auf das Schiff sorgen.

Harald