Impulsivität

Habe gerade etwas über dissoziales Verhalten, die Persönlichkeitsstörung dieser Art und „Störungen des Sozialverhaltens“ im Jugendalter gelesen.

Impulsivität geht mit der fehlenden Vermittlung von Verhaltensnormen und -regeln und emotionaler Vernachlässigung, als Folge mit wenig Gewissen, Schuldgefühlen und Mitgefühl einher. Die Selbstwahrnehmung und das Lernen daraus bleibt eingeschränkt. Ähnlichkeiten zum „ADHS“ bestehen.

Dies ist ja ein großes Problem unserer Gesellschaft… aber natürlich auch jedes einzelnen Betroffenen.

Ich würde gerne wissen, was gegen Impulsivität hilft (mit Ausnahme von Medikamenten), bzw. gg. fehlende Handlungskontrolle. Gibt es konkrete Therapien, auch Selbsthilfemöglichkeiten? (z.B. Handlungsplanung beüben durch das Erlernen eines Musikinstruments), evtl. auch zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung und der Benennung und somit Einplanung der eigenen Emotionen, gegen die Selbstvernachlässigung in diesem Sinn. Impulsivität kann ja sehr negative Folgen haben.

Dank und Gruß
I.

Moin

Dies ist ja ein großes Problem unserer Gesellschaft…

ist es das wirklich?

… Gibt es konkrete Therapien,

Ja. z.B. Verhaltenstherapien…

Selbsthilfemöglichkeiten?

Ja, z.B. Entspannungsübungen, ‚Stopper-Übungen‘, Einübung von Ersatzhandlungen, Sport, Atemübungen, …

gegen die genetisch zugrunde liegenden Mechanismen ist allerdings nicht leicht bis gar nicht anzukommen.
ein impulsfreier…lux

Hallo

Dies ist ja ein großes Problem unserer Gesellschaft… aber
natürlich auch jedes einzelnen Betroffenen.

Wo liegt da ein Problem vor, kannst du das näher erklären?

Gruss
pue, ihres Zeichens sehr impulsiv

hallo
„impulsivität“ ist ein symptom, das in diversen diagnosen eine rolle spielt.
die „behandlung“ richtet sich im günstigsten fall nach der gesamtdiagnose. man kann also hier nicht verallgemeinern.
da ist eine gute beratung durch den fachleut angeraten.
s.arzt, psychologen, heilpraktiker f.p., …

Ja, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein Grossteil der Diagnosen „Störung des Sozialverhaltens“, Impulsivität ist ein Teil von ADHS und von dieser Diagnose. 50 bis 80% der Gefängnisinsassen hat eine „dissoziale Persönlichkeitsstörung“- das ist die Folge davon, erstere beiden kommen oft zusammen vor. (Ich bin der Meinung, dass das sowieso nicht abgrenzbar ist, sondern eine Beschreibung der Folgen u.g. Ursache.)

Ursache ist vor allem emotionale Vernachlässigung, die „Störung“ wird sozusagen durch Erziehung weitergegeben.

Es ist in dem Sinne KEIN Problem der Gesellschaft, da es oft in der Unterschicht vorkommt (Betroffene können weniger gut „oben eingeordnet“ werden, sondern sind aufgrund der „fehlenden“ Struktur Ausschuss, kastenlos sozusagen) und die Oberschicht die Unterschicht (und dieses typische Kriterium) braucht.

Es ist ein Problem, weil es die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt und weil dissoziales Verhalten dem Gemeinsinn nicht förderlich ist.

In der Oberschicht kommt es auch oft vor, ebenso emotionale Vernachlässigung, wird aber oft in Verhaltenskodexen und durch Zugehörigkeit versteckt.

Impulsivität ist einfach ungünstig, weil das Gegenteil, Handlungskontrolle, besser in eine durchgeplante Gesellschaft passt. Wer impulsiv ist, kann sich weniger gut anpassen und durchsetzen.

Hallo,

wenn es darum geht jemand anderes seine Impulsivität „abzutrainieren“, dann sollte man nicht mit dem Argument: „passt nicht in die Normen der Gesellschaft“ kommen.

Im Grunde ist das ganze Geschwafel um „man muss in unter die Käseglocke passen“ ein Trugbild. Zwar sollen durch das derzeitige Schulsystem die Menschen genormt in die Welt entlassen werden, aber dennoch schreien alle nach Individualität. Niemand will ein „Schaf“ sein.

Zwar funktioniert unsere Gesellschaft nur, wenn es möglichst viele Schafe gibt, aber es muss auch ein Paar Hunde und Schäfer dabei sein.
Die Menschen, die gegen den Strom schwimmen, sind diejenigen, die auch die Impulse zur Kreativität geben.

Und wer in die Arbeitswelt eingetreten ist (insbesondere in die Politik oder freien Wirtschaft) wird schnell merken, dass sich alles (ALLES) um Macht, Geld und Ego dreht.

Das funktioniert alles in der Wirtschaft ganz gut, nur auf sozialer Ebene wird das nicht fruchtbar sein - da wünscht man sich einfühlsame Menschen, zielstrebig aber unterwürfig (positiv ausgedrückt: teamfähig).

Die betroffene Person muss sich seiner Impulsivität bewusst sein und darunter leiden. Es gibt viele Dinge, die Impulsivität hemmen, bzw. beeinflussen: Verhaltenstherapie, diverse Teamorientierte Sportarten, wie Reiten, Kampfsport, Tanzen (insbesondere Tango), Autogenes Training, Alexander Technik.

Viele Grüße

Hallo Igeline,

weißt du eigentlich genau, was als Impulsivität bezeichnet wird?

Es ist zum einen ein Mangel an Fähigkeit, Bedürfnisse unterdrücken zu können (Kinder können dann also nicht abwarten, sich nicht „bremsen“), zum zweiten ein Mangel an Fähigkeit, vor jedem Handeln die gröbsten Folgen zu bedenken (unüberlegtes Handeln, Kinder tuen aus Versehen jemanden weh, beschädigen Gegenstände, etc.).

Gruß!
Karl

2: Impuls…kontrolle?
ja du hast ja sooo recht.
und weil man nicht genau hinshaut, verwechselt man gerne und vielleicht auch von manchen gewollt.
es ist schon ein unterschied, ob ein mensch einestörung der impulskontrolle hat und unter dieser leidet oder sich und andere gefährdet - oder ob man einenmensch mit impulsen, die nicht in unsere „norm“ zu passen scheinen, als „gestört“ „behandeln“ will.

viele ursachen für viele „störungen“ sind von der derzeitigen menschheit hausgemacht. und die menschheit leidet an den „störungen“ des anderen mehr als an den eigenen *soll man da lachen oder weinen ?

lg iq13

Dissoziales Verhalten / Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Ein neuer Begriffsstern am Psychofirmament geht auf.

Impulsivität geht mit der fehlenden Vermittlung von
Verhaltensnormen und -regeln und emotionaler Vernachlässigung,
als Folge mit wenig Gewissen, Schuldgefühlen und Mitgefühl
einher. Die Selbstwahrnehmung und das Lernen daraus bleibt
eingeschränkt. Ähnlichkeiten zum „ADHS“ bestehen.

Verstehst du, was du da schreibst? Ich verstehe es nicht.
Kannst du mir bei der Gelegenheit den Unterschied zwischen Impulsivität und Spontaneität erkären?

Dies ist ja ein großes Problem unserer Gesellschaft…

Aha? Mal konkret, wie groß? In welchem Bereichen? Zahlen? Verläufe der letzten Jahren?

aber natürlich auch jedes einzelnen Betroffenen.

Was sind denn so die Probleme eines einzelnen Betroffenen?

Hallo Igeline,

weißt du eigentlich genau, was als Impulsivität bezeichnet
wird?

Es ist zum einen ein Mangel an Fähigkeit, Bedürfnisse
unterdrücken zu können (Kinder können dann also nicht
abwarten, sich nicht „bremsen“), zum zweiten ein Mangel an
Fähigkeit, vor jedem Handeln die gröbsten Folgen zu bedenken
(unüberlegtes Handeln, Kinder tuen aus Versehen jemanden weh,
beschädigen Gegenstände, etc.).

Ja schon, aber Du hast es nochmal ausdifferenziert.
Wenn Bedürfnisse nicht unterdrückt werden können, werden sie also nicht bewusst wahrgenommen und sollen trotzdem erfüllt werden (sofort), bzw. derjenige sorgt für die Erfüllung. Bei Kindern ist das normal, bei Erwachsenen jedoch nicht und ungünstig.

Wenn die Bedürfnisse bewusst wahrgenommen werden und bevor eine Handlung begonnen wird, reflektiert werden, werden auch die Folgen bedacht.

Hallo,

wenn es darum geht jemand anderes seine Impulsivität
„abzutrainieren“, dann sollte man nicht mit dem Argument:
„passt nicht in die Normen der Gesellschaft“ kommen.

War nicht meine Motivation, es geht eher um Selbsthilfe. Die individuelle Motivation desjenigen kann aber schon sein, dass er irgendwo dazugehören möchte- in einer Firma oder in einer anderen sozialen Gruppe oder Schicht.

Im Grunde ist das ganze Geschwafel um „man muss in unter die
Käseglocke passen“ ein Trugbild. Zwar sollen durch das
derzeitige Schulsystem die Menschen genormt in die Welt
entlassen werden, aber dennoch schreien alle nach
Individualität. Niemand will ein „Schaf“ sein.

Nein, das ist die Wahrheit. Die Norm ist gefragt - von den Anderen. Natürlich will niemand SELBST ein Schaf sein. Aber die anderen sollen doch Schafe sein, um benutz- und verfügbar zu sein. Und um irgendwo hineinzupassen, musst du so sein, bzw. um dir einen Weg wo auch immer hin zu bahnen.

Zwar funktioniert unsere Gesellschaft nur, wenn es möglichst
viele Schafe gibt, aber es muss auch ein Paar Hunde und
Schäfer dabei sein.
Die Menschen, die gegen den Strom schwimmen, sind diejenigen,
die auch die Impulse zur Kreativität geben.

Hunde sind nicht unbedingt individueller, und es gibt nur einen „Großen Hirten“. Alle anderen sind doch Schafe, bis auf die Wölfe, welche zu den Impulsiven zählen.

Kreativität ist ein schweres Geschäft, ausgebeutet, endlich. Werber bspw. sind sehr angepasste Schafe. Künstler haben es schwer und sind Außenseiter (oder „Kuriosum“).

Und wer in die Arbeitswelt eingetreten ist (insbesondere in
die Politik oder freien Wirtschaft) wird schnell merken, dass
sich alles (ALLES) um Macht, Geld und Ego dreht.

Das funktioniert alles in der Wirtschaft ganz gut, nur auf
sozialer Ebene wird das nicht fruchtbar sein - da wünscht man
sich einfühlsame Menschen, zielstrebig aber unterwürfig
(positiv ausgedrückt: teamfähig).

Einfühlsam, sich aufopfernd (statt „zielstrebig“) und unterwürfig, negativ ausgedrückt: ausnutzbar.

Die betroffene Person muss sich seiner Impulsivität bewusst
sein und darunter leiden. Es gibt viele Dinge, die
Impulsivität hemmen, bzw. beeinflussen: Verhaltenstherapie,
diverse Teamorientierte Sportarten, wie Reiten, Kampfsport,
Tanzen (insbesondere Tango), Autogenes Training, Alexander
Technik.

Gute Tipps, danke. Warum Alexander-Technik?

Viele Grüße

auch

Dissoziales Verhalten / Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Ein neuer Begriffsstern am Psychofirmament geht auf.

Das verstehe ich jetzt nicht.

Impulsivität geht mit der fehlenden Vermittlung von
Verhaltensnormen und -regeln und emotionaler Vernachlässigung,
als Folge mit wenig Gewissen, Schuldgefühlen und Mitgefühl
einher. Die Selbstwahrnehmung und das Lernen daraus bleibt
eingeschränkt. Ähnlichkeiten zum „ADHS“ bestehen.

Verstehst du, was du da schreibst? Ich verstehe es nicht.
Kannst du mir bei der Gelegenheit den Unterschied zwischen
Impulsivität und Spontaneität erkären?

Wenn Du es nicht verstehst, heisst das nicht, dass ich oder jemand anders es nicht versteht. Ich fühle mich hier auch persönlich angegriffen.

Lies mal in Wikipedia nach.

Den Unterschied zwischen Impulsivität und Spontaneität kannst Du Dir vielleicht auch selbst erklären. Ist gerade nicht mein Thema.

Dies ist ja ein großes Problem unserer Gesellschaft…

Aha? Mal konkret, wie groß? In welchem Bereichen? Zahlen?
Verläufe der letzten Jahren?

Das ist meine Meinung und Beobachtung, wenn Du Zahlen brauchst, such sie Dir selbst.

aber natürlich auch jedes einzelnen Betroffenen.

Was sind denn so die Probleme eines einzelnen Betroffenen?

Eigentlich wollte ich ja ne Antwort… aber vielleicht bekomme ich ja noch eine und versuche, mich etwas genauer auszudrücken.

Probleme des Einzelnen sind Zusammenstöße mit geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen, dadurch wenig(er) Erfolg in zwischenmenschlichen Kontakten und im Beruf (Person kann weniger gut „eingeplant“ werden). Wenn die Selbstwahrnehmung und die Benennung der eigenen Bedürfnisse eingeschränkt ist, ist das Vorgehen (Planung, Handlungskontrolle) weniger effektiv. Jetzt nachvollziehbar?

Mal sehen, was noch kommt…

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Hallo Igeline,

das mag alles stimmen was du sagst, ich bin zwar impulsiv, trotzdem treffe ich ebenso vernünftige Entscheidungen, stehe mit beiden Beinen im Leben und kann mich ebenso gut durchsetzen.

Ein impulsives Verhalten ergibt sich doch schliesslich aus einem inneren
Bauchgefühl heraus. Darauf zu hören und danach zu entscheiden, kann meiner Meinung nach kein Fehler sein und ich sehe hier irgendwie kein
Problem für die Gesellschaft, ausser Impulsivität führt zu gewalttätigem
Verhalten.

Gruss
pue

Dissoziales Verhalten / Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Ein neuer Begriffsstern am Psychofirmament geht auf.

Das verstehe ich jetzt nicht.

Das erkläre ich gerne: Der Begriff ist neu und befindet sich gerade in der Phase inflationärer Beliebtheit, was nicht einhergeht mit Substanz, Treffsicherheit oder Sinnhaftigkeit.

Ich habe die lokale / regionale Quelle noch nicht ausmachen können, bin aber im vergangenen Halbjahr erstmals auf mehr „dissoziale“ als ADHS-Diagnosen gestoßen, wenn es um die Beurteilung nicht der Norm entsprechender Kinder(!) und Jungendlicher ging.

Wenn Du es nicht verstehst, heisst das nicht, dass ich oder
jemand anders es nicht versteht. Ich fühle mich hier auch
persönlich angegriffen.

Das ist kein persönlicher Angriff. Allerdings deutet die wenig differnzierte Art der Verwendung bestimmter Begriffe, und insbesondere die Gleichsetzung solcher, die sich auf völlig unterschiedlicher Ebene befinden, dass noch Verständnispotenzial besteht. Das ist zwar nicht schlimm. Nur werfe ich die Frage in den Raum, ob es sinnvoll ist, sich schon über potenzielle Lösungen zu unterhalten, wenn weder das Problem noch die Ursache auf der Verständnisebene ausreichend erfasst sind.

Lies mal in Wikipedia nach.

Wieso ich?

Den Unterschied zwischen Impulsivität und Spontaneität kannst
Du Dir vielleicht auch selbst erklären. Ist gerade nicht mein
Thema.

Das ist schade, weil er eine Möglichkeit ist, sich dem, was Impulsivität ist, wenigstens von einer Seite zu nähern und sich damit eine taugliche Vorstellung von dem zu machen, was Impulsivität ist und wann sie pathologisch ist.

Das ist meine Meinung und Beobachtung,

Du hattest das allerdings nicht als deine Meinung gekennzeichnet, sondern du hast behauptet, dass es „ja“ so ist, es also als allgemein gültige Tatsache postuliert.

Probleme des Einzelnen sind Zusammenstöße mit geschriebenen
und ungeschriebenen Gesetzen, dadurch wenig(er) Erfolg in
zwischenmenschlichen Kontakten und im Beruf (Person kann
weniger gut „eingeplant“ werden). Wenn die Selbstwahrnehmung
und die Benennung der eigenen Bedürfnisse eingeschränkt ist,
ist das Vorgehen (Planung, Handlungskontrolle) weniger
effektiv.

Nun ist es aber so, dass Personen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung häufig gerade keinen Leidensdruck verspüren.

Und nun?

Erfolg im Beruf und in zwischenmenschlichen Kontakten sind zudem zwei zunächst subjektive Kriterien, abseits psychologischer Normen.

Wir haben also unter Voraussetzung eines in Bezug auf das quantitative und qualitative Ausmaß auf Gesellschaft und Betroffene sehr subjektiven Postulats eine missverständliche, wenig präzise Verwendung diverser Begriffe. Von daher stellt sich auch die Frage, worüber du überhaupt diskutieren willst.

War nicht meine Motivation, es geht eher um Selbsthilfe. Die
individuelle Motivation desjenigen kann aber schon sein, dass
er irgendwo dazugehören möchte- in einer Firma oder in einer
anderen sozialen Gruppe oder Schicht.

Himmel! Wenn es um ein konkretes Beispiel geht, was soll dann der ganze pseudowissenschaftliche Überbau und der Versuch, dass auf irgendeine nicht vorhandene allgemein gültige Ebene zu ziehen? Das kann doch nur in die Hose gehen und ist mit Sicherheit nicht zielführend.

Hier geht es also nicht um irgendwelche vermeintlichen gesellschaftlichen Entwicklungen, sondern um eine konkrete Person X mit ganz individuellen Problemen? Wobei damit noch nicht beantwortet ist, was das genau für Probleme sind, wer sie hat und wer sie geändert haben möchte.

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Hallo,
es ist schwer zu erklären. Alexander Technik muss man erleben - deshalb gibt es auch wenig Literatur darüber. Leider ist er meist sehr teuer und Gruppenunterricht bringt nicht viel, da die Interessen weit gefächert sind.

F.M. Alexander hat gerne rezitiert. Irgendwann ist ihm die Stimme augegangen - er wurde heiser. Er ließ sich behandeln und bekam erstmal Vorleseverbot. Als es ihn wieder besser ging, las er wieder vor und wurde nach kurzer Zeit wieder heiser. Es wurde ihm berichtet, dass er beim Lesen den Kopf fast unsichtbar nach oben und nach hinten richtete. Damit spannten sich die Gefäße und reizten den Kehlkopf. Er beschloss den Kopf nicht mehr nach hinten zu neigen und rezitierte wieder - und wurde wieder heiser! Da stellte er einen Spiegel vor sich auf und beobachtete sich beim rezitieren - er tat es trotzdem - obwohl er es selbst nicht wahrnahm - es war nur im Spiegel zu beobachten.

Das ist wohl die subtilste Variante von Impulsivität, aber darauf baut die Alexander Technik auf. Spüren, das etwas nicht „gut“ ist, es wahrnehmen und innehalten bevor man darauf reagiert. Alexander Technik ist mehr als nur eine Rückenschule - es stärkt das Bewusstsein enorm und hilft einem dabei den Körper und Geist am ökonomischsten zu gebrauchen.

Viele Grüße

??
Hallo,
sorry, aber ich verstehe nur Bahnhof. Kannst Du Dich vielleicht etwas klarer ausdrücken (möglicherweise in ganzen Sätzen und eventuell auch mit Satzzeichen und so)? Wäre super.

Viele Grüße

Hi

Das erkläre ich gerne: Der Begriff ist neu und befindet sich
gerade in der Phase inflationärer Beliebtheit, was nicht
einhergeht mit Substanz, Treffsicherheit oder Sinnhaftigkeit.

Ich pass immer auf, dass ich nicht zu sehr in diesen Begriffen denke. Ich muss niemandem Diagnosen verpassen, daher nutze ich die Begriffe nur zum Verständnis des Handlens und Fühlens einer bestimmten Person (oder anderen im Vergleich), manche Handlungsweisen erscheinen in meinem Blickfeld plötzlich gehäuft, und diese Erscheinungen möchte ich mir dann begründen. Mir geht’s also überhaupt nicht um den Begriff.

Ich habe die lokale / regionale Quelle noch nicht ausmachen
können, bin aber im vergangenen Halbjahr erstmals auf mehr
„dissoziale“ als ADHS-Diagnosen gestoßen, wenn es um die
Beurteilung nicht der Norm entsprechender Kinder(!) und
Jungendlicher ging.

Ja, und aus den Kindern werden Erwachsene, bzw. die Kinder werden von „dissozialen“ Erwachsenen erzogen (nutze ich jetzt nur als Schlagwort). D.h. das Problem wird weitergegeben und natürlich betrifft es schon die Kinder und wird nicht erst spät erlernt (im Gegenteil, es wird vieles nicht erlernt, das ist das Problem).

Das ist kein persönlicher Angriff. Allerdings deutet die wenig
differnzierte Art der Verwendung bestimmter Begriffe, und
insbesondere die Gleichsetzung solcher, die sich auf völlig
unterschiedlicher Ebene befinden, dass noch
Verständnispotenzial besteht. Das ist zwar nicht schlimm. Nur
werfe ich die Frage in den Raum, ob es sinnvoll ist, sich
schon über potenzielle Lösungen zu unterhalten, wenn weder das
Problem noch die Ursache auf der Verständnisebene ausreichend
erfasst sind.

Das heißt nicht, dass ich nicht differenziert denke, sondern evtl. für Einige nicht differenziert genug aufschreibe. Ich möchte jedoch nicht, dass in Schubladen gedacht wird, wozu das Benutzen von Begriffen, die in Bezug auf Patienten angewandt werden, nützlich ist. Es geht mir auch nicht um „Patienten“.

Wenn ich Begriffe in einem Satz benutze, heißt das nicht, dass ich sie gleichsetze, sondern nur, dass ich sie verbinde, und man kann auch Begriffe auf verschiedenen Ebenen gut verwenden, um einen Zusammenhang zu erklären. Wenn ein Abschnitt nicht deutlich ist, bitte ich um Nachfrage. Das Verständnis fehlt dann vielleicht auf anderer Seite oder auf beiden- schließlich frage ich ja auch nach, um (weiter-) zu verstehen.

Hat man die Ursache, hat man es auch nicht weit zur Theorie der Problemlösung, ich würde gerne wissen, ob Andere schon so weit gekommen sind- zur Problemlösung. Die Ursache ist mir schon klar, das Problem auch, das Ausmaß nicht ganz, und das Ausmaß des Willens zur Problemlösung auf kollektiver, gesellschaftlicher Ebene (und auf individueller- der Anderen) auch nicht.

Lies mal in Wikipedia nach.

Wieso ich?

Weil es mir erschien, als fragtest Du nach dem Sinn des Begriffs.

Den Unterschied zwischen Impulsivität und Spontaneität kannst
Du Dir vielleicht auch selbst erklären. Ist gerade nicht mein
Thema.

Das ist schade, weil er eine Möglichkeit ist, sich dem, was
Impulsivität ist, wenigstens von einer Seite zu nähern und
sich damit eine taugliche Vorstellung von dem zu machen, was
Impulsivität ist und wann sie pathologisch ist.

Ich teile nicht in pathologisch und physiologisch, sondern in effektiv und ineffektiv. Der Unterschied interessiert mich generell, aber momentan aus diesem Grund gerade nicht, denn mir geht’s um die individuelle Effektivität und die kollektive Effektivität (also Nutzen und Schaden für die Gesellschaft bzw. einzelne gesellschaftliche Gruppen.)

Du hattest das allerdings nicht als deine Meinung
gekennzeichnet, sondern du hast behauptet, dass es „ja“ so
ist, es also als allgemein gültige Tatsache postuliert.

Ja, es ist ja meiner Meinung nach auch so, der vertraue ich mehr als isoliert angeschauten Studien.

Probleme des Einzelnen sind Zusammenstöße mit geschriebenen
und ungeschriebenen Gesetzen, dadurch wenig(er) Erfolg in
zwischenmenschlichen Kontakten und im Beruf (Person kann
weniger gut „eingeplant“ werden). Wenn die Selbstwahrnehmung
und die Benennung der eigenen Bedürfnisse eingeschränkt ist,
ist das Vorgehen (Planung, Handlungskontrolle) weniger
effektiv.

Nun ist es aber so, dass Personen mit dissozialer
Persönlichkeitsstörung häufig gerade keinen Leidensdruck
verspüren.

Nur, weil sie ihr Leiden auf Dauer ausbalancieren können, heißt das nicht, dass sie nicht dadurch beeinträchtigt sind bzw. Andere positiv oder negativ dadurch beeinträchtigt sind. Außerdem ist die Problemlösung sehr schwierig, es gibt keinen vorgezeichneten Weg. Gefängnis, Therapie… der große Gesamtzusammenhang ist anscheinend nicht klar und deswegen wird das Problem nicht an der Wurzel angegangen, bzw. andererseits hilft es Anderen, wenn Einzelne oder Gruppen oder eine ganze Schicht sich zum Affen macht und ausnutzbar ist, sei es als Sündenbock oder durch deren Ohnmacht.

Erfolg im Beruf und in zwischenmenschlichen Kontakten sind
zudem zwei zunächst subjektive Kriterien, abseits
psychologischer Normen.

Sorry, das ist irgendwie nicht hilfreich, denn ich denke nicht so sehr in psychologischen Normen- ansonsten reichte mir das Lesen in Wikipedia aus.

Wir haben also unter Voraussetzung eines in Bezug auf das
quantitative und qualitative Ausmaß auf Gesellschaft und
Betroffene sehr subjektiven Postulats eine missverständliche,
wenig präzise Verwendung diverser Begriffe. Von daher stellt
sich auch die Frage, worüber du überhaupt diskutieren willst.

Über ein Thema, über das anscheinend wenig diskutiert wird. S.o.

Gruß I.