es kommt immer darauf an, was man sich unter einer zeitreise vorstellt. eine reise in die zukunft ist z.b. nicht so problematisch und bereits heute technisch machbar (wenn auch nicht so, wie du dir das vielleicht vorstellst). beschleunigt man ein objekt auf annähernd lichtgeschwindigkeit, so verläuft die zeit für dieses objekt langsamer als für die dazu relativ stillstehenden objekte. dies ist einer der hauptsätze der speziellen relativitätstheorie. das ganze ist inzwischen hinlänglich genau bewiesen worden und wird tatsächlich in teilchenbeschleunigern praktiziert. bei einer teilchenkollision werden teilchen erzeugt, die normalerweise nur einen bruchteil einer sekunde existieren, bevor sie wieder zerfallen. nennen wir den zeitraum der einfachheit halber „t“. wird dieses teilchen stark beschleunigt, so existiert es aber die zeitspanne von 2t. es hat also eine zukunft gesehen, die es normalerweise nicht erlebt hätte.
je näher man sich der lichtgeschwindigkeit nähert, desto langsamer vergeht die zeit desto weiter kommt man in die zukunft.
nun zum dämpfer: nicht nur die zeit wird langsamer, die masse des objekts nimmt zu. und je schwerer ein objekt ist, desto mehr energie muss aufgewendet werden, es weiter zu beschleunigen (schau nur einen übergewichtigen menschen beim aufstehen aus dem bett zu ;->:wink:. bereits für die beschleunigung von extrem kleinen und damit leichten teilchen wird ein absolut irrsinniger aufwand betrieben. ein objekt in der grösse eines menschen so zu beschleunigen ist vorläufig absolut unmöglich, da es einfach nicht genug energie gibt, um die beschleunigung durchzuführen.
das mit den teilchen, die schneller als licht sind, ist auch so eine sache: stimmt die relativitätstheorie, die voraussagt, dass schnellere teilchen als das licht (sogenannte tachyonen) sich in der zeit zurückbewegen, so muss auch stimmen, dass es unmöglich ist, so ein teilchen auf überlichtgeschwindigkeit zu beschleunigen. die theorie sagt voraus, dass kurz bevor das objekt die lichtgeschwindigkeit erreicht, unter anderem seine masse unendlich hoch wird und damit jeder weitere beschleunigungsversuch sinnlos wird.
andere möglichkeit, die zukunft zu bereisen: lasse deine körperfunktionen auf ein minimun reduzieren (z.b. durch einfrieren) und dich in 100 jahren wieder auftauen.
kommt alles ohne irgendwelche spezialeffekte aus und passt damit nicht in das bild, das „normale“ menschen von zeitreisen haben (so mit tschingbumm und brennenden autoreifenspuren etc.).
theoretischer hintergrund für reisen in die vergangenheit: es gibt angeblich sogenannte wurmlöcher. jeder der sich wirklich mit astrophysik auskennt, bitte ab jetzt wegschauen!! es gibt schwarze löcher, die materie ansaugen. dazu soll es gegenstücke geben, sogenannte weisse löcher. diese beiden objekte können über eine „brücke“ verbunden sein. objekte die in das schwarze loch eintreten, werden beim weissen loch rauskommen (das das objekt beim eintritt in das schwarze loch vernichtet wird, ist nur eines der probleme). nimmt man das weisse loch her und beschleunigt es, so müsste die zeit langsamer vergehen als für das dazu stillstehende schwarze loch. schickt man nun etwas in das schwarze loch rein, sollte es früher aus dem weissen loch rauskommen, als es in das schwarze reingeschickt worden ist. klingt nach schwachsinn und ich glaub auch nicht, dass es wirklich klappen kann. aber als ich den artikel, in dem genau dieses verfahren beschrieben wurde, gelesen habe, hat es halbwegs plausibel geklungen. habe aber nicht die hälfte vom wissenschaftlichen background verstanden…
da diese lösung aber im prinzip auch für reisen in die zukunft taugt (je nachem, welches ende beschleunigt wurde) und es auch reichlich spezialeffekte gibt, ist es schon eher nach dem geschmack, sience-fiction-verwöhnter geister.
so, und nun dürfen die astophysiker wieder aufhören zu lachen und sich ernsthafterer themen widmen ;->
erwin