ich bin zur Zeit wissenschaftlicher Angestellter an einer deutschen Uni und werde in einigen Wochen meine Promotion beenden (Fachrichtung BWL: Finanzierung).
Ich bin seit ca. 4 hahren an der Uni und nebenher arbeite ich zudem als Unternehmensberater (als freier Mitarbeiter ca. eine 40%-Stelle)in einem kleinen (20 Mitarbeiter) Unternehmen. Mein Problem ist, dass ich gerne aus der Uni weg will: Die Wissenschaft ist langfristig nichts für mich
Gerne würde ich in den Bereich „Vermögensberatung, Private Wealth Management oder so“. Selbstverständflich nur seriöse Sachen und keine Strukturvertriebe wie MLP, AWD oder so!
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Unternehmensberater habe ich hier bereits einige Berührungspunkte: Wir beraten Unternehmer/Unternehmen bei der Anlage und Strukturierung von Finanzen.
Mein Problem ist, ich glaube ich bin für meine angestrebte Position überqualifiziert, es sei denn ich werde Führungskraft. Dafür fehlt mir aber die Erfahrung, da ich bisher keine Leitungsaufgaben, Personal- oder Budgetverantwortung habe. Bei der bisherigen Beratungsfirma kann/will ich übrigens nicht bleiben.
Weis jemand vielleicht Rat oder kennt sich in der Branche aus um dies zu beurteilen?
Gerne würde ich in den Bereich „Vermögensberatung, Private
Wealth Management oder so“. Selbstverständflich nur seriöse
Sachen und keine Strukturvertriebe wie MLP, AWD oder so!
ich frage mich gerade, wo man in dieser Branche die Grenze zieht, um zu sagen, dass es sich um eine seriöse Sache handelt? Vermögensberatung für Privatkunden hat immer einen Hauch von Unseriösität. Sei Dir bewußt, dass es in dieser Branche weniger auf Beraterqualitäten als auf Verkaufstalent ankommt. Es ist fast schon eine Kunst beim Kunden ein Bedürfnis für eine Produkt, das er gar nicht wirklich braucht, zu wecken. Wenn der Kunde dann noch kauft, hat man gleich zwei Ziele erfüllt: 1. Umsatz generiert und 2. einen Kunden zufrieden gemacht.
Mein Problem ist, ich glaube ich bin für meine angestrebte
Position überqualifiziert, es sei denn ich werde
Führungskraft. Dafür fehlt mir aber die Erfahrung, da ich
bisher keine Leitungsaufgaben, Personal- oder
Budgetverantwortung habe.
Ich denke, dass die überwiegende Mehrheit aller Akademiker für ihren Job überqualifiziert ist. Was man im BWL-Studium lernt ist ja ganz nett, aber in der beruflichen Praxis braucht man davon so gut wie nix. Ich arbeite selbst in einem Vertriebsunternehmen und finde es immer wieder lustig mit anzusehen, was sich einige neue Kollegen auf ihren akademischen Abschluß einbilden. Meistens legt sich das aber ganz schnell wieder, wenn sie merken, dass ihre Qualifikation nix besonderes ist, und nur die Eintrittskarte für einen guten Job war.
Was ich damit sagen will: Du bist überqualifiziert, aber das interessiert wahrscheinlich niemanden. Ob du als Führungskraft (oder vielleicht doch eher als Spezialist) geeignet bis, werden irgendwann Deine Vorgesetzten und nicht Deine formale Qualifikation entscheiden. Starte doch einfach in dieser Branche. Falls es Dir nicht gefällt, kannst du Dir immer noch was anderes Suchen.
MfG
Stephan
PS: Ich fühle mich als „Zahlenjongleur“ im Innendienst wohler als im Auto auf dem Weg zum nächsten Kundentermin.
Sehe ich so wie mein Vorredner, Beratung von Privatkunden ist NIE seriös. Selbst wenn der Mitarbeiter das ohne Provisionsgier versucht, kriegt er Verkaufsdruck von oben.
Beratung von Unternehmen ist was anderes.