Hallo! 
Ersteinmal vielen lieben Dank für die vielen Antworten und die ganzen hilfreichen Tipps!
Doch nachdem ich die Berichte gehört hatte, bekam ich das kalte
Grausen.
Irgendwo empfinde ich das ganze steif und künstlich.
Wenn du normal zu einem Menschen sprichst, hörst du deine
Stimme auch in deinem Körper. Wenn du deine Stimme aber
aufgenommen hörst, fehlt dir dieses innere Hören deiner
Stimme. Das klingt für einen selbst dann völlig verfremdet.
Bei Sprechaufnahmen ist es in der Regel so, dass der Sprecher
Kopfhörer trägt, über die er beim Sprechen seine eigene Stimme
hört. Er hat also einen direkten Eindruck von dem, was er da
tut. Hast du denn einen Kopfhörer auf?
Nein, leider nicht. Ich weiß schon, dass da auch die Technik eine wichtige Rolle spielt. Angefangen vom Mikrophon ( so ich es gehört habe, befinden sich in professionellen Funkstudios Deckenmikrophone. Zudem haben sie noch Kompressoren und ein Mischpult „vom Feinsten“)
Da hast du recht. Du musst bei einer Aufnahme so sprechen, als
ob du eben tatsächlich in diesem Moment Zuhörer hat und nicht
erst später. Das Gesprochene ist ja für Zuhörer, auch wenn bei
der Aufnahme selbst niemand da ist. Stell dir einfach ein
Publikum vor.
Ist für mich erstmal eine schwierige Sache (ja, ich weiß, Männer und ihre nicht vorhandene Multitaskingfähigkeit). Ich konzentriere mich einerseits auf den Text (den ich auch noch selber geschrieben habe
), andererseits auf das Mikrophon, dass vor mir angebracht ist. Mir da noch einen oder mehrere Zuhörer vorzustellen fällt mir derzeit extrem schwer. Tut mir Leid
(Ich ich wollte mal beim Radio als Moderator arbeiten)
Wichtig ist, nicht einfach nur dazusitzen oder zu stehen
während der Aufnahme. Ich selber mochte es immer lieber, im
Stehen zu sprechen. Die Körperspannung ist besser und ich
hatte rein gefühlsmäßig mehr Raum und Platz, um meine Stimme
„auszubreiten“. Viele Sprecher dirigieren sich auch selber
beim Sprechen. Ich stand dann wirklich da und habe ähnlich
einem Dirigenten mit den Armen und Händen meine Sprache
gelenkt.
Das klingt interessant. Auf so einen Gedanken bin ich noch gar nicht gekommen. Aber wenn ich so darüber nachdenke, macht das ganze natürlich Sinn: wer sich bewegt, der ist nicht steif und wird dann auch lockerer sprechen.
Cooltige Idee
. Sollte ich mir überlegen zu üben
Gibt es Möglichkeiten, sich so zu trainieren, dass diese
„Arbeit“ flüssig und locker klingt?
Üben, üben, üben. Nimm dich selber auf, das hilft am Besten.
Schau dir mal Reportagen im TV an, da kannst du viel allein
vom Zuhören lernen. Die meisten Leute nehmen das Gesprochene
bei Reportagen nur nebenher wahr. Hör genau zu!
Auch ein tolle Idee 
Wenn das ganze über das Arbeitsamt läuft und du Chancen hat,
in diesem Bereich Fuß zu fassen, frag mal das Amt, ob sie dir
einen Kurs im Sprechen bezahlen.
Versuchen kann ich es ja, zumal ohnehin eine Förderung im Bereich Mediengestalter Bild und Ton in Angriff genommen wurde. Wenn das klappt, muss ich ja auch da Texte einsprechen. Und wenn mir ein Kursus dafür bezahlt wird…
Ach und noch was: Zünde eine Kerze an und spreche einen Text.
Die Kerze darf sich so wenig wie möglich bewegen. Versuche,
eine ruhige, angenemhe Spannung in dir zu haben. Ein schlaffer
Körper bekommt keine starke Stimme heraus. Angespannt darfst
du aber auch nicht sein, sonst „quetschst“ du deine Stimme
ein. Sei im Köpf hellwach, höre dir selber genau zu, was du da
sprichtst. Dieses Wachsein, dieses eigene Interesse an dem,
was du da sprichtst, hört der spätere Zuhörer.
Da verstehe ich jetzt gerade nicht, was Sie meinen. Meinen Sie, dass ich während des Sprechens die Kerze so halten soll, dass sich die Flamme nicht bewegt. Oder soll ich sprechen, während ich die Kerze anzünde?
Bei der Gelegenheit: ich habe mir derzeit einige Bücher über Sprechtraining besorgt. Das Buch, was ich gerade durcharbeite, heißt „Sprechertraining“, das zweite trägt den Titel „Frei sprechen“. Beide sind von einem Menschen geschrieben, der seit 20 Jahren als Sprechtrainer arbeitet. Ich hoffe natürlich, dass ich da so einiges draus filtern kann 
Lieben Gruß und noch einmal an alle ein ganz dickes Dankeschön für die Antworten
Michael Vogl