In gespannter Erwartung

Hallo Leutz,

ich bin ja ernsthaft gespannt, wielange sich der Großteil der Arbeitnehmer sich das noch gefallen läßt hier im Musterländle. Bis 2010 gibts hier einen Kahlschlag an Sozialleistungen, der uns im Prinzip schon in eine Zeit vor Bismarck zurückgeschlagen hat. Allerdings kan ich mir nicht vorstellen, dass dies bis 2010 dauern soll. Spätestens beim nächsten Frühjahrsgutachten dürfte Eichel vorm Abgrund stehen. Nur, dass er da nicht dran Schuld ist. Es ist völlig egal, was er wo macht, die Arbeitslosigkeit steigt weiter und die Haushaltslöcher vergrößern sich dadurch. Folge --> verstärkterer Sozialabbau, schärfere Umverteilung von unten nach oben.

Was ich nicht begreifen kann, ist, wie man sich kontinuierlich weiter verarschen lassen kann, ohne dieses mitzubekomen. Nein, die Leute hierzulande sind so herrlich durch die Medien geimpft, dass sie schon selbst zum Masochismus greifen und sich weitere Einschnitte in ihr Leben wünschen.

Also nochmal langsam für Steinmetze zum mitmeißeln:
Dies ist ein Währungssystem aus Einnahme- und Ausgabeüberschüssen. Um Geld in Umlauf zu bringen, muß ich Kredit aufnehmen (egal wer). Dann wird verlangt, dass bsplw. für 100 € 108 € zurückgezahlt werden. Das ist schlicht unmöglich, wenn nicht ein anderer einen neuen Kredit aufnimmt und somit neues Geld in Umlauf bringt, mit dem ich meinen alten bezahlen kann. Mit irgendeinem imaginären Wert hat das garnichts zu tun. Es wäre aber kompensierbar durch Steuer(ungen).
Nun haben woir auch noch Kapitalismus. Das heißt nichts anderes, als dass kontinuierlich Geld dem Markt entzogen wird, um damit anderes Geld (Kredit) zu decken. Zwangsweise hat das irgendwann zur Folge, dass jegliches Geld dazu benötigt wird, um Kredite zu decken, was garnicht möglich ist. Deshalb geht es auch „der Wirtschaft“ so schlecht. Möglich wäre eine kurzfristige deckung lediglich dadurch, dass neue „Werte“ ins Spiel gebracht werden, z.B. Sozialleistungen, anderer Staaten Besitz…
Es ist ein Wirtschaftskrieg nach innen und aussen, um einer handvoll Spinnern es zur ermöglichen, euch zu sagen, was ihr zu tun und zu lassen habt. Bei einem konsequentem Abbau, nicht selbstgenutztem Eigentums, welcher im Geldkreislauf herumschwirrt, könnten wir morgen schon in Saus und Braus leben bei der Produktivität in Deutschland. Genau dort liegt das langohrige Waldtier im exotischen Gewürz. Geht aber nicht, da das kein Kapitalismus mehr wäre :frowning:

dazu noch ein lesenswerter Beitrag: http://… „Ein Angriff auf Menschen“

Gruß
Frank

Team: URL entsprechend der AGB gelöscht

Hallo Frank,

hier darfst Du nicht Quellen wie die jW benennen - die gilt doch als unseriös! Wenn schon, dann musst Du so etwas wie „Die Welt“ zitieren; dort habe jene Leute Einfluss, die uns die Welt so zeigen, wie sie sein muss, damit endlich das Bewusstsein (von wenigen) das Sein (von vielen) bestimmt.
   Zu Deinen Zeilen wollte ich noch einen Artikel von Prof. Rainer Roth gesellen und stellte zu meiner Überraschung fest, dass auch der jW-Artikel von ihm stammt. Trotzdem, hier die Adresse zu seiner Rede „Zu faul, für 1.000 DM zu arbeiten?“: http://www.labournet.de/GewLinke/kongr4-roth.html

Während Du dies lesen wirst, überlege ich mir in diesen so harten Zeiten, ob ich nicht ein wenig Amok in einem Altersheim laufe, um die Rentenversicherung noch ein wenig mehr zu entlasten, damit die Noch-Einzahlenden mehr Geld für den Konsum haben…
   Und ob man angesichts der leeren Kassen nicht auch die Parteien und Wahlen einsparen sollte? Denn über Jahre hinweg die gleichen Mannschaften mit wechselnden Spielern zu sehen ist doch ermüdend, wenn sie weder Rechtsaussen noch Linksaussen kennen und sich am neuen Mittelkreis ständig mit Schmutz bewerfen. Als Zuschauer kann man dabei noch so sehr durch die Finger oder alternativ auf dem letzten Loch pfeifen; das stört sie nicht. Hauptsache, man hat das Eintrittsgeld bezahlt!

Marco

unseriös?
Hallo Marco,

hier darfst Du nicht Quellen wie die jW benennen - die gilt
doch als unseriös!

Im Gegenteil. Die Junge Welt war im bürgerlichen Osten wie heute das einzige seriöse politische Organ. Bezeichnend auch ihre Belächlung des bevorstehenden Zerfalls der sich so herrlich ins bürgerliche Lager einpassenden PDS, der einzigen Partei, in der es sogar bürgerliche Kommunisten gibt :smile:.

Tut mir ja echt leid, seriösere Quellen finde ich nicht.

Gruß
Frank
BTW: Sparen: Arbeitslager und erschiessen bei Arbeitsunfähigkeit wäre noch billiger.

unseriös!
Hallo,

Im Gegenteil. Die Junge Welt war im bürgerlichen Osten wie
heute das einzige seriöse politische Organ.

Kann sein, daß sie das war. Aber alles ist relativ und die Zeiten ändern sich.

Bezeichnend auch
ihre Belächlung des bevorstehenden Zerfalls der sich so
herrlich ins bürgerliche Lager einpassenden PDS, der einzigen
Partei, in der es sogar bürgerliche Kommunisten gibt :smile:.

WAS FÜR EIN BEWEIS FÜR SERIOSITÄT!

Tut mir ja echt leid, seriösere Quellen finde ich nicht.

Was ich mmir wiederum gut vorstellen kann. Wer nicht sucht, findet eben auch nicht.

Axel

Hallo,

Im Gegenteil. Die Junge Welt war im bürgerlichen Osten wie
heute das einzige seriöse politische Organ.

Kann sein, daß sie das war. Aber alles ist relativ und die
Zeiten ändern sich.

Die Menschen können sich aber nicht rückwärts entwickeln. Und gerade heute ist sie nunmal als Zeitung die einzige (neben anderen Plattformen). Das kann man aber nur verstehen, wenn man ein bißchen Ahnung von der Theorie hat. Bissl zum studieren für dich: http://www.marxists.de/inhalt.htm

Bezeichnend auch
ihre Belächlung des bevorstehenden Zerfalls der sich so
herrlich ins bürgerliche Lager einpassenden PDS, der einzigen
Partei, in der es sogar bürgerliche Kommunisten gibt :smile:.

WAS FÜR EIN BEWEIS FÜR SERIOSITÄT!

Klar. PDS wiedermal als bürgerliche Stalinisten entlarvt. Finde ich sehr aufschlußreich.
Du wirst garnicht glauben, wieviele linke chauvinistische Strömungen es gibt. Noch nicht mal alle, die sich Kommunisten nennen, darf man als solche sehen. Jegliche „Reformer“ oder Befürworter einer Partei im bürgerlichen System sind Opportunisten.

Tut mir ja echt leid, seriösere Quellen finde ich nicht.

Was ich mmir wiederum gut vorstellen kann. Wer nicht sucht,
findet eben auch nicht.

Zur genüge gesucht. Wer hat denn das geistige Werkzeug, seriös zu analysieren? Was ist für dich seriös? n-tv? Springerpresse? Bildzeitung?
taz geht auch noch.

Gruß
Frank

Hallo,

Die Menschen können sich aber nicht rückwärts entwickeln.

Einige schon Du z.B. warst während Deiner Schulzeit noch lernfähig. Vermute ich jedenfalls. Korrigier mich, wenns nicht stimmt.

Und
gerade heute ist sie nunmal als Zeitung die einzige (neben
anderen Plattformen). Das kann man aber nur verstehen, wenn
man ein bißchen Ahnung von der Theorie hat. Bissl zum
studieren für dich: http://www.marxists.de/inhalt.htm

Die Seriosität des einen Kommunisten wird durch den anderen bewiesen. Ich sehe, die Katze beißt sich in den Schwanz.

Zum Rest fällt mir leider heut nichts mehr ein. Ist einfach schon zu spät.

Axel

Hallo Frank!

Tut mir ja echt leid, seriösere Quellen finde ich nicht.

Nee, ich find’s ja okay! Denn ich wüsste nicht, wodurch sich andere Publikationen um Seriosität verdient gemacht haben sollen. Aber die antikommunistische Propaganda wirkte im Westen so gut wie die antikapitalistische im Osten. Leider leben wir nach wie vor im Westen und weder in der neuen noch goldenen Mitte. Und diese alten (westlichen) Ansichten sitzen halt weiterhin in den Köpfen und werden nach wie vor bekämpft. Heute heisst es eben nicht mehr „Freiheit statt Sozialismus“, heute „bemüht“ man sich darum, die letzten Reste einer sozialen - noch nicht einmal die einer sozialistischen - Gesellschaft (wenn man „sozial“ im allgemeinen Sprachgebrauch verstehen will) mittels hanebüchenen Erklärungen zu beseitigen. Ja, heutzutage soll jeder seines eigen Glückes Schmied sein - nichts dagegen, wenn auch tatsächlich jeder Hammer und Amboss zum Schmieden erhielte!

BTW: Sparen: Arbeitslager und erschiessen bei
Arbeitsunfähigkeit wäre noch billiger.

Dieser Sarkasmus deckt sich mit einem Kommentar, den ich vor einigen Tagen in einer Rundmail schrieb:

Wer nicht (nur) lesen, sondern selbst aktiv die kranke Volkswirtschaft unterstützen will, dem sei ein Amoklauf durch das nächste Alterheim empfohlen. Das entlastet die Rentenversicherung ad hoc, und diese Einsparungen können die Noch-Einzahlenden wiederum zur tatkräftigen Konsum- und Konjunktursteigerung verwenden.
   Aber eines sollte dabei nicht vergessen werden: Nach vollbrachter Tat bitte sogleich Suizid begehen, denn freie Kost und Logis hinter staatlichen Einrichtungen kosten die Steuerzahler pro Person und Nase jährlich um die 25.000 Euro.

(o; Marco