„In sich geschlossene“ Texte sind abgeschlossen, d.h., der Gedankengang, die Pointe, die Geschichte ist inhaltlich zu einem klaren Ende gekommen, alle Erzählstränge sind in befriedigender Weise verbunden oder aufgelöst worden, es besteht keine Spannung mehr a la „Wie gehts denn jetzt bloß weiter? Was bedeutet das alles?“
Nicht abgeschlossene Texte haben ein offenes Ende, lassen den Leser im Unklaren darüber, was jetzt noch passieren wird und muss. Kurzgeschichten sind oft so aufgebaut - der Leser erfährt den Konflikt, nicht aber die Lösung/Katastrophe, er muss selbst überlegen, wie es weitergehen könnte.
Die Formulierungen „in sich geschlossene Aphorismen“ finde ich merkwürdig, genauer: hohl und überflüssig. Aphorismen sind kleine Sinnsprüche, sie müssen also per Definition sinnvoll sein. Das geht kaum, wenn sie alles offen lassen.