Für alle die gestern WISO verpassten
(GREENCARD auch eine art arbeitsplätze zu schaffen,nur leider nicht für unsere arbeitlosen,dank rot-grün)
Thema 10.04.00
Arbeitslose EDV-Experten
Das Informationszeitalter hat auch Deutschland voll im
Griff, in den vergangenen Wochen wurde aus der
Computerwirtschaft sogar ein Politikum. Das Dilemma:
der Branche macht ihr eigener Erfolg Probleme.
30.000 sind angeblich nicht mehr vermittelbar
Für 70.000 IT-Spezialisten
(IT =Informations-Technologie)
gibt es Arbeit, während
30.000 arbeitslose
EDV-Oldtimer angeblich
nicht mehr vermittelbar
sind, zu wenig Junge
ausgebildet werden und
Politik und Wirtschaft sich
um die Anwerbung von
ausländischen Spezialisten streiten. Währenddessen
gerät die deutsche Computerlandschaft international
ins Hintertreffen.
Firmen sind wählerisch
Doch das liegt bei weitem nicht nur an der Politik allein
denn die Firmen sind wählerisch: Es gibt genügend
Fachleute, die in der Branche arbeiten wollen und
können, aber nicht hineingelassen werden.
Ein Beispiel: Das Essener Arbeitsamt und Siemens
Business Services haben in den vergangenen zwölf
Monaten arbeitslose Ex-Führungskräfte zu
SAP-Spezialisten umgeschult. Das Besondere an
diesem Kurs: Alle Teilnehmer sind schon um die 50
Jahre alt und älter. Doch kurz vor Ende ihrer Ausbildung
will sie keiner haben: Von den 26 Umschülern haben
bis jetzt nur fünf einen Job in der Tasche. Die restlichen
21 haben scheinbar in der jungen Computerbranche
nichts mehr zu suchen. Hundertfach haben sich die
Umschüler bei potenziellen Arbeitgebern beworben -
der Erfolg war erbärmlich.
Drei Firmen schrieben ganz unverblümt, was sie stört:
Trotz Qualifikation sei „bei den vorgeschlagenen
Bewerbern das Alter zu hoch“. Konkret: „Die
Altersvorstellungen liegen zwischen 30 und 45 Jahren.“
Selbst Siemens als Mitinitiator dieser Umschulung
lehnte alle Bewerber ab. Auch hier der Grund: das
Alter.
Arbeitslose EDV-Experten
Kenner der Branche haben das Problem erkannt. Dieter
Scheitor, Teamleiter im Fachgebiet IT-Industrie beim
Vorstand der IG-Metall, klagt die Geschäftsleitungen
der Firmen an:
„In gewisser Hinsicht ist die Brücke zwischen Jung und
Alt in der IT-Industrie tatsächlich zerstört. Die
IT-Industrie ist ja bekannt dafür, dass sie ihren
Jugendlichkeitswahn von Seiten der
Geschäftsführungen hat. (…) Es gibt aber sehr viele
Menschen in unserem Land, die Interesse haben und
die auch die Fähigkeiten haben, in den qualifizierten
IT-Jobs zu arbeiten.“
Mentalität des „Hire-and-Fire“
Ein weiteres Problem ist die
„Hire-and-Fire“-Mentalität
der Unternehmen. Das
heißt: In dieser Branche
bekommen Fachleute oft
nur einen Job auf Zeit. In
der Computerbranche ist
die Firma Compaq ein
positives Beispiel für
langfristige
Personalplanung und Personalbindung. Sie zeigt auf
moderne Art, wie Weiterqualifizierung aussehen kann.
Weil der Nachschub an neuen Arbeitskräften begrenzt
ist, informiert die Firma auf großen Firmenpartys die
eigenen Leute darüber, was es im Haus so Neues gibt.
Betriebsinterne Weiterbildung ist neuerdings in den
Arbeitsverträgen festgeschrieben - für Jüngere und
Ältere.
Informations-Adressen
Informationen zum Pilotprojekt
des Arbeitsamtes Essen und
Siemens-Businnes-Services:
01802-221820; im Internet
unter www.siemens.com/qp.
Eine Zusammenfassung aller
von SAP lizenzierten
Schulungsanbieter im
SAP-Bereich findet sich im
Internet auf der Seite:
www.sap.de unter dem Link
„Trainingspartner“.
Allgemeine Informationen zum
Thema „Berufliche
Weiterqualifizierung“ gibt auch
die Bundesanstalt für Arbeit
auf ihrer Homepage:
www.arbeitsamt.de
www.siemens.com/qp
www.sap.de
www.arbeitsamt.de