Indexfonds als Anlage. Wenn ja, welche Indizes?

Hallo nochmal,

weiterhin stellt sich mir die Frage nach den Indexfonds. Ich bin ein Anleger, der sich zeitweise versucht verantwortungsvoll um sein Geld zu kümmern, dann aber lieber wieder andere Dinge tut. Sprich, der bequeme Anleger, ich möchte jetzt anlegen und dann einige, vielleicht viele, Jahre Ruhe haben. Weil ich wenig Lust drauf habe und wegen der Steuer sowieso.

Bislang haben an meinen Anlagen immer nur die anderen verdient. Einige Aktienfonds sind gut gelaufen, das hat dann was gebracht, andere haben sich irgendwann tot gelaufen oder sind ins Minus. Unterm Strich nix oder sogar minus.

Da es ab jetzt lange laufen soll und ich nicht mehr von der Qualität eines Fonds abhängig sein will, habe ich an Indexfonds gedacht. Verzichte gern auf die Bombenrendite, die einige Fonds bringen und will vermeiden, dass andere künftig unter dem Index liegen. Ich weiß also dass keine maximale Rendite zu erwarten ist. Ich möchte eine gemessen am jeweiligen Markt mittlere Rendite und dafür aber nicht ins Klo greifen mit einem Fonds und auch nicht mehr drüber nachdenken müssen.

Dabei habe ich an die Märkte

Osteuropa
Schwellenländer allgemein
Europa
Euroland
Rohstoffe
Euro Small Caps

gedacht. Natürlich die riskanteren nur als Beimischung. Bei Finanztest habe ich gelesen, dass man darauf achten soll, die richtigen Indizes zu finden, die dem zugrunde liegen. Am besten breit gestreute, mit großen und kleine Werten. Die Stoxx und DJ Indizes hätten zuviele Standardwerte. Hingegen wurde für Europa z.B. der MsCI als Index empfohlen.

Meine Fragen sind:

a) Gibt es irgendwas, das ganz fürchterlich gegen Indexfonds spricht (außer der eher schmaleren Rendite)

b) Sind die von mir genannten Märkte o.k, Gewichtung auf Europa? Für den Welt-Bereich würde ich mir normale Fonds kaufen

c) Welche Indizes sind dafür geeignet, den Markt einigermaßen gewinnträchtig abzubilden?

d) Ist es richtig, dass man jede Fondsgesellschaft nehmen, die den ausgewählten Index als Fonds anbietet? Man würde dann die mit den geringeren Gebühren nehmen.

Freue mich auf eure Antworten und wünsche schöne Woche

Anleg77

hallo,

kuckste:

http://www.portfoliotheorie.com/grundlagen/newslette…

sowohl portfoliogestaltung, als auch etwas weiter unten das thema sachwerte.
du solltest im bereich hedging etwas nachbessern. das macht sich in unruhigen börsenzeiten nicht schlecht!
man muss ja nicht gleich weltmeister werden wollen:

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/ak…

strubbel
€:open_mouth:)

Hallo,

a) Gibt es irgendwas, das ganz fürchterlich gegen Indexfonds
spricht (außer der eher schmaleren Rendite)

höchstens eine nicht dazu passende Erwartungshaltung.

b) Sind die von mir genannten Märkte o.k, Gewichtung auf
Europa? Für den Welt-Bereich würde ich mir normale Fonds
kaufen

„Man“ sagt zwar, dass für den Euro-Anleger ein Schwerpunkt auf Europa liegen sollte, aber letztlich weiß kein Mensch, was langfristig wirklich geschieht und welche Märkte die besseren sein werden.

c) Welche Indizes sind dafür geeignet, den Markt einigermaßen
gewinnträchtig abzubilden?

Dafür müsste man wissen, welcher Markt gewinnträchtig sein wird. Siehe oben.
Aber mal grundsätzlich:
Im Bereich Standardwerte, z.B. DAX, ist es für einen Fondsmanager sehr schwierig, einen Mehrwert durch besseres Research zu erzielen. Diese Unternehmen werden ständig von einer ganzen Horde Analysten analysiert und alle leben von den gleichen Information. Da bleibt nichts unentdeckt.
Im Bereich der Small Caps (kleine Unternehmen) kann man eher mal eine Perle früher als alle Anderen entdecken, was dann die outperformance gegenüber dem Index ausmacht.

Es kann also durchaus Sinn machen, den Bereich Standardwerte mit Indexfonds abzudecken. Hier hat ein Fonds es sehr schwer, den Index zu schlagen.
Im Bereich Nebenwerte / Spezialitäten kann ein guter Manager mehr ausrichten. Jetzt musst Du nur noch entscheiden, wer ein guter Manager ist … .

d) Ist es richtig, dass man jede Fondsgesellschaft nehmen, die
den ausgewählten Index als Fonds anbietet? Man würde dann die
mit den geringeren Gebühren nehmen.

Das ist schon richtig. Allerdings gibt es so viele verschiedene Anbieter nicht im Bereich Indexfonds. Die Gesellschaften verdienen daran halt viel weniger, als an einem aktiv gemanagten Fonds… .

Gruß vom Money-Schorsch

Indexfonds müssen nicht zwangsläufig zu einer niedrigen Rendite führen. Man sollte sie immer langfristig sehen, ein schneller Gewinn ist mit ihnen eher nicht zu machen. Aber zurzeit ist an den Börsen ja ohnehin etwas vorsicht geboten.

Rohstoff-Indices können zurzeit ein guter Tipp sein, da Rohstoffe zurzeit gerade steigen. Siehe Artikel hier:

http://forum.lohnsteuer-kompakt.de/user-forum-banken…

Vielleicht schon mal an so genannte Öko- oder Ethik-Indices gedacht? Die haben sich auch recht gut entwickelt in den letzten Jahren, da die Nachfrage steigt. Hier eine Grafik mit ein paar Infos.

http://www.forium.de/redaktion/rendite-mit-moral-eth…

Da kann man vielleicht Rentabilität mit Nachhaltigkeit verbinden.

Viele Grüße vom
solutionseeker

Hallo liebe Leute,

vielen Dank für eure Antworten und Links. Es ist schon ganz schön viel, worauf man achten sollte. Bin verwirrt.

Jetzt habe ich gehört, dass es Dachfonds für Indexfonds gibt? Wie findet ihr das denn? Verwaltung ist dann aber auch gleich wieder 1,2 % oder so.

Was haltet ihr von den neuen Superfonds (z.B. DWS Vermögensmandate)? Sie sollen noch mehr Spielräume lassen. Auch nicht ganz billig.

Oder doch einfach (und billig) ein paar Indices nachbilden und fertig?

Außerdem will ich euch nicht vorenthalten, was ich heute gelesen habe:

zitiere:
„ETF sind immer zu 100 Prozent investiert und nehmen volle Fahrt auf, wenn Börsen steigen“, hat das Fondsanalysehaus Morningstar beobachtet. Mit ihren niedrigen Verwaltungsgebühren haben sie zudem gegenüber klassischen Aktienfonds einen nicht zu unterschätzenden Kostenvorteil, der sich positiv in der Wertentwicklung niederschlägt.
Allerdings wird dieser Effekt wohl rasch auslaufen. Banken, Versicherer und Finanzdienstleister machen rund ein Drittel der Aktienmärkte aus. „Damit haben passive Anlageformen einen Bremsklotz am Bein, denn die meisten ETFs basieren auf marktkapitalisierungsgewichteten Indizes mit einem entsprechend hohen Gewicht von Citigroup, HSBC oder Société Générale“, erwarten die Fondsanalysten. Im gegenwärtigen Marktumfeld schlage wieder die Stunde aktiver Fondsmanager, die sich nicht an Vergleichsindizes orientierten. Dieser Favoritenwechsel dürfte sich schon bald in unseren Aktienfonds-Ranglisten niederschlagen. zitat Ende

Hat das eine Bedeutung, wenn man langfristig denkt?

Liebe Grüße und schönes WE

Anleg77

P.S. guter LInk ist übrigens morningstar.de, hier steht auch das mit den Superfonds