Indianer USA Kanada

hallo,
m.W. gab es nie Vernichtungsfeldzüge gegen Indianer in Kanada. In USA waren sie alltäglich.
Woher kommt dass?
Denn Kanadier sind genauso europäischer Abstammung wie die der USA.
Oder habe ich in der Schule geschlafen und Kanada kannte die gleiche Indianervernichtung und Ausrottung? Also einen Idianer-Holocaust.
Grüße
Raimund

hallo,
m.W. gab es nie Vernichtungsfeldzüge gegen Indianer in Kanada.
In USA waren sie alltäglich.

Unzulässige Pauschalisierung. Die Lektüre von Karl May oder Lederstrumpf genügt nicht. Empfehlenswert: „Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika“ / Udo Sautter. ISBN 3-520-44301-5 Buch anschauen.

Woher kommt dass?

Dass was?

Denn Kanadier sind genauso europäischer Abstammung wie die der
USA.

Wie wer du Formulierungskünstler?

Oder habe ich in der Schule geschlafen und Kanada kannte die
gleiche Indianervernichtung und Ausrottung?

Ist Vernichtung nicht mit Ausrottung identisch?

Also einen
Idianer-Holocaust.

Unzulässige brendlesche Wortschöpfung

Grüße

P.

Hallo Raimund,

es gab tatsächlich Unterschiede in der Politik gegen die Indianer. Die hingen, soweit ich das beurteilen kann, mit der Nutzung des Landes durch die Weißen zusammen. In Kanada, wo der Pelzhandel eine der Haupteinnahmequellen für die Weißen war, benötigte man die Indianer, die ihre erbeuteten Felle z.B. der Hudson Bay Company verkauften. Man lebte also in Koexistenz, ohne dass ich sagen würde, die Weißen behandelten die Indianer menschenwürdig. (Daneben wurden gerade in Kanada ja auch die verschiedenen Gruppen in die „weiße“ Kriegführung eingebunden und erlebten große Verluste, wie z.B. die Huronen, die, bis auf einige missionierte Gruppen, die sich Wyandot nannten, ausgelöscht wurden.

In den USA waren es vor allem Siedler, die Landwirtschaft betrieben, und denen die Indianer Konkurrenten um das Land waren. Dazu kamen allerdings noch andere wirtschaftliche Interessen. Beispielsweise hatten die Eisenbahngesellschaften das Problem, dass sie von Osten und von Westen kommend ihre Teilstrecken nicht verbinden konnten, da es Widerstand von Indianerseite gab. Die Zeit lief und das kostete Geld. Es gibt eine These, dass bei Little Big Horn General Custer in die Falle geschickt wurde. Zu der Zeit gab es im Osten eine relativ pro-indianische Stimmung. Delegationen der Sioux etc. waren in Washington und fanden dort Gehör. Es gab also keinen „Grund“, militärisch gegen die Indianer vorzugehen. Die Armee, mit der Custer unterwegs war, hatte sich in drei Spitzen aufgeteilt, die das Lager der Indianer von drei Seiten angreifen sollten. Während Custer weitermarschierte, blieben die anderen beiden Spitzen stehen und ließen ihn in die Falle laufen. Das löste zwei Probleme. Man war Custer los, der ziemlich unangenehm war und Präsidentschaftsambitionen hatte, und man konnte die Indianer wieder als blutrünstige Wilde darstellen, die man besiegen musste.

Soweit in Kürze mein Kenntnisstand.

Liebe Grüße
Burkhard

danke, klasse Kurzabhandlung. o.w.t
.

Hallo,

Also einen
Idianer-Holocaust.

Unzulässige brendlesche Wortschöpfung

Was (du) immer auch gegen manche „brendlesche Wortschöpfungen“ einzuwenden ist, hier ist sie absolut richtig! Manche Indianer sind der Meinung, dass die Vernichtung der Indianer ohne weiteres mit dem Völkermord der Nazis zu vergleichen ist. Aber ich sage das mit aller Vorsicht, um nicht in den Geruch der „Relativierung“ zu kommen.
Lies mal Original-Bücher von Amerikanern, z.B. „The Patriot Chiefs“ von Alvin M. Josephy, da wird dir regelrecht schlecht, mit welcher Vehemenz die Siedler gegen die Indianer vorgegangen sind, gedeckt durch Armee und Regierung - das war planmäßig! Lies mal die Geschichten von Sitting Bull und seiner berühmten Rede vor Weißen, die dem Übersetzer den Angstschweiß in die Stirne trieb und die er aus Angst völlig anders übersetzte, als das was S.B. sagte („Ihr seid alle Lügner, … Vertragsbrecher …“). Lies mal die unsägliche Geschichte der Nez Perce und Chief Joseph! Usw. usw.
Viele in dieser Welt haben Wiedergutmachung geleistet (soweit das für Völkermord überhaupt möglich ist) oder sich (billigerweise) wenigstens entschuldigt - aus Amerika ist mir dazu nichts bekannt.

Gruß, Stucki