Indirekte Rede

Hallo!

Wie ist es korrekt?

Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die Erde keine Scheibe darstelle.

Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die Erde keine Scheibe darstellt.

Wie lautet die entsprechende Regel?

Gruß
Jooge

Hi Jooge,

Wie lautet die entsprechende Regel?

da hier niemand spricht, weder direkt noch indirekt, ist „darstelle“ hier nicht angebracht.

Gruß Ralf

Hallo Ralf!

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich präzisiere:

Wissenschaftler sagen, dass die Erde keine Scheibe darstelle.

Jetzt spricht jemand. Ist die Schreibweise korrekt?

Gruß
Jooge

Hallo Ralf!

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich präzisiere:

Wissenschaftler sagen, dass die Erde keine Scheibe darstelle.

Jetzt spricht jemand. Ist die Schreibweise korrekt?

Ja!
Aber es geht nicht um die Schreibweise - das wäre die Orthographie -, sondern um die Grammatik. Der Konjunktiv ist richtig.

Schönes Wochenende und Gruß - Rolf

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich präzisiere:
Wissenschaftler sagen, dass die Erde keine Scheibe darstelle.
Jetzt spricht jemand. Ist die Schreibweise korrekt?

Bei indirekter Rede unterscheidet man eingeleitete Nebensätze von uneingeleiteten Nebensätzen. Dein Satz ist ein Beispiel für Ersteres:

Otto sagt*: »Fritz weiß es.« → Otto sagt, dass Fritz es weiß/wisse. (Einleitung unterstrichen)
(* auch möglich: meint; bekundet; ist der Ansicht; usw. usf.)

Bei eingeleiteten Nebensätze wie oben kannst du zwischen Indikativ (wird) und Konjunktiv I (werde) wählen. Bei uneingeleiteten Nebensätzen hast du diese Wahlmöglichkeit nicht, sondern musst einen grammatischen Satz mit dem Konjunktiv konstruieren:

Otto sagt: »Fritz weiß es.« → Otto sagt, Fritz wisse es.

Alles klar?

Gruß
Christopher

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Hallo

Ich habe auch folgendes gelernt (aber stimmt das wirklich ?)

Wissenschaftler sagen,die Erde stellt keine Scheibe dar. Also mit dem Indikativ, glaubst du wirklich was sie sagen.

Wissenschaftler sagen, die Erde stelle keine Scheibe dar. Also mit dem Konjonktiv I, bleibst du neutral.

Wissenschaftler sagen, die Erde stellte keine Sceibe dar (oder würde keine Scheibe darstellen). Also mit dem dem Konjonktiv II, zweifelst du daran.

Ich hoffe ihr habt mich gut verstanden, es ist für mich nicht leicht solche abstrakte Sachen zu erklären.

gruss

Hallo Ralf!

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich präzisiere:

Wissenschaftler sagen, dass die Erde keine Scheibe darstelle.

Jetzt spricht jemand. Ist die Schreibweise korrekt?

na nur gut, dass du präzisiert hast:smile:

ergänzend zu christopher…wenn du die sätze sprichst, ist es egal.

Hallo!

(aber stimmt das wirklich ?)

Da bin ich mir nicht so sicher.

Wissenschaftler sagen,die Erde stellt keine Scheibe dar. Also
mit dem Indikativ, glaubst du wirklich was sie sagen.

Das ist aber exakt die wörtliche Rede, und verlangt die nicht Doppelpunkt und Anführungszeichen?

Wissenschaftler sagen, die Erde stelle keine Scheibe dar. Also
mit dem Konjonktiv I, bleibst du neutral.

Das ist die korrekte Wiedergabe in der indirekten Rede, mit subjektiver Färbung hat die nichts zu tun; allenfalls kann man die mit Konjunktiv oder Indikativ im dass-Satz ausdrücken.

Wissenschaftler sagen, die Erde stellte keine Sceibe dar (oder
würde keine Scheibe darstellen). Also mit dem dem Konjonktiv
II, zweifelst du daran.

Nein, das ist einfach der falsche Konjunktiv in der indirekten Rede. Der Konjunktiv II drückt den Irrealis aus: Dass eine Behauptung nur unter einer bestimmten - nur gedachten, nicht real vorhandenen - Bedingung richtig ist. Dazu fällt mir als passendes Beispiel nur die Umkehrung ein:
Wissenschaftlier sagen, dass die Erde eine Scheibe wäre, wenn wir vom Segelschiff am Horizont zuerst die Masten sähen und nicht den Bug.
Gruß!
H.

Hallo

Ich habe auch folgendes gelernt (aber stimmt das wirklich ?)

Diese Unterscheidung wird heute in der Tat von manchen so akzeptiert und auch gelehrt. Auch Lehrbücher für Aualänder geben das so an, z. B. Sprachkurs Deutsch von Häussermann.

Aber das ist ein Zugeständnis an die Unfähigkeit der meisten Deutschen, mit der indirekten Rede korrekt umzugehen. Und diese findet sich auch bei Nobelpreisträger.

Man könnte vom „subjektiven Gebrauch der Konjunktive“ reden. Parallel zu dem subjektiven Gebrauch der Modalverben.

Das ist aber NICHT die indirekte Rede, die den Konjunktiv I erfordert und nur bei Formengleichheit mit dem Indikativ Präsens den Konjunktiv II benutzt.

Gruß Fritz

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Hallo Fritz,

Aber das ist ein Zugeständnis an die Unfähigkeit der
meisten
Deutschen, mit der indirekten Rede korrekt umzugehen.
Und
diese findet sich auch bei Nobelpreisträger.

Eigentlich ist dies keine Unfähigkeit, sondern bloses Nichtanwenden.
Der Deutsche sagt: „Fritz sagt:„Er hat Recht.““ Da man jedoch die Anführungszeichen nicht mitspricht, spricht man im Grunde die direkte Rede, was einem glauben lässt, man benutze die indirekte.
Am Ende fragt sich der Deutsche, wieso er denn, wenn er sowieso schon anders spricht als schreibt, jetzt noch anderser schreiben als er schon anders sprechen tut.
So landen wir am Ende am Anfang, wobei der Profi die Mitte wahrnimmt, die für den Anfänger nicht existiert, da er ja gleich am Ende ankommt. Für den Profi gibt es jedoch nur Mitten…ehm…

und da ich kein Profi bin, mach ich auch kein Mittag…ehm…ich muss weg…jetzt…bin am Ende…

mfg:smile:
rené

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Eigentlich ist dies keine Unfähigkeit, sondern bloses
Nichtanwenden.
Der Deutsche sagt: „Fritz sagt:„Er hat Recht.““ Da man jedoch
die Anführungszeichen nicht mitspricht,

Ein guter Sprecher kann die Satzzeichen, sei es Komma, ein Semikolon oder auch einen Doppelpunkt sehr wohl stimmlich ausdrücken; durch eine verlängerte Pause etwa. Und auch die Anführungszeihcne sind durch eine Hebung der Stimmlage ausdrückbar.

Wenn ich Gerd Westphal lausche, wenn er Mannsche oder Fontanesche Texte liest, höre ich jedes Satzzeichen.

spricht man im Grunde die direkte Rede, was einem glauben lässt, man benutze die indirekte.

Also ich höre das anders.

Am Ende fragt sich der Deutsche, wieso er denn, wenn er sowieso schon anders spricht als schreibt, jetzt noch anderser schreiben als er schon anders sprechen tut.

Ich glaube nicht, dass die Sache so simpel zu lösen ist.

Gruß Fritz

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Hallo Fritz,

Ein guter Sprecher kann die Satzzeichen, sei es Komma,
ein
Semikolon oder auch einen Doppelpunkt sehr wohl
stimmlich
ausdrücken; durch eine verlängerte Pause etwa. Und
auch die
Anführungszeihcne sind durch eine Hebung der Stimmlage
ausdrückbar.

Da hast du sehr wohl Recht.
Somit als Resumé: Jeder, der nicht richtig betont, spricht falsch.Da er als Folge das Gesprochene falsch schreibt,schreiben wir im Grunde falsch, weil wir falsch sprechen. Wenn wir also von Anfang an richtig sprechen würden, könnten wir irgendwann auch richtig schreiben.Also beginnt alles beim Sprechen. Du bist dir aber schon im Klaren, dass das eine Intonationsreform zur Folge haben würde. Dies müsste anschließend mindestens in eine DIN aufgenommen werden, denn hier geht´s um Präzission, um Zahlen.
Ich hätte auch schon eine DIN 65765685454753
Anführungszeichen: 0.3s Pause, Komma:0.5s, Semikolon:1s
(Bayern:Anführungszeichen: 0.5s Pause, Komma:0.8s, Semikolon:0.9s;
Rudolph Scharping:Anführungszeichen: 0.3min Pause, Komma:0.5min, Semikolon:1min)
Indirekte Rede ist im C-Dur zu beginnen, darf jedoch eine Oktave nicht überschreiten.
Aber bedenke:Einmal verschluckt und schon ist das Komma ein Semikolon, vom normalen Luftholen mal abgesehen. Meine Oma holte beim Reden beispielsweise nie Luft. Sie hätte damit klar dagegen verstoßen, jedoch den Zeitrahmen meiner Geduld(oder besser, die meines Vaters)vergleichsmäßig atomar gesprengt.

Wenn ich Gerd Westphal lausche, wenn er Mannsche oder
Fontanesche Texte liest, höre ich jedes Satzzeichen.

Stell dir vor, jeder würde so geschwollen reden. Du würdest diese von dir geschätzten Texte gar nicht wahrnehmen.

spricht man im Grunde die direkte Rede, was einem

glauben lässt, man benutze die indirekte.

Also ich höre das anders.

vielleicht hören wir ja nicht das gleiche.

Am Ende fragt sich der Deutsche, wieso er denn, wenn

er sowieso schon anders spricht als schreibt, jetzt
noch anderser schreiben als er schon anders sprechen
tut.

Ich glaube nicht, dass die Sache so simpel zu lösen
ist.

Wir könnten ja zusammen ein Buch darüberschreibendarüber schreiben.

mfg:smile:
rené