Indischer Kreis?

Hallo,
kürzlich hat mir jemand erzählt, daß man mit dem „indischen Kreis“ die Nurd-Süd-Richtung recht genau bestimmen kann. Leider Wuste er auch nicht mehr genau wie es funktioniert. Ich selbst habe zwar eine Idee, bin mir aber auch nicht ganz sicher, und habe bisher nichts weiteres dazu gefunden.
Wer weiß mehr?

Cu Rene

Hi Rene,
Nachdem solange keiner geantwortet hat, wird es aber allmählich Zeit. Meine Erklärung ist aus dem Buch „Sterne und Steine. Eine praktische Astronomie der Vorzeit“ von Wolfhard Schlosser und Jan Cierny, erschienen bei Theis, entnommen. Dort steht:
" Der Indische Kreis. Schlägt man um einen senkrecht im Boden stehenden Stab einen Kreis, dessen Radius etwas größer ist als die Länge des mittäglichen Schattens, so schneidet die Spitze des Stabschatten (…) diesen Kreis einmal vormittags (B) und einmal nachmittags (A). Die Linie durch A und B gibt dann die Ost-West-Richtung an, die halbierende Strecke zusammen mit dem Stabfußpunkt die Nord-Süd-Richtung. Der Indische Kreis ist in abgelegenen Kulturen bis in unsere Zeit hinein angewandt worden und war vermutlich bereits in der Steinzeit bekannt. Planung und Durchführung erfordern ein Minimum an astronomischen und geometrischen Kenntnissen."

Viele Grüße
Stefan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke,


" Der Indische Kreis. Schlägt man um einen senkrecht im Boden
stehenden Stab einen Kreis, dessen Radius etwas größer ist als
die Länge des mittäglichen Schattens, so schneidet die Spitze
des Stabschatten (…) diesen Kreis einmal vormittags (B) und
einmal nachmittags (A). Die Linie durch A und B gibt dann die
Ost-West-Richtung an, die halbierende Strecke zusammen mit dem
Stabfußpunkt die Nord-Süd-Richtung. Der Indische Kreis ist in
abgelegenen Kulturen bis in unsere Zeit hinein angewandt
worden und war vermutlich bereits in der Steinzeit bekannt.
Planung und Durchführung erfordern ein Minimum an
astronomischen und geometrischen Kenntnissen."

das war auch meine Vermutung, aber es scheint die Zeitgleichung zu ignorieren, womit der Fehler locker einige Grad betragen kann. Oder irre ich mich da?

Cu Rene

das war auch meine Vermutung, aber es scheint die
Zeitgleichung zu ignorieren, womit der Fehler locker einige
Grad betragen kann. Oder irre ich mich da?

Hi Rene,

Du hast recht, es ignoriert die Zeitgleichung und das darf es auch.
Süden ist da, wo die Sonne am höchsten steht, nur das ist nicht exakt zu bestimmen. Also bestimmt man zwei Punkte gleich weit nach links und rechts von der Südrichtung entfernt, was durch gleiche Schattenlängen sichergestellt ist.
Dabei ist es ganz egal, ob die Sonne nun eine viertel Stunde früher oder später im Süden steht.

Viele Grüße
Stefan

Danke, da war also mein Denkfehler (o.T.)