Hatte heute ein Erlebnis der dritten Art in unserem Snowboardladen. Der Verkäufer erzählte mir, verschiedene Hersteller würden die Beläge auf den Laufflächen von Snowboards experimentell mit Indium oder Gallium beschichten, da dieses sich nicht wie üblich bei Reibung erwärme, sondern im Gegenteil KÜHLEN würde (quasi aktiv). Und damit das Ding besser rutschen würde.
Habe jetzt schon rumgerätselt, wie das gehen sollte. Ob das Zeug zwei Wärmequanten aufnimmt und einen Lichtquant draus macht oder so?? Oder ist alles grober Unfug?
Der Verkäufer erzählte mir, verschiedene
Hersteller würden die Beläge auf den Laufflächen von
Snowboards experimentell mit Indium oder Gallium beschichten,
da dieses sich nicht wie üblich bei Reibung erwärme, sondern
im Gegenteil KÜHLEN würde (quasi aktiv). Und damit das Ding
besser rutschen würde.
Also dann sieht die Energiebilanz so aus:
Vorher: kin. Energie + Wärme
Nachher: Nix
… wenn das stimmen würde, wäre das ne Sensation!
Also alles Quatsch.
Davon abgesehen, ist das Board doch auf die Wärme angewiesen, weil dadurch die obere Schneeschicht schmilzt und das Board dann auf dem Wasserfilm gleitet.
Wenn das Board also kühlen würde, könnte man genauso gut zu Fuß gehen.
Wie kommen die immer nur auf solche Ideen ?
Erstens waeren diese Metalle giftig, zweitens kann so etwas nicht funktionieren (vertrau mir einfach), drittens wie bereits erwaehnt gleitet man nur deshalb ueber Schnee, weil die oberste Schicht durch den Druck kurz anschmilzt.
Mir wurde beigebracht (aber vielleicht bin ich schon zu alt), dass der Schnee durch den (Gewichts)Druck schmilzt, weil der Schmelzpunkt sich unter Druck erniedrigt. Sobald das Snowboard weg ist, laesst der Druck nach und der Schnee friert wieder. Da geht es wohl auch nur um sehr duenne Schichten und geringe Mengen.
das mit dem Druck stimmt schon.
Schau Dir mal das Phasendiagramm von Wasser an und bedenke die Tatsache, daß sich Wasser beim Gefrieren um ca. 10 % ausdehn (drum schwimmt Eis auf dem Wasser).
Nach dem Prinzip des kleinsten Zwangs ergiebt sich ein Teil des Eises und wird zu flüssigen Wasser, das aber unmittelbar nach der Druckbelastung wieder gefriert.
Schlittschuhe …
werden geschliffen auf Deibel komm raus, damit sie möglichst wenig reiben, trotzdem schmilzt das Eis unter den Kufen - übrigens schon beim Stehen, wo gewiss noch nichts reibt.
Die oberste Schicht schmilzt nicht durch den Druck, sondern
durch die Reibung.
das ein Snowboard fahren kann ist also eine Kombination aus Druckschmelzen, Reibungsschmelzen, Oberflächeneffekten und ungeklärten Ursachen.
Das man mit so einem Ding fahren kann schein soweit klar zu sein, also stimmt obige Annahme wohl mehr oder weniger - Punkt
Gandalf
P.S.
Die Hummel ‚durfte‘ übrigens nicht fliegen, bis ein Wirbel gefunden wurde, den sie mit den Flügel erzeugt. Jetzt darf sie auch ‚offiziell‘
wie Schlittschuhe funktionieren, wusste ich schon. Und es ist ein leider immer noch weit verbreitetes Märchen aus Grundschul-Physik-Zeiten, dass durch Druck oder was auch immer ein Wasserfilm erzeugt wird, auf dem die Dinger dann gleiten. Hier ist Olliver vollkommen recht zu geben mit seiner Rechnung. Vielmehr ist es so, dass durch Oberflächeneffekte bis zu -20°C oder so IMMER ein leichter Wasserfilm auf der Oberfläche sein muss (ists kälter, wird Eis furchtbar klebrig, auch für Schlittschuhe). Ich glaube, im zweiten Semester hatten wir das in Physik durchgerechnet.
Jetzt aber zum Indium und Gallium … dass dann in irgendwelchen Verbindungen vorliegen müsste, weil sonst giftig (hab was gelernt). Wer phantasiert mit mir irgendwelche Theorien zusammen, wie es doch klappen könnte? Oder gehts bloß um bessere Wärmeleitfähigkeit des Belages?