Individuelles Vorgehensweise beim Hauskauf

Leider ist mein Artikel von Ende Juli im Archiv und ich habe keine
Ahnung ob und wie man ihn da wieder rausbekommt.

Vielleicht erinnert sich ja jemand daran, dass der Verkäufer statt
den von der Gemeinde geschätzen Hauspreis von 145.000EUR 190.000EUR
in´s Spiel gebracht hat. Ich war bei den 145TEU geblieben, weil noch
einiges an Renovierung ansteht. Das Haus ist ja auch schon 100Jahre alt.

Habe heute Erfahren, dass er wohl einen Käufer gefunden hat
bei dem wohl die Bank abgesprungen ist. Warum und wie hoch der
ausgehandelte Preis war, weis ich leider nicht.
Fast wäre die Immmobilie also weg gewesen!

Ein Bekannter meinte, es könne sein, dass die Käufer einfach nicht liquide genug waren oder das die Bank das Objekt zu dem Preis überteuert eingeschätzt hat und eine Finanzierung daher abgelehnt hat.
Banken werden ja auch vorher prüfen was so etwas Wert ist.

Ich will den Verkäufer heute noch mal anrufen und nachfragen wie Stand der Dinge ist. Zu lange warten ist manchmal halt auch schlecht. Wie man
es macht ist es wohl verkehrt!

Ich kann nur nicht verstehen, warum jemand so viel über dem
Schätzpreis zahlen will, wo doch auch noch einiges an
Investionskosten reingesteckt werden muss. Entweder Unwissenheit,
oder ist bei uns in der Umgebung die Nachfrage nach solchen Objekten groß. Im Nachbarort wird übrigens seit ca. 1 Jahr über ein Internetportal eine ähnliche Immobilie für 20.000EUR weniger angeboten.
Scheinbar hat der Verkäufer bei unserem Objekt einfach Glück gehabt so schnell jemanden zu finden. Seit der Schätzung von der Gemeinde sind ca. 5 Wochen vergangen.

Ist nun für uns natürlich schwierig welchen Kurs man einschlägt. Hart beim alten Preis bleiben oder erhöhen. Aber mehr wie 5.000EUR über dem Schätzpreis zahlen wir eh nicht! Ist unsere persönliche Grenze.

Sollten wir beim alten Preis bleiben??
Was würden die Kaufexperten empfehlen??

Gruß
Dennis

Hallo Dennis

Beruhige dich mal. :smile:

Ist doch alles gut.

Er hat keinen gefunden.
Er braucht doch einen der den Preis bezahlt, und den hat er nicht.

Er hat einen der das Haus gerne kaufen würde, aber nicht bezahlen kann.
Davon gibt es massenhaft.

Also, alles wird gut.

Stimmt das mit dem verhinderten Verkäufer denn überhaupt?
Ein Gerücht? Von wem in die Welt gesetzt?

Lasst euch nicht irre machen!

herzlichen Gruß
Uwe

Hallo,

Spinner mit großen Träumen laufen massenhaft rum und kosten Verkäufer nur Zeit und im schlechtesten Fall auch Geld. Schau Dir doch mal hier so manche Frage nach Finanzierungswünschen an, da klappt mir regelmäßig die Kinnlade hörbar nach unten.

Das sind Leute, die den tatsächlichen Wert einer Immobilie und die ggf. anstehenden Sanierungskosten nicht annähernd richtig bestimmen können, und genauso wenig in der Lage sind, ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten realistisch zu bewerten. Das böse Erwachen kommt dann immer in dem Moment, in dem es zur Bank geht, und die entweder bei der Bewertung des Objekts oder bei der Kreditwürdigkeit ganz schnell die Akte wieder zu macht.

Also nicht irre machen lassen, sich nicht auf ein Objekt fixieren, und bei den eigenen realistischen Wertvorstellungen und einer sauber machbaren Finanzierung bleiben. Und entweder bekommt man damit das eine oder sonst eben ein anderes Objekt, mit dem man dann auch ruhig schlafen kann.

Gruß vom Wiz

Das mit den nichtzahlungsfähigen Käufern ist im Ort erzählt worden. Ob da was dran ist wissen wir natürlich nicht. Aber vom Verkäufer kommt das Gerücht eher nicht, der wohnt weit weg.

Ja, so versuchen wir das jetzt auch zu sehen.
Ich werde ihn heute Abend anrufen und mitteilen,
dass wir noch ein anderes Objekt anschauen wollen (wollen wir ja auch) und uns auch Bauschmerzen bereitet wenn sich das alles ewig hinzieht. Dann wird es nämlich wieder kühler/feuchter und das tut dem Haus nicht gut. Kaum beheizt und selten gelüftet.

Entweder er bewegt sich in nächster Zeit oder halt nicht.

Da habt ihr recht, selbst wenn wir mehr zahlen wollten, würde uns spätestens die Bank einen Strich durch die Rechnung machen. Für so ein Objekt Zehntausende mehr zu zahlen als es eigentlich Wert ist. Und mein Eigenkapital ist für die Kaufnebenkosten sowie anstehende Renovierung/Sanierung verplant. Das wäre ja auch schwachsinnig da zu sagen ich lege davon was auf den Kaufpreis oben drauf. Das wäre wohl definitiv der falsche Weg!!

Was man da schon so im Ort gehört hat wer da angeblich Interesse dran hat. Der eine ist vor 3 Jahren ausgewandert nach Spanien (als Handwerker) und kam vor 2 Jahren pleite wieder zurück. Woher will der Geld für so eine Immobilie nehmen.
Man muss wohl unterscheiden zwischen „Interesse“ und „realer Kaufkraft“. Interesse habe ich auch ner schönen Villa, aber leisten kann ich sie mir halt nicht. hihi

Danke für die beruhigenden Worte!
Für weitere Ratschläge bin ich natürlich dankbar,
der normale Bürger kauft in seinem Leben ja nicht ständig Häuser.

Gruß
Dennis

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Hi,

nur mal am Rande…

… wenn nicht vom Verkäufer, von wem kann es denn „verbreitet“ werden, dass ein Käufer nicht „zahlungsfähig“ war?

Ortskundige werden kaum einen überteuerten Preis zahlen. Dazu wird mit einem negativen Ergebnis einer Bank nicht „werben“ gegangen.

Selbst wenn jemand soviel bezahlt - einen Dummen gibt es immer - sollte man der eigenen Vorgabe treu bleiben. Da Euer Preislicher Rahmen eng gesteckt ist, bleibt eh nix anderes übrig.

Und darüber hinaus nutzt es nichts, über eine Motivation eines anderen Käufers zu sinnieren. Keiner wird das Haus kaufen um Euch zu ärgern. Egal wie der Wert eines Gutachters ist… das Haus ist für EUCH nur soviel Wert wie Ihr zahlen würdet - nicht was andere tatsächlich zu zahlen bereit sind!

Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass der Verkäufer mehr haben möchte als der geschätzte Kaufpreis. Wie gesagt kann der besondere Charme der immobilie, die idyllische Lage oder auch das Alter, wenn es sich um ein schönes, 100 Jahre altes Bauernhaus handelt, dafür verantwortlich sein.

Auch, dass der Verkäufer den Kaufpreis höher ansetzt und eventuell bereit sein wird, zu handeln, ist weder unfair noch in irgendeiner Weise zu verurteilen.

Grundsätzlich könnte ich mir vorstellen, dass man sich z.B. auf halbem Wege trifft - also bei 160.000 - 170.000 Euro. Die Angst, ein Haus überteuert zu kaufen ist bei solchen geringen Beträgen wirklich unnötig, wäre ein Makler dazwischengeschaltet, hätte man diesen zu zahlen, wären die Zinsen nur 0,5% höher müsste man locker das Doppelte an mehr über die Jahre zahlen.

Wirklich überbezahlt wurden Häuser, die in den 80ern gekauft wurden, damals teilweise zu 11% Zinsen. Diese Häuser versuchen sich heute viele Eigentümer zu vergolden, weil sie über die Jahre richtig viel Geld für Zinsen zahlen mussten und nur schwer einsehen, dass ihr Haus nicht um 100.000€ teurer sein kann als das 2010 erbaute Haus gegenüber, in dem das Bad nicht popelgrün ist.

So gesehen würde ich niemals ein Haus, dass mir zusagt, wegen 20.000 € Kaufpreis über Wertgutachten nicht kaufen.

Viele Grüße,

Nina

Guten Morgen Nina,

prinzipiell hast Du natürlich recht, hier geht es nicht um Unsummen an Geld.

Es ist einfach so, dass wir weder Topverdiener sind, noch Hunderttausende an Eigenkapital haben. Aber wer hat das schon. Mein Alleinverdienergehalt ist im durchschnitt, also auch keine Unsummen. Daher haben wir für uns (in Absprache mit der Bank) einen finanzierbaren Rahmen gesteckt.

Ich weis was wir an Ausgaben haben und habe daher kalkuliert, dass wir bei einer Laufzeit von 28-30Jahren und 20Jahren Zinsfestschreibung maximal 150.000EUR aufnehmen sollten. Aus Eigenkapital wollen wir die Kaufnebenkosten + anstehende Sanierung/Renovierung finanzieren. Gerade letzteres kann ja auch noch ein paar schöne Tausender verschlingen…

Ich habe dem Verkäufer das gestern so mitgeteilt, sowie den Verzicht auf den Energiepass und das ausräumen/entsorgen der Wohnungseinrichtung. Die Wohnung ist in dem Zustand, als wenn die Dame gerade kurz zum einkaufen gegangen wäre. Ich bin also für den uns größt möglichen Schritt auf ihn zugegangen. Ich habe ihm dies mitgeteilt und dass wir uns am Wochenende ein ähnliches Objekt im Nachbarort anschauen wollen (was auch stimmt!).

Gerade die Wohnungsauflösung hat ihm sehr zugesagt. Das wäre ihm eine große Hilfe meinte er. Mehr können wir aus unserer Sicht nun nicht mehr anbieten und wenn ein anderer viel mehr bietet, dann ist es halt so.

Er hat nicht abgeneigt geklungen und will sich noch mal seine Gedanken machen.
Er würde uns diese Woche noch bescheid geben.

Wir sind gespannt!

Grüsse von der Immobilien-Front! :smile:

Dennis

Kostenrahmen einhalten!!!
Hallo Dennis,

Du machst es richtig.
Mal eben 20.000 Euro mehr für den Kauf ausgeben würde ich auf keinen Fall. Was kommt als nächstes? Da kommt die Renovierung plötzlich 10.000 Euro teurer als geplant und in ein paar Jahren wird die Straße neu gemacht oder die Kläranlage erweitert und ihr blecht 10.000 Anliegergebühren usw.
Unvorhergesehenes kann noch genug kommen, schon beim Kauf das gesetzte Limit zu überschreiten finde ich fatal!
Ich habe schon genug erlebt, das Hauskäufer 2, 3 mal nachfinanziert haben da sie sich an keinen gesetzten Rahmen halten wollten. Mal mussten es hochwertigere Fließen sein, mal eine Super Einbauküche (wenn schon, denn schon) Nachher waren die belastet bis zum Kragen und das für sehr lange Zeit.
Wenn ein anderer einen überteuerten Preis zahlt sollte euch dass nicht jucken das ist sein Vergügen (oder auch nicht). Für euch als Käufer kommen bestimmt noch genug Angebote.
Gruß elmore

Mal mussten es hochwertigere Fließen sein, mal
eine Super Einbauküche (wenn schon, denn schon) Nachher waren
die belastet bis zum Kragen und das für sehr lange Zeit.

Kanal+Straße wurden zum Glück vor 5Jahren erneuert. Aber wer weis was vielleicht noch so alles kommt, da hast Du recht!

Ja ja, die teuren Fliesen haben wir uns schon „abgeschmatzt“ und die Küche auch.
Man kann halt nicht alles haben. Entweder Eigenheim oder Miete mit den schönen „teuren“ Fliesen wie wir es momentan haben. Wohnen im Neubau (Erstbezug) mit gehobener Ausstattung.
Alles schön und gut, aber wir würden halt gerne auf lange Sicht dafür zahlen was dann auch uns gehört. Und wenn es dann ein (wie in dem Fall) relativ großes Grundstück ist mit ner alten Hütte. Dann kann wenigstens unser Sohn irgendwann mal das Ding abreißen und hat zumindest nen Bauplatz wenn wir mal nicht mehr sind…

Ich denke halt schon etwas weiter, weil ich selbst die schmerzliche Erfahrung gemacht habe. Mein Vater hat ein Haus mit 1.800m2 Grundstück. Dort wollten wir vor 8 Jahren bauen, aber er hat im letzten Moment nen Rückzieher gemacht (Verträge bei den Baufirmen waren alle schon unterzeichnet) und sich entschlossen, dass auf seinem Grundstück keiner baut. Das war´s dann!!! Ich möchte nicht das es meinen Kindern mal so geht…

Aber zurück zum Kaufobjekt:
Wir wollten ja auch ne neue Küche, da unsere bereits 35 Jahre alt ist (natürlich nicht die Elektrogeräte!). War ne gute Miele-Küche und daher hält die auch noch mal 5-10Jahre.
Mal schauen, wenn der nächste Bausparvertrag (VWL) ausläuft und nix anders ansteht gibts ne neue Küche ansonsten halt nicht. Daher denke ich, dass wir eigentlich ganz realistisch sind was die Kosten angeht. Ich führe auch eine Art Haushaltsbuch, daher kann ich das ja ganz gut beurteilen wie viel Luft wir haben. Bei einem Haus kommen ja doch noch einige Zusatzkosten (Gebäudeversicherung usw.) daher kann ich keinen Kredit bedienen der mich bereits bis an die äußerste Schmerzgrenze bringt.

Ich glaube Dir das gerne mit dem was Du schon erlebt hast.
Ich kann es auch nicht glauben wie manche Leute das machen. Die kaufen einen Bauplatz bauen ein Haus, kaufen eine neue Küche usw. und hängen mir dann in den Ohren das ja alles soooo teuer ist und sie kaum über die Runden kommen. Paar Monate später sehe ich denjenigen dann mit nem neuen Mittelklassewagen rumfahren. Dann fragt man sich schon „Wie macht der das??“. Und das gibts ja öfters…

Oh je, jetzt hab ich doch recht ausführlich geantwortet… Grins!

Hallo Dennis,

ich würde euch unter diesen Umständen dringend raten, zunächst eine Schar Handwerker nacheinander (also nicht mehrere aus dem gleichen Gewerk am gleichen Tag, am besten für jedes Gewerk mindestens 3 aus verschiedenen Ortschaften im Umkreis) durch das Haus zu schicken.

Eure Finanzierung hört sich im ersten Moment echt press an, da würde ich vorab genaustens kalkulieren.

Bei einem 100 Jahre alten Haus habt ihr 0 Planungssicherheit, trotz der Gutachten nicht. Wenn hinter einer intakten Wand der Holzbock sitzt oder im Bereich der Fundamente etwas absackt kann das der Gutachter einfach nicht vorausahnen. Er gibt nur wieder, was er augenscheinlich wahrgenommen hat.

Ich würde so ein Projekt nur angehen, wenn ich selbst viel machen kann und die Zeit dazu habe oder wenn euer Eigenkapital recht hoch ist.

Auch wenn der ET auf dein Angebot eingeht - mach das mit den Handwerkern auf jeden Fall und schätz nicht nur ab, denn offensichtlich ist das Objekt an der Grenze zu dem, was ihr euch leisten könnt und jahrelang in einem Provisorium zu leben macht keinen Spaß.

Viel Glück,

Nina

Exakt die Worte meines Vorschreibers teilen: Eine Immobilie ist für einen so viel wert, wie man dafür zu bezahlen bereit ist. Mit unterschiedlichen Ausgangslagen kann das ganz unterschiedlich viel sein. Alle „amtlichen“ Schätzungen, Privatmeinungen usw. können nur schätzen, aber niemals wissen.

Bleibt bei eurer Einstellung - „was ist sie MIR wert“!