Hallo,
also ich wundere mich schon ein wenig über die Antworten zu
dem Thema. Sowohl Papa-Schlumpf als auch Wolfgang haben da
einige für mich seltsame Vorstellungen
(Naja, hat halt jeder so seine Erfahrungen).
Meine Meinung dazu
In die Zuleitung zu analogen Schaltungen einen
Tiefpaß zu setzen ist eine uralte Geschichte und immer
noch sehr sinnvoll.
Im einfachsten Fall ist es ausreichend vor analogen
Schaltungen/IC/OPV ein Serien-R mit nachfolgender
Kombination von Block-C zu setzen (R-C-Glied).
Bei höherem Stromverbrauch oder bei unzulässigem
Spannungsabfall ist auch ein L-C-Glied sinnvoll.
Der Sinn der Sache ist natürlich, hochfequente
Störungen auf der Stromversorgung wegzufiltern, die
zwangsläufig durch die digitalen Schalter verursacht
werden.
Praktisch werden dazu Entstördrosseln benutzt, die
absichtlich eine schlechte Güte haben, damit keine
Resonanzeffekte unterstützt werden.
Die Strombelastbarkeit und der Spannungsabfall muß
natürlich berücksichtigt werden.
Natürlich kommt man trotzdem nicht umhin, ein ordentliches
Layout zumachen. Die Stromversorgung muß natürlich von
einem Sternpunkt aus streng getrennt nach digital und
analog geführt werden. Auch die Masseführung muß gut
überlegt werden. Wenn analoge Schaltungen aus Sicht der
Stromversorgung hinter dem digitalteil liegen, muß auch
die Masse so geführt werden, daß keine Spanungsabfälle
durch dig. Stromspitzen den Analogteil beeinträchtgen.
Selbst bei heute üblichen Powerplanes sollte die
Analoge Masse durch Isoliergräben von der digitalen Masse
separiert werden (Zusammenführung Richtung Sternpunkt).
Zur Praxis:
Ich mache meist ein R-C-Glied in die Stromvers. von
OPV (bei 5…10mA -> z,.B. 22Ohm …47Ohm,
bis 5Ohm z.B. 47…100Ohm).
Als HF-Drosseln gehen wie gesagt kleine Enstördrosseln
mit 10uH … 100uH (habe entsprechende DC-Widerstand).
Man muß sich natürlich darüber klar sein, daß die kleine
Induktivität nur im MHz-bereich wirkt. Aber in Verbindung
mit der dann sehr kleinen Impedanz der Kermaik-Block-C
bringt das trotzdem ne Menge. Für niedrigere Frequenzen
wirkt dann nur noch der DC-Widerstand und die größeren
Tantal-C (siehe unten).
Zu große Werte sollten nicht eingesetzt werden,
aus 2 Gründen:
- zu großer Widerstand (Spannungabfall, Verlustleistung)
- parasitäre kap. verschlechtern die HF-Eigenschaften.
Viel hilft also nicht viel! Das gilt auch für Block-C
-> Keramik-C bis ca 100nF mit sehr hoher Resonazfrequenz.
Noch besser sind Komb. von mind. 2 Werte, die nicht gleiche
Resonanzfr. haben.
Als Block-C sollten in analogen Schaltungen (wie auch
in dig.) eine Kombination von versch. Größenbereichen
benutzt werden. z.B.Keramik-C dicht am IC,
paar uF als Tantal-C (haben auch gute HF-Eigenschaften)
im Bereich der Baugruppe und ein ausreichend großer
Elko neben der SV (wirken eh nur bis paar KHz)
In Datenleitungen werden auch R-C-Glieder oder auch
L-C-Glieder eingesetzt. z.B. RS232 bis 56Kb 1nF-560Ohm-1nF
und bei RS485 Feritperlen mit paar uH um Störabstrahlung
zu unterdrücken.
Noch ein schönes Praxisbeispiel:
In einer Sensorschaltung hat ein regelmäßiges Schaltsignal
übel Störungen verursacht. Netter weise war’s nicht
der Schaltregler sondern ein poppliger MAX232, dessen
Ladungspumpe störte. Dagegen half aber eine Drossel
in der Stromzuführung und paar uF als Block-C.
Schon war absolute Ruhe.
Gruß Uwi
PS: Ich Entwickle seit vielen Jahren Schaltungen (incl.
Layouts), auch hochempfindliche analoge Sensorschaltungen
und habe mit EMV sehr wenig Probleme bis jetzt gehabt.
für eine Mixed Signal Schaltung steht für den Analog und den
Digitalteil nur eine Spannungsversorgung zur Verfügung, z.B. 5
V. ZDie Versorgung des digitalen Teils ist (so wird empfohlen
in den Datenblättern, für diesen Fall) durch eine Induktivität
bzw. eine Ferritperle von der Analogen Schaltungsseite zu
trennen. Wie groß sollte diese Induktivität sein und nach was
richtet sich die größe ? (Stromverbrauch ist eher gering)