Inflation/Deflation - Geld drucken möglich?

Hallo,

zum Schuldenproblem diverser Länder lese ich sich widersprechende Kommentare. Manche befürchten eine Inflation andere das Gegenteil eine Deflation.

In der Vergangenheit hat es etliche Inflationen gegeben.
z.B. 1914-1923 in Deutschland. Meine Frage ist jetzt könnten die Notenbanken dieser Länder heute auch immer mehr „Geld drucken“ oder ist das heute gar nicht mehr so möglich wie früher.

Das Deflationsszenario wird so begründet:
Die Gläubiger werden mit allen Mitteln versuchen von den Schuldnern Geld zu bekommen. Die Schuldner werden zum Verkauf von Sachwerten gezwungen. Dadurch wird das Überangebot an diesen Sachwerten immer größer verstärkt durch die Tatsache das die ganzen Schulnder ja nichts kaufen können und dann rasseln die Preise in den Keller.

Ist in dieser Argumentation alles wesentliche berücksichtigt oder fehlt da etwas entscheidendes?

Ich bitte darum in den Antworten die Dinge möglihst einfach zu erklären. Also jetzt bitte nicht mit jede Menge Fachwörtern um sich werfen sondern nur da wo nötig, damit die Erklärung im ganzen richtig bleibt.

viele Dank

Hallo,

zum Schuldenproblem diverser Länder lese ich sich
widersprechende Kommentare. Manche befürchten eine Inflation
andere das Gegenteil eine Deflation.

In der Vergangenheit hat es etliche Inflationen gegeben.
z.B. 1914-1923 in Deutschland. Meine Frage ist jetzt könnten
die Notenbanken dieser Länder heute auch immer mehr „Geld
drucken“ oder ist das heute gar nicht mehr so möglich wie
früher.

die einzelnen Länder der EU können sich nicht mehr mit Hilfe der „Notenpresse“ verschulden.
Die Gelder kommen von den Banken (auch Versicherungen) und Privatpersonen, evtl. auch andere Länder, indem dieses Anleihen des Landes erweben.

Das Deflationsszenario wird so begründet:
Die Gläubiger werden mit allen Mitteln versuchen von den
Schuldnern Geld zu bekommen. Die Schuldner werden zum Verkauf
von Sachwerten gezwungen. Dadurch wird das Überangebot an
diesen Sachwerten immer größer verstärkt durch die Tatsache
das die ganzen Schulnder ja nichts kaufen können und dann
rasseln die Preise in den Keller.

da stimme ich als Volkswirt nicht ganz zu…
Das Phänomen „Deflation“ bedeutet doch, dass die Kaufkraft des Geldes steigt !!!
Wieso sollten die Gläubiger das gewährte Geld versuchen wieder einzutreiben ?
Oder habe ich da etwas falsch verstanden.
Wenn sich eine Ökonomie längerfristig in einer Deflationsphase befindet (wie Japan bis vor kurzem), dann tätigt niemand grössere Anschaffungen.
Wäre auch blödsinn, wenn man weiss, dass morgen alles billiger ist.
Dadurch keine Steuereinnahmen, zumindest weniger, den Rest kannst dir ausmalen.
Aufgabe der Notenbank wäre hier, das Geld billig (in Form von Leitzinsen) zu machen.
Modelltheoretisch sollte ein negativer Zins gefahren werden, das macht aber keine Notenbank, Japan z.B. auch nicht.

Ist in dieser Argumentation alles wesentliche berücksichtigt
oder fehlt da etwas entscheidendes?

denke von Grund auf falsch

-)

Ich bitte darum in den Antworten die Dinge möglihst einfach zu
erklären. Also jetzt bitte nicht mit jede Menge Fachwörtern um
sich werfen sondern nur da wo nötig, damit die Erklärung im
ganzen richtig bleibt.

hab versucht, nicht fachidiotisch zu formulieren, hoffe passt so

viele Dank

kein Problem

Hallo,

zwei kurze Anmerkungen.

Erstens zu den Notenbanken. Diese können natürlich unverändert „Geld drucken“, das hat sich nicht geändert. Die Staaten selber können das nicht. Eine Inflation , auch in größerem Umfang, ist also theoretisch möglich, ich sehe aber einerseits in der Notenbank keinerlei Bereitschaft, mehr als das aktuelle Maß zu dulden, sehe auch keinen Grund, warum es aufgrund der Schuldenkrise zwangsläufig zu einer Inflation kommen müsste.

Der Gedankengang, dass Schuldner nun vermehrt Sachvermögen abstoßen , bzw. die Gläubiger das als Sicherheit hintrlegte Sachvermögen veräußern ist theoretisch sicher richtig, aber das spielt denke ich bei privaten Schuldnern eine größere Rolle, wegen der Masse. Die möglichen Privatisierungen der entsprechenden Staaten wären im Verhältnis zum Gesamtmarkt denke ich nicht sehr bedeutend.
Insgesamt würde ich dann aber nicht von einer Deflation sprechen. Für mich sind beide Begriffe ( Inflation auf Deflation ) immer auf die kaufkraftrelevanten Konsumentenpreise, und nicht auf Assetpreise zu beziehen.
Und auch für die Deflation gilt : Ich sehe keinen zwingenden Grund, warum es durch die Situation zu einer Deflation in der gesamten Eurozone kommen sollte. Wenn ein Land eine starke Rezession entwickelt dann nur dort, aber für den gesamten Währungsraum sehe ich das ( noch ) nicht.

Grüßle

Eric

schon mal mit Sensititivtätsmodell untersucht?
Hallo,

nun ich selbst bin kein VWLer und auch kein BWLer sondern nur durchschnittlich gebildet und politisch interessiert und aber auch
mit „Vernetztem Denken“ und Kybernetik à la Frederik Vester, Heinz von Förster, Peter Drucker und Dietrich Dörner vertraut.

Kybernetik läßt sich auch auf Wirtschaftssysteme anwenden. Kybernetik ist umfassende Systemanalyse. Es wundert mich warum VWLer das nicht schon längstens als Standard machen!

Das ich das Frage hat damit zu tun dass Fredmund Malik der seit 30 Jahren SYSTEMANALYTISCH sehr erfolgreich Unternehmensberatung macht, so argumentiert.

Vielleicht interessiert sich der eine oder andere für die Argumentation

Zitat aus dem Blog 29.05.2011
US-Hausmarkt verfällt

Die neuesten Zahlen vom US-Wohnhausmarkt: Preise minus 5.5% im 1. Q. 2011 gg. Vorjahr und minus 2.5% gg. dem vorausgehenden Quartal. Im April allein ist die Neubau-Rate um mehr als 10% zurückgegangen. Im Immobilienmarkt gab es im Gegensatz zu anderen Sektoren so gut wie keine Erholung.

28% aller Hausverkäufe stammen aus Zwangsversteigerungen. Die normale Rate ist unter 5%. Deflation pur, die sich verstärkt, denn die Häuser sind mit Schulden gebaut. Fast 900.000 Häuser sind von den kreditgebenden Banken zurückgenommen worden, aber an wen wollen sie sie verkaufen? Leerstehende Häuser verkommen. Man schätzt, dass es mindestens 3 Jahre dauern wird, bis die “Lagerhalde” von derzeit rund 1.9 Mio einigermassen abgebaut ist. Selbst das wird sich als Illusion erweisen, denn es kommt mehr hinzu als weg. Die derzeit noch sehr präsenten Inflationisten werden sich schon in wenigen Monaten die Augen reiben.

Faktisch bereits eingetretene Preisseknung

weitere Blogeinträge zu Deflation:
http://blog.malik-management.com/category/deflation/

jetzt bin ich gespannt wie man da dagegen argumentiert, dass es in Zukunft keine heftige Deflation geben wird.
viele Grüße
phenomen