Hallo Oliver!
Das Thema scheint dich sehr zu interessieren und zu beschäftigen. Lass uns doch darüber noch einmal tiefer Gedanken machen.
Tatsächlich habe ich zu viel verallgemeinert:
das sagte ich.
Ich habe dir in diesem Punkt Recht gegeben. Wie du siehst, im Gespräch mit mir kannst du sehr viel erreichen und dich sehr deutlich und verständlich ausdrücken. Was will man mehr eigentlich von einem Dialog?!
In der Tat bin ich ein biologisch orientierter Psychologe.
Das ist das, was ich wissen wollte.
Das glaube ich Dir nicht.
Warum glaubst du mir nicht, Oliver? Hast du ein Problem mit meiner Autorität? Mit einer Autorität überhaupt? Mit dem zwischenmenschlichen Vertrauen? Ich habe doch nur eine Vermutung geäußert, dazu noch nicht irgendwie in die Luft geworfen, sondern direkt an dich gerichtet. Du durftest dich verteidigen und meine Argumente, Punkt für Punkt, widerlegen. Du hast dich sehr gut verteidigt, zwar auf einem anderen Weg, ohne Argumente, aber auf eben deinem Wege. Das ist viel. Das wollen wir doch würdigen. Und jetzt, wo ich - dank deiner Erklärung - so viel erfahren habe, glaubst du mir nicht. Das wundert mich. Geht es dir oft so mit Mitmenschen? Du weißt, mit mir kannst du über alles reden. Wir sind hier in einem geschützten Raum, keiner hört uns zu. Also los.
Außerdem glaube ich, daß Du gar
nicht weißt, was ein biologisch orientierter Psychologe ist.
Das ist noch ein Versuch, das Thema zu wechseln. Glaub mir, über mich zu reden, ist hier nicht passend. Lass uns lieber über biologisch orientierte Psychologen diskutieren. Ich gehe davon aus, daß du einige typische Züge von diesen Spezien meinst, die mir unbekannt geblieben sind. Glaub mir, daß ich daran sehr interessiert bin, mehr darüber zu wissen. Also los!
Ich erwarte in diesem Zusammenhang, daß biologisch orientierte Psyhologen
vorsichtig mit der Soziologie und Geschichte umgehen, da es
möglicherweise nicht ihr spezieller Gebiet ist.
Ich erwarte von zivilisierten Menschen, daß sie mir keine
niedrigen Motive wie z.B. das öffentliche Bloßstellen einer
Kollegin explizit oder eine Nähe zur „Neuen Rechten“ implizit
unterstellen, nur weil ich Eibl-Eibesfeldts Namen zitiert
habe.
Das ist sehr viel verlangt. Das zeigt mir, daß du hohe Erwartungen an deine Mitmenschen hast. Das will ich sehr unterstützen. Eigentlich das kann man nie genug unterstützen.
Du weißt aber, daß die große reale Welt voll davon (ich meine, von niederen Motiven) ist. Indem du hier lernst, mit verschiedenen Interessen umzugehen, kannst du dich stärken. Hier wäre es wichtig zu verarbeiten, warum dich die Vermutung über niedere Motive deiner Handlungen so getroffen hat. Und dann auch warum… Aber lass uns doch zunächst hier bleiben. Wir wollen nicht überstürzen und Themen überspringen.
Genauso mit den Neuen Rechten. Warum hast du beim bloßen Erwähnen von Neuen Rechten gleich an Neonazis gedacht? Das könnte man auch ausführlicher behandeln, glaube ich.
Hier wäre ich doch vorsichtiger. Mißbrauchen lässt sich doch
nicht alles. Und wenn ein Mißbrauch entdeckt wird, kann man
sich dagegen auch wehren, indem man die Früchte eigener
wissenschaftlichen Arbeit kritisch hinterfragt und
gegebenenfalls sich distanziert. Das hat Eibl-Eibesfeld nie
getan.
Was hat das mit mir zu tun?
Bei anderen Menschen merkt man oft das, was man bei sich selbst gar nicht erkennt. Auch darüber sollten wir ausgiebiger reden. Du siehst: In einer Sitzung werden wir damit nicht fertig. Dieses Thema also müssen wir hier vertagen.
Wenn Du Eibl-Eibesfeldt
kritisieren willst, wende Dich an ihn persönlich.
Er hat sich leider hier nicht angemeldet. Ich habe ihn darüber mehrmals gebeten. Ich weiß immer noch nicht, warum er meiner Empfehlung nicht gefolgt hat. Ich würde so gerne mit ihm reden. Einfach so, von einem unglaubwürdigen Menschen zu einem biologisch orientierten Psychologen.
Gruß