INFO: Neurofeedback

Hi all,
im Rahmen des heutigen Experten-Chats zum Thema ADS wurde gefragt, was Neurofeedback sei. Hier eine kleine Erklärung an alle Interessierten.

Auf der Seite von http://www.dasdock.net, die Neurofeedback anbieten, steht leider nichts nützliches:

'Angenehme Wege gehen - Neurofeedback testen
Neurofeedback ist eine Form des Mentaltrainings und gleichzeitig eine erfolgsversprechende Lernmethode für Menschen mit ADS/ADHS.
Und für die wollen wir das Beste, ohne Nebenwirkungen.

Kinder und Erwachsene mit schweren Störungen können nicht immer einer medikamentösen Behandlung entgehen. Gemeinsam mit Ärzten suchen wir den angenehmsten Weg für Sie und finden die passende Kombination:
aus natürlichem Training und herkömmlicher Medizin.’

Na toll. Die website haben sie auch gerade geändert, deshalb wohl einiges auch noch im Aufbau. Hab mir aber vor kurzem die Antwort von jemandem aus einem ADS Forum rauskopiert, weil er SEHR gut beschrieb, was Neurofeedback ist & wie es funktioniert.

Ich erlaube mir einfach mal, dies hier reinzukopieren (apologies to the author - although I don’t really think he would mind):


'grundsätzlich mache ich zuerst ein ausführliches anamnesegespräch, mit fragebogen und tests. wenn darauf hin die bereitschaft vom kind da ist, mit neurofeedback/kinesiologie zu arbeiten, dann machen wir eine 19-kanal-messung, wir messen also gehirnwellen an 19 verschiedenen schädelpunkten. die frequenzverhältnisse stellen sich nachher als farbige köpfe, sog. „brainmaps“ dar und es gibt haufenweise zahlen. diese werten wir dann aus und bestimmen anhand der werte unter einbezug des trainingsgrunds einige mögliche arten, bestimmte frequenzen in den gehirnwellen zu trainieren. es kann z.b. darum gehen, an einem bestimmten punkt zu trainieren, mehr schnelle und weniger langsame gehirnwellen zu produzieren. oben genannter junge zeigte sehr viel langsame gehirnwellen (0-6 hz, für die, die es genau wissen möchten…) und sehr wenig schnelle hirnwellen (im bereich von 15-19 hz) im linken frontalhirn-bereich, so dass er wenig zugriff auf die dort liegenden gehrinbereiche hatte. somit hatte er wenig kontrolle über seine emotionen und konnte seine handlungen kaum zurückhalten. es „machte“ halt einfach mit ihm. die langsamen gehirnwellen korellierten übrigens mit einem schweren schädel-hirn-trauma, das er vor einigen jahren hatte (fiel bös vom fahrrad und verbrachte 2 tage auf der intensivstation, unmittelbar nach dem unfall bekam er noch eine zünftige ohrfeige, was der sache wohl auch nicht dienlich war…)

das eigentliche training wird dann, angeschlossen an ein eeg-messgerät vor dem computer gemacht. das kind wird angehalten, einen film auf dem bildschirm zum laufen zu bringen. der film läuft jedoch nur, wenn das kind die gehirnwellen gemäss den trainingsvorgaben produziert. ansonsten bleibt der film stehen. auch erklingt jeweils eine melodie, wenn die zielvorgaben erfüllt sind. das kind möchte den film schauen, somit ist es motiviert, die gehirnwellen in den entsprechenden frequenzen vermehrt, resp. vermindert zu produzieren. der klient wird während des trainings von mir beobachtet, nach den trainings von den eltern, die dann veränderungen spätestens in der nächsten sitzung mitteilen. dies gibt mir die möglichkeit, die trainingseinstellungen zu optimieren.

die kinesiologie kommt bei mir dann ins spiel, wenn das neurofeedback-training voll angelaufen ist. hier arbeite ich nach dem l.e.a.p.-programm von dr. charles t. krebs. es geht hier darum, blockierungen im meridiansystem zu lösen, die mit einzelnen gehirnfunktionen in bezug gebracht werden. der ansatz hier ist sehr körper-orientiert, es wird mit bestimmten motorikübungen gearbeitet, mit massage, akkupressur, frequenzen, etc.

die beiden methoden ergänzen sich in meiner arbeit optimal - ein kopfiger und ein körper-orientierter ansatz.

parallel läuft i.d.r. ein elterncoaching, wo wir schwierige alltagssituationen anschauen, und miteinander nach lösungen suchen. auch lehrpersonen und andere therapeut/innen werden nach möglichkeit in die arbeit einbezogen.’

Ich glaube, das beschreibt Neurofeedback ganz gut. Der Autor dieses Textes sitzt in der Schweiz, und schrieb auch noch, dass in der Schweiz bei WEITEM mehr Neurofeedback gemacht wird als irgendwo anders in Europa. In den USA mittlerweile auch gut bekannt & erfolgreich, soweit ich weiss. Bei mehr Interesse an Info über Neurofeedback würde ich einfach mal mit dem Begriff googlen. Bei der Suche nach Anbietern von Neurofeedback in Deutschland wird’s schon schwieriger. ‚Das Dock‘ sitzt zB in Hamburg. Und billig ist Neurofeedback nicht. Ca EUR50-60 die session/Stunde, ca. 30 sessions erforderlich für erfolgreiche Therapie. Am besten eine Selbsthilfegruppe oder einen guten Neurologen/ Psychater / Psychologen, der auf ADS spezialisiert ist, fragen - wenn Neurofeedback in der Umgegend angeboten wird, dann wissen selbige darüber Bescheid.

Übrigens: Neurofeedback hilft auch Erwachsenen!

Gruss, Isabel

Hi Isabel,

herzlichen Dank für das Info-Posting. Ich möchte noch ergänzen, daß Neurofeedback auch unter dem Namen „EEG-Biofeedback“ bekannt ist. Biofeedback-Methoden stammen aus der Gruppe der Verhaltenstherapien und werden schon seit Jahrzehnten in der Behandlung unterschiedlicher Bereiche eingesetzt (z.B. bei Kopfschmerzen). Relativ neu ist die Anwendung bei ADS.

Ein Link zu einer informativen Seite über Biofeedback:

http://www.gilbert-bejer.de/pageID_1537823.html

Grüße,

Oliver Walter

Aha! von der von dir verlinkten Seite:


'Biofeedback wird erfolgreich bei Schmerzproblemen (z. B. muskel-bedingte Beschwerden, auch Spannungskopfschmerz, Gesichts-schmerz und Migräne) angewandt. In der Zahnmedizin z. B. bei Myoarthropatie, Bruxismus (Zähneknirschen); in der Gynäkologie und Urologie (z. B. Harninkontinenz);

in der Neurologie (z. B. bei Kindern mit ADS, ADHS- Syndrom, Lähmungen, Dystonien und zur Beinflussung epileptischer Anfälle.

Hier spricht man von Neurofeedback.’

Also Biofeedback - angewandt bei Schmerzproblemen u.ä.
Neurofeedback - angewandt in der Neurologie

auch wenn das Prinzip bei beiden wohl identisch ist.
Wieder was gelernt…

Gruss, Isabel