Info´s Immobilienkauf: Wie anfangen?!

Hallo Experten!

Wir möchten uns eine DHH oder ein Haus kaufen. Wo kann ich mich schlau machen/einlesen. Wie habt Ihr das gemacht?

Momentaner Wissenstand: eigentlich „NULL“

Als ich mir die ersten Gedanken darüber gemacht habe, musste ich feststellen, dass ich noch nicht einmal weiß, welche Möglichkeiten ich mit einem Bausparvertrag habe…
Klar, der Weg führt zur Bank bzw. Bausparkasse. Ich möchte aber erst einiges lesen, bevor ich da hingehe. Naturgemäß möchte ich auch zu „meiner“ Bank. Was gibt es noch für andere (saubere) Möglichkeiten?
Ich habe schon bei „google“ geschaut, aber noch nicht das gefunden, wonach ich suche. Ich weiß, das ich wissen muß, welchen Betrag wir für unser Haus pro Monat aufbringen können…
Wir haben nur mal Zeitungen und Internet nach Immo´s überflogen, aber noch nicht konkret geschaut.
Ich möchte mich dahin gehend „schlau“ machen, dass ich ein „Beispiel-Haus“ für 250.000 Euro annehme und mich so in die Materie einarbeite.

Meine ersten Fragen sind z.B.
Wie ist das mit den Zinsen/Tilgung? Zinsen werden auf eine bestimmte Zeit „festgeschrieben“. Wie sind die Laufzeiten oder ergeben die sich , wenn ich weiß, dass meine „Burg“ einen Betrag „X“ kosten und ich im Monat einen Betrag „Y“ abzahle…

Danke für die Antworten!
Grüße aus ´ner Mietswohnung, haha!

Marc

Hallo Ratsuchender,

wenn der Wissensstand „NULL“ ist, so wird es ein bißchen mühsam. Zuerst muss man vier Dinge erledigen:

  1. Ermittlung des maximalen Kaufpreises

  2. Erstellung einer Checkliste

  3. Vorgespräch für eine Finanzierung

  4. Objektsuche

  5. Kaufpreisermittlung:

  • Vorhandenes (frei verfügbares) Eigenkapital
  • mögliche monatliche Belastung(m).
    . Aktuelle Faustregel (maximal 4,5% Zins und 1% Tilgung):
    . Mögliches Darlehen= Monatliche Belastung/0,0045

. Beispiel: Monatl. Belastung=600
. Darlehensgröße= (600/0,0045) etwa € 133.000,–
. zuzüglich freies Eigenkapital € 50.000,–
. abzüglich Kaufnebenkosten (Notar,
. Grundbuch, Erwerbsteuer) etwa 5% € 9.000,–
. Kaufpreis netto: € 174.000,–

  1. Checkliste:
    Es ist eine genaue Checkliste zu erstellen, die alle Kriterien beinhaltet, insbesondere die Umstände, die UNBEDINGT vorhanden sein müssen und die Umstände die AUF KEINEM FALL zutreffen dürfen.
    Schauen Sie sich viele Objekte an, die in etwa Ihrem Preislimit angeboten werden.
    Holen Sie sich Anregungen.
    Gehen Sie in Fertighauszentren.
    Unterschreiben Sie nichts!

  2. Finanzierungsgespräch:
    Da Sie ja bei Ihrer Hausbank bekannt sein dürften, sollten Sie dort ein Vorgespräch führen und Ihre Preisermittlung mitnehmen.
    Sie werden danach die Gewissheit haben, ob eine Finanzierung möglich ist und in welchem Rahmen.
    Wenn Sie Bausparverträge haben, so sollten diese auch mit einbezogen werden.
    Wie das geschehen soll, hängt von diversen Faktoren ab.
    Es kann sein, dass es besser ist, nur das Guthaben zu verwenden.
    Detaillierte Hilfen können nach Kenntnis der gesamten Situation gegeben werden.

  3. Objektsuche:
    Sie suchen gezielt und exakt nach den Vorgaben Ihrer Checkliste, sonst kommen Sie durcheinander.
    Dies geschieht oft bei Fertighauskäufern, wenn diese dann zur Bemusterung eingeladen werden.
    Sie holen sich Angebote aus den Tageszeitungen, Stadtteilblättchen, von Privat und auch Maklerangebote. Das Internet ist auch eine große Hilfe.
    Holen Sie sich Unterstützung von Freunden, die ebenfalls für Sie nach geeigneten Objekten suchen. Das verringert die „Lernzeit“.
    Nach etwa 4 - 8 Wochen wissen Sie in etwa, was auf diesem Markt los ist, kennen so manche „Eigenarten“, die Erklärungen über die „einzigartigen“ Vorteile dieses Objekts, und, und, und.
    Notieren Sie sich ALLES und führen Buch über die Besichtigungen, Gespräche, wer und wann angeboten, Ergebnisse und Besonderheiten.
    Nehmen Sie sich Zeit!
    Es gibt auf dem allgemeinen Immobilienmarkt fast nie ein „einmaliges“ Angebot. Auch auf Drängen der Verkäufer- oder Vermittlerseite sollten Sie gelassen reagieren, egal welches Argument eingesetzt wird.

Bis dahin können Sie auch als Person mit „NULL“ Wissen alleine agieren.

— Ab jetzt benötigen Sie unbedingt fachliche Unterstützung!------------

Die Entscheidung aus den vorliegenden Angeboten sollte mit fachlicher Unterstützung geschehen, da Sie mögliche Baumängel, wertmindernde Umstände oder formale Fehler (Schwarzbau), etc. nicht überblicken.

Auch bei der Finanzierung ist ein neutraler Fachmann notwendig, der ausschließlich Ihre Interessen berücksichtigt, was ja bei Vermittlern in der Regel nicht möglich ist, da diese nur mit Kreditinstituten zusammen arbeiten können, die auch für die Vermittlung Provisionen bezahlen.

Der notarielle Kaufvertrag ist für die meisten Privatpersonen ein Buch mit sieben Siegeln. Hier ist es unbedingt notwendig, Hilfe zu suchen, da selbst der Notar nur verpflichtet ist, die zivilrechtliche Seite zu prüfen. Er kann nicht Partei für Sie ergreifen, da er zur Neutralität verpflichtet ist.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt und die ersten Schritte auf diesem Parkett. Es gibt auch keinen „Schnellkurs“ und keine Bücher, die für alle Eventualitäten Rezepte bereithalten.
Das sage ich als Experte, der seit 1976 auf diesem Gebiet als neutraler Berater und Betreuer arbeitet.
Vielleicht helfen Ihnen meine Informationen auf meiner Website.
www.Immobilienratgeber.com

Mit freundlichen Gruß
Friedrich Pausch

Hallo,
also ich kann dir nur aus meiner eigenen, mehr oder weniger noch im Aufbau befindlichen Erfahrung erzählen.
Auch wenn´s schon gesagt wurde, zu erstmal müsst ihr euch im klaren sein was ihr euch theoretisch leisten könnt (hier mal eine Faustformel: monatl. Belastung*200 (setzt sich zusammen aus angenommenen 5% Zinsen und 1% Tilgung, macht 6% => 12Monate*100%/6%=
200)
Die Zinsen werden in der Tat auf einen Zeitraum festgeschrieben (5-naja 30 Jahre) aber in der Regel zahlt ihr für eine längere Festschreibung auch einen höheren Zins. Vielleicht noch ganz nützlich zu wissen: das 1% der Tilgung bezieht sich nur auf das erste Jahr (und da sogar genau genommen nur auf den ersten Monat).
Wenn ihr dann die für euch mögliche bzw. wünschenswerte Summe beieinander habt würde ich mich parallel mal umschauen was es so für diesen Preis (natürlich plus eurem Eigenkapital, dabei auch die Nebenkosten und eine gewisse Sicherheitsreserve nicht vergessen) gibt und gleichzeitig schon bei einigen Banken unverbindliche Angebote holen, dabei solltet ihr aber nicht nur auf den Zins und seine Festschreibung sondern auch auf Randbedingungen wie Gebühren, modlitäten der Sonderzahlungen, Bereitstellungzins und hmm jetzt fällt mir der richtige Begriff nicht ein, eine Art „Strafe“ falls ihr doch nicht den gesamten Kreditrahmen ausschöpft. Und als Tipp kann ich nur sagen, auch mal über die deutschen Landesgrenzen schauen.
Falls noch weitere Fragen sind werde ich gerne versuchen weiter zu helfen.

Raul

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]