Hallo und Guten Tag,
einige Informationen und Tipps:
-MiniDV : ist grundsätzlich keine falsche Entscheidung, Panasonic, Canon, JVC sind grundsätzlich nicht sehr unterschiedlich, größtes Problem sind bei allen Camcordern im billig-Segment die Bandlaufwerke; hier hat Canon leider oftmals Schwächen gezeigt; ob diese bei den neueren 800er Modellen besser sind …? kann man erst sagen, wenn man keine Probleme hatte…
-Objektiv : Lieber etwas mehr anlegen für einen Camcorder, der schon eine seitens der Optik einen guten Brennweitenbereich mitbringt. Und ausprobieren, (im Geschäft herumlaufen, aufnehmen und dann anschließend anschauen, wie gut die Stabilisatoren die Bildqualität im langen Brennweitenbereich gehalten haben).
-Wollen sie die Filmchen auf dem Rechner schneiden und ggf. wieder auf Band sichern ? (1) oder nur auf z.B. DVD speichern (oder Festplatte) (2) ?
–Bei (1) muß der Camcorder auf DV-in freigeschaltet sein bzw. freigeschaltet werden; das geht nicht bei allen Camcordern, die in Deutschland angeboten werden; eine Liste und auch die techn. Hintergründe können sie unter http://www.dvin.de/ nachlesen. Der Panasonic NV-GS33EG-S bietet z.B. serienmäßig DV-in, ein Canon-Mini-DV aus der 800er Reihe ebenfalls. Also vorher ihren Wunsch prüfen, denn eine Freischaltung kostet ca. 50-100 EUR zusätzlich (wenn man eine externe SW mit Kabel kauft) oder auch im Preis des Camcorders aufgeschlagen seitens des Herstellers.
–Bei (2) ist DV-in nicht notwendig (und auch bei Umentscheidung zu (1) nicht mehr möglich, wenn keine SW dafür angeboten wird.)
-Display : sollte auch bei hellem Umgebungslicht gut erkennbar sein.
Das erkennen Sie aber im Vergleich wirklich nur im hellen Tageslicht, die technischen Daten sind nutzlos, da hier „ihre“ Augenempfindlichkeit sowie die Leuchtdichte und Oberfläche des Displays entscheidend sind.
Im hellsten Sonnenschein allerdings wird man nicht mehr mit Display filmen können, hier kommt wirklich nur der elektronische Sucher zum Einsatz - daher unbedingt die Qualität (evt. auch Dioptrienausgleich und/oder Gummilippe, falls sie Brillenträger sind) beachten sowie eine ausgeglichene Handling-Position (Gewichtsbalance); Ach ja, und die Nase sollte man sich nicht plattdrücken am Akku
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-SD-card und Fotos mit dem Camcorder : Die preislich günstigen Camcorder bieten um die 640*480 Pixel (evt. geringfügig mehr) - sie dürfen sich also nicht allzu viel hier erwarten.
Jede 3-5M pixel-Digitalcamera bietet hier natürlich mehr Qualität (sofern sie mit einem guten Objektiv ausgestattet ist).
Der Grund liegt in den für z.B. Fernsehauflösungen geforderten Formaten, für die die bildaufnehmenden Chips sowie das optische System optimiert sind.
–SD-card/Mini-SD-card etc. : schauen sie doch erst einfach mal, falls sie einen Computer haben (Card-reader) oder eine Digitalkamera, etc. welche Kartenformate diese Geräte haben bzw. verlangen; man kann ggf. Geld sparen, wenn man hier beim gleichen System bleibt und nicht jedes Mal neu kaufen muss, denn jeder Hersteller versucht „sein“ Kartenformat mitzuverkaufen und damit Nachfrage zu generieren.
Nur : das Format ist hier überhaupt nicht entscheidend, „schnell“ genug sind alle Flash-Karten für ihren Anwendungsbereich.
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Handling (im wahrsten Sinne des Wortes) : der Camcorder muss ausgeglichen in der Hand liegen, die Bedienelemente (Start / Stopp, Focus) müssen einwandfrei einhändig erreichbar sein, Tasten und Schalter groß genug und gut zu packen für die Finger/Daumen - Keine Kompromisse eingehen !!
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Menüführung :
–gut lesbare Buchstaben auch unter schlechten (hellen) Lichtverhältnissen ?
–Buchstabengröße ggf. umschaltbar auf größere Schrift ?
–einfache Struktur, z.B. wie schnell kann ich von Automatik auf manuell umstellen…an allen Vergleichsmodellen ausprobieren.
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Mechanik : Vorführgeräte in den großen Ketten werden oftmals ziemlich rigide angefasst - da kann man selbst schon mal sehen, wo was klappert, wo Schalter oder Taster ausleiern oder z.B. Gummikappen (zum Schutz der Anschlüsse USB, S-Video etc.) nicht mehr lange halten. Ist eine gute Vorauswahl, d.h. hier mal zuerst schauen, wo etwas „billig“ gebaut ist.
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Anschlüsse : Möchte man den Film (ungeschnitten) mal einfach auf dem Fernseher anschauen sollten zumindest die entspr. Anschlüsse (S-Video auf Scart) und AV am Recorder sein - und die Kabel beiliegen, denn daran verdienen Händler richtig Geld, wenn man sie als Zubehör kaufen muss.
Gilt auch für USB-Kabel sowie FireWire (IEEE1394)-Kabel zum Computer;
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Auch mal prüfen : Haben sie die notwendigen Anschlüsse am Computer (Grafikkarte mit FireWire (IEEE1394) z.B. oder einen USB2.0-Anschluß (USB1.0 reicht nicht aus, Datenübertragungsrate zu gering).
-Es ist kaum anzunehmen, dass sie die Filme nicht irgendwann mal schneiden und/oder hinterher auf DVD brennen wollen, daher sollten sich die Systeme vertragen.
Billige (aber ausreichende) Schnitt-SW gibt’s u.a. von Microsoft, ist schon im XP-home enthalten.
Schneiden (also per SW) von Filmen ergibt sich achon automatisch aus der Erfolgsquote bei Filmaufnahmen - Wackler, unscharfe Aufnahmen, schlechtes Licht, dumme Gesichter, Kommentare oder Störgeräusche, verpatzte Szenen… im Durchschnitt schaffen die Meisten Menschen es, aus 1 Stunde Aufnahme ca. 15 min. „interessanten“ Film herzustellen, den man sich auch in einigen Jahren noch mal anschaut - niemand schaut aber freiwillig 1 Stunde schlechte Bandaufnahmen an (…die berühmt berüchtigten „Dia-Abende…“
Und wenn der Film dann geschnitten ist muß man ja wissen, wie und wo man ihn speichert (s.o. Überlegungen zur Rückspeicherung/Konservierung von Filmen).
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Laufzeiten der Camcorder und Preise der Akkus : ein Ersatzakku (ein kräftigerer als der Standardakku) sollte schon sein;
gerade wenn man im Urlaub ist kann man nicht andauernd unterwegs nachladen; und wenn man die ganze Zeit über Display filmt wird der Akku schnell leer; (Man sollte also auch aus diesem Grund den Sucher nicht vernachlässigen…)
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Also Gesamtpreise (Kabel, ggf. SW, Akku) vergleichen (und sich überraschen lassen, wenn auf einmal die vermeintlich preiswerte Kamera durch Zubehör in neue Kategorien vordringt):
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jeweils 1 kräftiges Akku dazurechnen (denn nichts ist ärgerlicher, als im Urlaub oder unterwegs bei den schönsten Aufnahmen auf einmal ohne „Saft“ dazustehen.
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Beim Handeln im Fachmarkt eine Camcorder-Tasche ins Spiel bringen, die auch dicht ist, und in die alles hineinpasst (ausprobieren!) und die sich gut tragen lässt (breiter Schultergurt, gepolstert).
Auch das ist nicht trivial, Mini-DV-Camcorder sind empfindliche Geräte - eine gut gepolsterte Tasche mit getrennten Fächern für Akku, Kabel und Mini-DV-Kassetten ist empfehlenswert). Und diese Ausrüstung bringt dann doch Gewicht auf die Waage.
Welches Gerät nun konkret - ? kann ich immer noch nicht sagen (s.o.) - aber ich hoffe Ihnen Hinweise gegeben zu haben, worauf sie achten sollten.
Machen sie sich doch ne checkliste aus diesen (und vielleicht noch anderen Punkten) und „prüfen“ sie die Geräte in der Wunschpreisklasse danach…
Erfahrungswerte mit diesen Geräten werden auch in Newsgroups ausgetauscht, und zu empfehlen sind hier die Umfangreichsten :
http://www.slashcam.de/info/themen/Grundlagen.html
Sowie
http://www.digitalvideoschnitt.de/ , welches sich mit der Weiterverarbeitung der Filme beschäftigt, aber auf die grundsätzlichen Vorgaben (Rohmaterial MiniDV, DVD-R/W oder Festplatte) Bezug nimmt.
Hinsichtlich Testberichten blieben als gute Orientierung dann noch die Informationen von der Stiftung Warentest (neutral) http://www.stiftung-warentest.de/online/.
Viel Spaß und Erfolg
Achim