Hallo!
In den letzten Tagen und Wochen wurde immer wieder danach gefragt, was an Änderungen und Rücknahmen bezüglich der Rechtschreibreform geplant ist. Es scheint Klarheit zu geben, und ich habe dazu Folgendes gelesen:
_Mit nur geringen Veränderungen soll die neue Rechtschreibung wie geplant am 1. August 2005 verbindlich werden. Die dafür zuständigen Amtschefs der Kultusministerien der Länder beschlossen am Donnerstag in Berlin, dass bis dahin noch Gespräche über Einzelheiten der Neuregelung geführt und in das Regelwerk entsprechend eingearbeitet werden werden können. Dies sei aus dem Präsidium der Kultusministerkonferenz (KMK) verlangt worden. Die nächste Sitzung der KMK findet im März statt.
Die von den Amtschefs als sinnvoll eingestuften Vorschläge der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung seien «im Umfang sehr begrenzt». Dadurch werde keine der bestehenden Schreibweisen falsch. Alle Schulbücher, die der Neuregelung bisher folgten, können somit weiter benutzt werden, hieß in einer Erklärung. Die Vertreter Österreichs, der Schweiz und Liechtensteins haben die Umsetzung der neuen Vorschläge für ihre Länder angekündigt. Damit bleibt die Einheitlichkeit des deutschen Sprachraums gewahrt.
Das Mitglied der Zwischenstaatlichen Kommission Herberg betonte im Südwestrundfunk, es gehe nur um Ergänzungen und Präzisierungen der neuen Rechtschreibung. Die in der Öffentlichkeit genannte Zahl von 4000 Neuerungen sei „geradezu abenteuerlich“. Herberg fügte hinzu: „Neue Wörterbücher brauchen wir nicht.“
Unklar blieb, ob die Amtschefs der KMK empfehlen werden, die Zuständigkeit für die Rechtschreibreform mit dem Ende der Übergangsfrist für die Reform 2005 der „Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtscheibung“ zu übertragen. Darin sitzen Sprach-Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zunächst hatte es geheißen, dass die weitere Diskussion um die Schreibregeln nicht mehr in einem politischen Gremium angesiedelt, sondern den Fachleuten überlassen werden sollte._
Und darum geht es:
_Bei den geplanten Neuerungen der Rechtschreibreform geht es um Ergänzungen oder Präzisierungen der bestehenden Regeln. Zusätzliche Möglichkeiten der Schreibweisen werden angeboten. Bestehende Regeln will die Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtscheibung bei ihren Vorschlägen nicht zurücknehmen. Die Kultusministerkonferenz, die am 4./5. März in Berlin tagen wird, muss den Empfehlungen abschließend zustimmen.
Vorgesehen ist, die Liste von Partikeln zu ergänzen, die mit Verben trennbare Zusammensetzungen bilden können. Das sind: dahinter, darauf/drauf, darauflos/drauflos, darin/drin, darüber/drüber, darum/drum, darunter/drunter, davor, draus, hinter, hinterdrein, nebenher, vornüber.
Außerdem soll künftig neben „Leid tun“ auch die Variante „leidtun“ möglich sein. Im Fall von „allein stehend“ oder „Rat suchend“ sollen frühere Zusammenschreibungen wieder zulässig werden. Gültig sein soll auch wieder „alleinstehend“ und „ratsuchend“.
Bei der Groß- und Kleinschreibung soll bei Verbindungen von Präpositionen mit bestimmten Adjektiven ohne vorangegangenen Artikel wie „ohne weiteres“ und „vor kurzem“ auch Großschreibung möglich sein. Das Gleiche soll für unbestimmte Zahladjektive wie „die einen“, „die anderen“, „die meisten“ gelten. Bei festen Begriffen wie „Gelbe Karte“ oder „Kleine Anfrage“ soll auch wieder die Großschreibung des Anfangsbuchstabens erlaubt werden._
(Quelle beider Texte: dpa)
Beste Grüße!
Christopher
