Informationen über Galvanische Kopplung

Wir arbeiten in der Schule mit dem Layoutprogramm Target.
Bei der EMV - Analyse bekommen wir immer schlechte Noten bei der Galvanischen Kopplung zwischen 12V und GND. Wer kann mir sagen, was überhaupt eine Galvanische Kopplung ist, und was man auf der Platine tun muß um diese zu verbessern???

Vielen Dank schon im vorraus!!!

Hi Markus,

Galvanische Kopplung bedeutet (anschaulich) : zwei Punkte in einem elektrischen Netzwerk sind galvanisch gekoppelt, wenn zu einem ausgesuchten Elektron theoretisch einen „Farbtupfer“ verpassen könntest und es eine Möglichkeit für dieses Elektron von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
Bei einem Kondensator z.B. wäre das nicht möglich, da das einzelne Elektron diesen nicht passieren könnte. Es würde bestenfalls auf eine die Platte wandern und ein anderes Elektron (ohne „Farbtupfer“) würde im Gegenzug von der anderen Platte abwandern.
Etwas abstrakter : Galvanische Kopplung zwischen Punkt A und Punkt B besteht, wenn es zwischen Punkt A und Punkt B einen Gleichstrompfad gibt. Je niederohmiger dieser Gleichstrompfad, desto stärker die galvanische Kopplung.
Überprüfe mal Deine Schaltungsdesigns auf Gleichstrompfade zwischen 12V und 0V und füge wenn möglich Kondensatoren ein, wenn es nur um Wechselsignale geht, welche über diesen Pfad geschickt werden sollen.

Gruss,
Jürgen

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Hallo
es liest sich so , als ob es sich um einen Kurzschluß handelt !
Eine starke galvanische Kopplung wäre mit einer Drahtbrücke von + nach - realisiert , also ein allermeistens unerwünschter Zustand , und wird besser durch Stromnutzer , also eine funktionierende Schaltung ersetzt .
Etwas ähnliches sollte auch der andere Beitrag aussagen .
MfG
Matthias

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Naja - Kurzschluss zwischen 12V-Leitung und Masse ist in dem Begriff „galvanische Kopplung“ zwar mit inbegriffen, aber es reicht eben auch aus, wenn ein relativ hochohmiger Verbraucher(widerstand) die 12V- mit der 0V-Leitung verbindet. Solange ein Gleichstrompfad existiert versaut einem das die EMV-Eigenschaften der Schaltung. Dafür braucht kein Kurzschluss vorliegen. Denke, bei Kurzschluss wäre die EMV-Bewertung das kleinste Problem *lol*

Gruss,
Jürgen

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Solange ein Gleichstrompfad existiert versaut einem das die
EMV-Eigenschaften der Schaltung.

Hallo Jürgen,

den Zusammenhang von Gleichstrompfad und EMV-Bewertung verstehe ich nicht. Kannst Du das näher erläutern?

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Hmm - da habe ich mich wohl zu „gewagt“ ausgedrückt.
Dass einem das die EMV-Eigenschaften versaut ist eher ein Schlussfolgerung aus dem, was Markus ursprünglich gespostet hat:

„Bei der EMV - Analyse bekommen wir immer schlechte Noten bei der Galvanischen Kopplung zwischen 12V und GND.“

Daraus folgere ich : Das Programm bewertet eine starke galvanische Kopplung zwischen 12V und Masse als EMV-technisch ungünstig.
Nun - über das Warum muss ich gestehen, habe ich mir keine grösseren Gedanken gemacht. Könnte mir nur vorstellen, dass sich bei einer starken galvanischen Kopplung aller Bauelemente auf einer grösseren Platine, EM-Einstreuungen von aussen auf einzelne Platinenteile (Leiterbahnen z.B.) ungehindert auf alle anderen Teile der Schaltung fortpflanzen können.
Aber vielleicht kennt ja jemand eine exaktere und gesichertere Begründung ?

MfG
Jürgen

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„Bei der EMV - Analyse bekommen wir immer schlechte Noten bei
der Galvanischen Kopplung zwischen 12V und GND.“

Daraus folgere ich : Das Programm bewertet eine starke
galvanische Kopplung zwischen 12V und Masse als EMV-technisch
ungünstig.

Nee, Jürgen, solchen allgemeinen Zusammenhang kann man nicht herstellen. Ich kenne das Programm zwar nicht, aber ich vermute, da hat jemand etwas gründlich in den falschen Hals bekommen, Kopplung und Entkopplung verwechselt oder was weiß ich.

Nach meiner Kenntnis des Sachstandes kannst es eh vergessen, einen störsicheren Aufbau, ein störsicheres Layout per Software hinbekommen zu wollen. Man kann einzelne, insbesondere kapazitive Verkopplungen mit geschätzten Werten in eine Modellrechnung per Programm einfließen lassen. Das kann noch ein sehr nützliches Werkzeug sein. Aber damit ist auch schon Schluß. Der Rest ist Erfahrung, gaaanz viel davon.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Das hatte mich eh schon gewundert - wie ein Layoutprogramm die EMV-Sicherheit so aussagesicher bewerten kann. Allerdings - WENN es solche gewichtigen Aussagen trifft, dann sollte zumindest in der Dokumentation zum Programm ersichtlich sein, nach welchen Bewertungskriterien und mit welcher Sicherheit diese Aussagen getroffen werden. Ansonsten täuscht das Programm eine Leistungsfähigkeit vor, die es einfach nicht hat.
Wie dem auch sei - PC-Mainboardentwickler würden sich über eine aussagekräftige EMV-Berechnungsfunktion sicherlich freuen. Denke, die könnte mehr als die Hälfte der Entwicklungskosten einsparen mit so einen Software-Tool…

Gruss,
Jürgen

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