Hallo!
Ich schreibe eine Krimi-Geschichte und ich würde gerne wissen : Wenn man einen Brief mit einer Schreibmaschine schreibt, KÖNNTE man AUFGRUND DES BRIEFES irgendwie herausbekommen:
-in welcher Maschine es geschrieben wurde? (etwas typisches für eine oder andere Schreibmaschine:Schrift, Entfernung der Buchstaben voneinander usw.)
-wann es geschrieben wurde? (nach der Frische der Tinte z.B?(In Tagen?))
-wie es geschrieben wurde? (also stark auf die tasten hämmernd oder in aller Ruhe?)
-womit es geschrieben wurde? (welche Tinte/Farbband usw)
ich verstehe was vom Schreiben, aber nicht von Schreibmaschinen. Aber ich bin überzeugt, dass die Spurensicherung alle von dir genannten Punkte prüfen würde und dazu Aussagen treffen könnte, so dass ‚verdächtige‘ Schreibmaschinen überprüft werden könnten und die richtige, sollte sie darunter sein, identifiziert werden könnte.
welche Maschine: bei Typenhebelschreibmaschinen hatte fast jeder Hersteller seine eigenen Schriftarten. Man könnte also den Hersteller erkennen. Wenn einzelne Typen beschädigt oder durch Gebrauch nicht mehr in der optimalen Lage sind (zu hoch, zu tief, schräg) kann man auch die zum Brief passende Schreibmaschine finden.
Entfernung der Buchstaben (Teilung) ist genormt. Raumspar, Perl oder Pica.
wann: weiß ich nicht, korrekturfähiges Band läßt sich nach ca. einem Tag nicht mehr ablösen.
wie es geschrieben wurde: eigentlich nur auf der mechanischen; bei elektrischen kann man höchstens die Typenhebel aufeinanderschlagen lassen, wenn man zu schnell oder unrytmisch schreibt. Auf das Abschlagverhalten hat man keinen Einfluss.
womit: bei Gewebeband kann man erkennen, wenn es ein billiges Baumwollband ist. Bei einer schlecht gepflegten Maschine können bei Buchstaben wie e, o, a die Flächen in den Buchstaben grau sein, weil sich Farbbandschmutz darin abgesetzt hat.
Neue elektronische Schreibmaschinen mit auswechselbarem Typenrad werden normalerweise mit korrekturfähigem Karbonband benützt. Man kann also mit der gleichen Maschine mit verschiedenen Schriften schreiben, außerdem ist die Teilung einstellbar. Bessere Maschinen auch mit Proportionalschrift (Buchdruck ähnlich).
Karbonband wird nur einmal benutzt und ist dann verbraucht. Es gibt aber eine interessante Besonderheit. Wenn man die Farbbandkassette öffnet, kann man auf dem benutzten Band nachlesen, was geschrieben wurde.
es gibt Schriftexperten die so etwas herausfinden
aber so eine Expertise ist ziemlich teuer.
Für Privatleute lohnt sich so etwas aber nicht,
weil es sich nicht rechnet.
Wenn es sich zum Beispiel um ein strafrechtliches
Vergehen handelt, dann können sie sicher sein
das in der kriminaltechnischen Untersuchung bei
der Polizei genug Experten sind die das im
Handumdrehen heraus finden.
Aber ihnen geht es wahrscheinlich um einen
kommerziellen Wert dieser geschriebenen Sachen.
Das alter der Schrift und den Schrifttype findet man raus—aber es lohnt sich nicht; sie zahlen nur drauf.
ich selbst kann diese Fragen leider nicht beantworten. Allerdings gibt es eine Krimischriftstellerin, die lange Zeit als Expertin für solche Fragen im „tempest“ (Newsletter beim Autorenforum) zur Verfügung stand, da sie hauptberuflich als Kriminalkommissarin arbeitet. Soviel ich weiß, hat sie eine einge Internetseite. Ihr Name ist Nicola Hahn, der Titel eines ihrer Krimis „Die Detektivin“. Ich hoffe, mit Hilfe dieser Angaben kommen Sie weiter.
Viel Erfolg bei der Suche und auch mit dem Krimi und beste Grüße,
Ute