Infos-sterbehilfe niederlande

Hallo,
ich hoffe hier darüber gut informierte Mitstreiter zu finden.
Was ich suche, sind möglichst aktuelle Informationen (auf Deutsch) über die dortige Gesetzeslage und Praxis!

Vielen Dank für Eure Hilfe,

Taju

Ich kann dazu nicht mit Infos dienen. Ich weiß aber, daß es in Deutschland im grenznahen Gebiet zu Holland mindestens ein Altersheim für Niederländer gibt, die lieber in Deutschland alt werden möchten als in Holland durch Sterbehilfe ihr Leben zu verlieren.

Gruß, Infotalk

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Hi Infotalk,

Ich weiß aber, daß es in
Deutschland im grenznahen Gebiet zu Holland mindestens ein
Altersheim für Niederländer gibt, die lieber in Deutschland
alt werden möchten als in Holland durch Sterbehilfe ihr Leben
zu verlieren.

das würd mich jetzt aber interessieren (links, Namen und Adressen)! Schließlich gibt es in NL keinen Zwang zur Sterbehilfe, sondern eine Option dazu. Wer es nicht will wird m.W. zu nichts gezwungen.

Gandalf

Hallo,

Ich kann dazu nicht mit Infos dienen. Ich weiß aber, daß es in
Deutschland im grenznahen Gebiet zu Holland mindestens ein
Altersheim für Niederländer gibt, die lieber in Deutschland
alt werden möchten als in Holland durch Sterbehilfe ihr Leben
zu verlieren.

Das wäre eine Erklärung für das, was ich gelesen habe: Der Verbrauch von Morphium
und anderen starken Schmerzmitteln ist in den Niederlanden geringer als in
Deutschland.

Wer unheilbar Kranken die Schmerzen nimmt oder weitestgehend erträglich macht,
verringert auch den Wunsch nach dem Tod.

Wer keine Schmerzen hat will trotz hoffnungsloser Lage noch leben oder zumindest
„normal“ sterben.

Gruß
Wolfgang

Schließlich gibt es in NL keinen Zwang zur

Sterbehilfe, sondern eine Option dazu. Wer es nicht will wird
m.W. zu nichts gezwungen.

Hi Gandalf,

das ist so nicht ganz richtig. Bei nicht einwilligungsfähigen Patienten kann die Entscheidung für die Tötung des Patienten auch von Angehörigen und/oder dem behandelnden Arzt getroffen werden. Das trifft vor allem Komapatienten, Demenzkranke und Patienten die ganz allgemein nicht mehr fähig sind sich mitzuteilen.

Zitat: „Im Jahre 1999 sind (in Holland) nach offiziellen Angaben 2216 Fälle von Euthanasie gemeldet worden. Offiziös wird aber davon ausgegangen, dass mindestens 4000 Menschen durch ärztliche direkte Tötung oder ärztlich assistierten Suizid ihr Leben verloren. Mehr als tausend von ihnen sind gestorben, ohne vorher den ausdrücklichen Wunsch oder die Einwilligung in eine Euthanasiemaßnahme geäußert zu haben, weil sie es wegen Geschäftsunfähigkeit gar nicht konnten. Ähnliche Praktiken, die allesamt auf eine schleichende Akzeptanz der Tötungshandlung hinauslaufen, sind auch in den USA, in Kanada, Australien und der Schweiz zu beobachten.“
aus: http://www.bundesaerztekammer.de/30/Ethik/50Sterben/…

Viele Grüße
Sue

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Hallo Sue,

es ist sicher richtig, daß man bei einem solch heiklen Thema immer sehr vorsichtig agieren und Mißbrauch soweit irgend möglich verhindert werden muß.
Allerdings stört mich einiges an Deinem Link.
Zum einen die Sprache:
Das Wort Euthanasie sollte in diesem Zusammenhang m.E. nicht verwendet werden, wer es tut, zeigt mir, aß er keine neutrale Betrachtung/Bewertung haben will.
Dann werden Zahlen vermischt.
Die erste Zahl (2216) ist eine offizielle, die die Anzahl der Fälle angiebt, wo Ärzte aktiv gehandelt haben. Die zweite Zahl (mindestens 4000) gibt die Zahl von Fällen an, die geschätzt wird, in denen Ärzte aktiv geworden sind (besagte 2216) und Fälle von Assistenz(!) bei Selbsttötung. Da werden SAchen verglichen, die m.E. nicht vergleichbar sind.
Zudem ist bekannt, daß die Bundeseärztekammer vehement gegen dieses Gesetz polemisiert. Daher kann ich von einer solchen Stelle kaum neutrale Information erwarten.
Meine Informationen stammen nicht aus dem Netz, sondern von Menschen, die in der Pflege von schwer- bis totkranken Menschen aktiv sind. Sie stehen den niederländischen Projekten eher offen gegenüber, allerdings nur, wenn eine entsprechenden Kontrolle gewährleistet ist und eben keine Euthanasie stattfindet.

Gandalf

Zitat: „Im Jahre 1999 sind (in Holland) nach offiziellen
Angaben 2216 Fälle von Euthanasie gemeldet worden. Offiziös
wird aber davon ausgegangen, dass mindestens 4000 Menschen
durch ärztliche direkte Tötung oder ärztlich assistierten
Suizid ihr Leben verloren. Mehr als tausend von ihnen sind
gestorben, ohne vorher den ausdrücklichen Wunsch oder die
Einwilligung in eine Euthanasiemaßnahme geäußert zu haben,
weil sie es wegen Geschäftsunfähigkeit gar nicht konnten.
Ähnliche Praktiken, die allesamt auf eine schleichende
Akzeptanz der Tötungshandlung hinauslaufen, sind auch in den
USA, in Kanada, Australien und der Schweiz zu beobachten.“
aus:
http://www.bundesaerztekammer.de/30/Ethik/50Sterben/…

Viele Grüße
Sue

Wen das Thema grundsätzlich interessiert, kann folgenden Artikel lesen. Er ist aber lang.

Menschliches Leben in der Verfügungsgewalt von Ärzten und Parlamenten:
http://www.kath.net/detail.php?id=3749

Gruß, Infotalk

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Hi Infotalk,

Ich weiß aber, daß es in
Deutschland im grenznahen Gebiet zu Holland mindestens ein
Altersheim für Niederländer gibt, die lieber in Deutschland
alt werden möchten als in Holland durch Sterbehilfe ihr Leben
zu verlieren.

das würd mich jetzt aber interessieren (links, Namen und
Adressen)! Schließlich gibt es in NL keinen Zwang zur
Sterbehilfe, sondern eine Option dazu. Wer es nicht will wird
m.W. zu nichts gezwungen.

Gandalf

Wen das Thema grundsätzlich interessiert, kann folgenden
Artikel lesen. Er ist aber lang.

Menschliches Leben in der Verfügungsgewalt von Ärzten und
Parlamenten:
http://www.kath.net/detail.php?id=3749

Ich habe jetzt noch einen weiteren Artikel gefunden, der in diesem Zusammenhang von Interesse ist:

_Sie besuchen weniger gern heimische Fachärzte und fragen sich, ob sie ihre letzten Jahre nicht in einem sichereren Land als dem eigenen verbringen sollen.

Bocholt (www.kath.net) Ein Wohn- und Pflegeheim für deutsche und holländische Senioren soll im Bocholter Stadtteil Suderwick entstehen. Das berichtete die „Rheinische Post“. Das Pilotprojekt soll dem Wunsch vieler Niederländer entgegen kommen, ihren Lebensabend in Sicherheit zu verbringen. Die Angst, Opfer des neuen Euthanasie-Gesetzes in den Niederlanden zu werden, ist groß. Eine Studie der Universität Göttingen ergab, dass in Holland jährlich über 4000 Menschen durch Sterbehilfe getötet werden; in jedem vierten Fall geschieht dies ohne Einwilligung des Patienten._

der ganze Artikel hier:
http://www.kath.net/detail.php?id=4341